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Öko-Vorbild

Claus Hipp leitet in dritter Generation den Säuglingsnahrungshersteller Hipp. Er führt die von Großvater und Vater begründete Tradition der nachhaltigen Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln fort.

Der dunkelgrüne Trachtenjanker ist sein Markenzeichen. Er scheint ebenso unverwüstlich wie das freundliche Lächeln und die gelassene Ausstrahlung. Diese hat ihre Ursache nicht nur im Erfolg des Familienunternehmens Hipp. Hausherr und geschäftsführender Gesellschafter Claus Hipp ist ein anerkannter Maler; in allen Räumen des Pfaffenhofener Unternehmenssitzes hängen und stehen abstrakte Gemälde – teils wirken die Räume eher wie eine Galerie als wie der Managementbereich eines weltweit tätigen Produzenten für Babynahrung. Beim Malen und Unterrichten – Hipp ist Professor an der Kunstakademie Tiflis – entspannt der erfolgreiche Unternehmer. Und er ist begeisterter Musiker, spielt Oboe im Münchner Behördenorchester. Kraft bezieht er in hohem Maße auch aus seinem Glauben; Hipp ist bekennender Katholik, traditionsverbunden und konservativ im besten Sinne. Es gilt, die Schöpfung zu bewahren. Dazu gehört auch, dass nachhaltig gewirtschaftet wird. Besucher spüren dies am eigenen Leib; die Räume im Pfaffenhofener Firmensitz sind mäßig geheizt. Warme Kleidung sei besser als eine hohe Raumtemperatur, meint Hausherr Claus Hipp. Und das nicht nur aus ökologischen Gründen. „Eine Senkung der Raumtemperatur um ein Grad lässt den Kalorienverbrauch pro Stunde so steigen wie fünf Minuten joggen.“ Verschwendung ärgert den Öko- Pionier, etwa wenn „mitten auf dem Land nachts die Straßen beleuchtet sind“. In Pfaffenhofen undenkbar.

Immer mit gutem Beispiel voran

Hier wird Ökologie gelebt. Stolz erzählt Hipp die Geschichte des Familienunternehmens. Schon für seine Vorgänger waren „Ökologie“ und „Bio“ nie bloße Lippenbekenntnisse. Doch in den 50er-Jahren, als Hipp seine Produktion auf biologische Erzeugung umzustellen begann, waren diese Begriffe längst noch nicht populär. Das Engagement des Babynahrungs-Herstellers wurde von anderen Unternehmern, von Politikern und Bauern kritisch beobachtet. Umweltschutz und der Verzicht auf Chemie in der Landwirtschaft waren noch exotische Ausnahmen. Georg Hipp, Vater des heutigen Inhabers, musste mühsame Überzeugungsarbeit bei seinen Lieferanten leisten. Schließlich ging er mit gutem Beispiel voran und stellte den familieneigenen Ehrensberger Hof konsequent auf Bio-Anbau um. Die Schonung von Ressourcen und soziale Verantwortung sind bei Hipp gelebte Realität und bestimmen alle Unternehmensbereiche. Seit der Gründung ist die Liebe zur Natur fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Und immer noch bestimmt Claus Hipp  die Leitlinien des Unternehmens. Doch er teilt sich inzwischen die Aufgaben mit seinen beiden Söhnen – unternehmerischer Erfolg in vierter Generation. Auch wenn Produktionsmethoden perfektioniert und Exporte erhöht werden – bleiben wird bei Hipp das Vermächtnis der werteorientierten Unternehmensführung. Eine Ausdehnung der Marke ist nicht geplant, bei Hipp scheut man derartige Experimente. Sie sind unnötig; der Markt für Bio-Babynahrung wächst, denn auch Eltern in Schwellenländern und immer mehr Erwachsene greifen zu den Gläschen. Sogar Leistungssportler wie die Athleten des Olympiastützpunkts Bayern und des Deutschen Ruderverbands schätzen die Müslis und Früchtebreis. „Wir wollen uns schrittweise entwickeln, aber nichts verschlafen“, betont Claus Hipp. Qualität von Strategie und Produkten, das ist sein Credo. In einem der bekanntesten deutschen Fernsehwerbespots fasst es der Senior-Chef zusammen: „Dafür stehe ich mit meinem Namen.“  

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