Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Objekte der Begierde

Immobilien zählen zu den beliebtesten Investments. Statt direkt zu investieren können Anleger über Fonds, Aktien und Zertifikate mit geringerem Kapitaleinsatz Risiken streuen.

Eigner Herd ist Goldes wert. Dieses Motto wählen immer mehr Bundesbürger und investieren in Immobilien. Und doch gibt es Nachholbedarf. Während zum Beispiel mehr als 95 Prozent der Rumänen, 78 Prozent der Spanier und 75 Prozent der Griechen eine Immobilie bewohnen, die ihnen oder der Familie gehört, sind es in Deutschland nur rund 52 Prozent der Menschen – das ist europaweit der vorletzte Platz vor der Schweiz. „Die Zuwanderung aus dem Ausland und die starke Einkommensentwicklung erhöhen insbesondere in den Metropolen die Nachfrage nach Wohnungen“, erklärt Immobilienexperte Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Allerdings bindet ein derartiges Investment enorm viel Kapital. Entwickelt sich der Standort nicht wunschgemäß oder gibt es Probleme mit Nachbarn, Miteigentümern oder Hausverwaltung, sind Ärger und oft auch Verlust programmiert.

Fachwissen nutzen

Einmal investieren und sich um nichts mehr kümmern müssen – das ist der Vorteil, den ein Immobilieninvestment in Form eines Fonds bietet. Offene Immobilienfonds verzeichneten lange Jahre großen Zulauf. Allerdings kam es im Zuge der weltweiten Immobilien- und Finanzkrise zu einem dramatischen Einbruch, als Anleger reihenweise ihre Fondsanteile zurückgeben wollten. Dies brachte viele der Portfolios in große Schwierigkeiten, einige mussten sogar geschlossen und dann abgewickelt werden.

Vertrauen ist zurück

Inzwischen zählen diese Anlagevehikel wieder zu Depotbausteinen, denen Anleger gern vertrauen. Aus gutem Grund: Im Jahr 2013 hat der Gesetzgeber Mindesthalte- und Kündigungsfristen beschlossen; der plötzliche Abzug von großen Teilen des angelegten Kapitals ist damit schwieriger geworden, Panikverkäufe und ein Straucheln der Fonds, wie sie in der Vergangenheit auftraten, werden so verhindert. Kein Wunder also, dass laut dem Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) Anleger im ersten Halbjahr 2015 bereits mehr als 1,6 Milliarden Euro investierten. Die Ratingagentur Scope erwartet aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und der stetig steigenden Nachfrage nach Sachinvestments, dass die Netto-Mittelzuflüsse offener Immobilienfonds im Jahr 2015 über denen des vergangenen Jahres liegen werden. „Haupttreiber sind die niedrigen Zinsen und die attraktiven Ausschüttungen. Die Letztgenannten liegen weltweit immer noch bei drei bis vier Prozent, in Frankreich bei den börsennotierten Immobilienaktien sogar bei fünf Prozent“, erläutert Michael Lipsch, als Senior Portfolio Manager bei der Kapitalanlagegesellschaft NN investment partners verantwortlich für den NN (L) European Real Estate Fund. Lipsch: „Das erhöht bei niedrigen Zinsen die Nachfrage – und treibt so die Kurse in die Höhe.“ Doch es wird künftig für Fondsmanager schwieriger, qualitativ hochwertige und gut zu vermietende Immobilien zu finden. Sonja Knorr, Analystin bei Scope Ratings: „Aufgrund teilweise überhitzter Core-Immobilienmärkte investieren Fonds verstärkt in den eigenen Bestand, in B-Standorte und in Projektentwicklungen.“

Mehr Qualität gefordert

Als Core-Immobilien bezeichnen Fachleute Immobilien in sehr guten Lagen, die langfristig an solvente Mieter vergeben sind. Dazu zählen zum Beispiel Luxus-Einkaufsmeilen in Großstädten. Doch die Zahl dieser Top-Immobilien ist begrenzt. Daher weichen Fondsmanager häufig in Mittelstädte aus, die aktuell immer stärker vom Immobilienboom profitieren. Mieter verlangen zunehmend besondere Qualitätsmerkmale. Dazu zählt unter anderem die Nachhaltigkeit von Gebäuden. Mit der kann zum Beispiel der WestInvest InterSelect punkten. Der Fonds wurde von Scope bereits im Jahr 2013 als Immobilienfonds mit den meisten zertifizierten nachhaltigen Gebäuden im Portfolio ausgezeichnet. Entscheidend für den Erfolg von Immobilienfonds sind die Standorte der Fonds immobilien sowie der Portfolio-Mix. So investiert der Fonds Grundbesitz Europa der Kapitalanlagegesellschaft Deutsche Asset & Wealth Management seit mehr als vier Jahrzehnten in ausgewählte europäische Immobilien. Derzeit setzt er vor allem auf Objekte in Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Alternative Aktien

Einen anderen Investmentansatz verfolgt der Fonds Ve-RI Listed Real Estate der Fondsgesellschaft Veritas. Anstatt in bestimmte Immobilien investiert der Fonds in REITs. Dies sind Immobilienunternehmen, deren Aktien an der Börse gelistet sind. Hauke Hess, Geschäftsführer bei Veritas Investment, sagt: „Eine derart breite Diversifikation mit so vielen Immobilien kann ein Privatanleger mit direkten Einzelinvestments niemals darstellen. Diese Art des indirekten Immobilieninvestments mit breiter Diversifizierung reduziert das Anlagerisiko hinsichtlich der einzelnen Objekte, bezüglich der einzelnen Aktien im Fonds und im Hinblick auf regionale Gegebenheiten.“ Ähnliche Vorteile bieten auch Zertifikate, die einen Immobilienindex als Basiswert aufweisen (siehe Tabelle). Die Wertentwicklung etwa der Immobilienzertifikate der Hypovereinsbank und von Vontobel zeigt, dass sie mit anderen Immobilienanlagen durchaus mithalten können.

Immobilien: Objekte der Begierde

Das interessiert andere Leser

  • Gerlinde Baumer - Partnerin der omegaconsulting GmbH
    Der Faktor Mensch

    Bei der Unternehmensnachfolge spielen nicht nur Zahlen eine Rolle, sondern auch der Faktor Mensch. Drei Beispiele zeigen, worauf es ankommt.

  • Finanzierung ohne Bank
    Roadshow im Rückspiegel

    Die Roadshow „Innovative Finanzierungslösungen für mittelständische Unternehmen“ war ein voller Erfolg. Ein Rückblick.

  • Ihr Flug! - Selbstwahrnehmung im Flugsimulator schärfen
    Ihr Flug! - Selbstwahrnehmung im Flugsimulator schärfen

    Im Flugsimulator einer Boeing 737 erfahren Führungskräfte, warum Selbstwahrnehmung ebenso wichtig ist, wie klare Aussagen zu treffen und Fehler zugeben zu können.

  • Den Unternehmensverkauf gut planen
    Den Unternehmensverkauf gut planen und richtig umsetzen

    Es ist unter Unternehmern allgemein bekannt, dass zwischen 2014 und 2018 in Deutschland ca. 80.000 – 120.000 Unternehmen zum Verkauf stehen, meist aufgrund einer nicht vorhandenen Unternehmensnachfolge.

  • Den Erfolg atmen -  Sri Sri Ravi Shankar über Entspannungstechnik
    Den Erfolg atmen - Sri Sri Ravi Shankar über Entspannungstechnik

    Meditation entspannt und stärkt das Selbsbewusstsein. Wer sie konsequent praktiziert, kann Berge versetzen – sagt Meditationslehrer Sri Sri Ravi Shankar. Seine Erfolge sprechen für sich.

  • Pickawood Crowdinvesting
    Was wurde eigentlich aus ...

    ... Pickawood? Vor einem Jahr sammelte der Online-Möbelshop 250.000 Euro über die Deutsche Unternehmerbörse DUB.de ein. Heute zählt es zu den wachstumsstärksten Startups Europas.

  • Endlich Spaß - So hilft Outfittery Männern beim Shoppen
    Hier shoppt Mann gern

    Klamotten zu kaufen macht Männern so viel Spaß wie die Toilette zu putzen. Im Schnitt tun sie es nur zwei Mal pro Jahr. Doch es gibt Abhilfe: Curated Shopping.

  • Neue Quellen erschließen
    Kapital ohne Kredit

    Darlehen sind derzeit besonders günstig, aber längst nicht jedes Unternehmen bekommt eins. Hier werden die besten Alternativen erklärt.

  • „Kenne deinen Kunden“ - Eckhard Geulen über Risikomanagement
    Wenn die Bänder stillstehen

    Zahlungs- und Produktionsausfälle sind Gift für das Unternehmen. Wie Big Data helfen kann, solche existenziellen Risiken zu verhindern.

  • „Die letzten fünf Prozent herauskitzeln“
    Startrainer im Interview

    Jürgen Klopp verrät, wie er die letzten fünf Prozent Leistung aus seiner Mannschaft herauskitzelt – und warum das Gehalt nicht alles ist.

  • Im Fokus - Die neuen Senioren als Zielgruppe
    Das Geheimnis der Best Ager

    Die Generation 50 plus ist kaufkräftig und technikaffin. Trotzdem gelingt es nur wenigen Unternehmen, diese Zielgruppe erfolgreich anzusprechen.

  • Raus aus dem Raster
    Raus aus dem Raster

    Ungezwungene Mitarbeiter-Events wie Hackathons und Barcamps bringen oft frische Ideen.

  • Ihr Porträt
    Aktive Unternehmenssuche

    Wenn attraktive Unternehmen bei DUB.de verkauft werden, stehen die Käufer Schlange. So erhöhen Sie Ihre Kaufchance.

  • Raus aus der Komfortzone
    Raus aus der Komfortzone

    Vertriebsexperte Dirk Kreuter sagt, wie Verkäufer in der digitalen Welt überleben.

  • Jetzt testen: Der WirtschaftsWoche Digitalpass

    1 Pass – 5 Produkte. Inklusive BörsenWoche, der wöchentliche Finanzbrief der WirtschaftsWoche für Privatanleger. Jetzt 4 Wochen gratis.

  • Struktur braucht Zeit - Dietmar Beiersdorfer zum HSV-Umbau
    Struktur braucht Zeit - Dietmar Beiersdorfer zum HSV-Umbau

    Dietmar Beiersdorfer hat eine Vision: die arg gebeutelte Traditionsmarke HSV zukunftsfähig aufzustellen. Über den langen Restrukturierungsprozess, kurzfristige Erfolge und neue Spielregeln.

  • Das Kreditgespräch gedanklich vorbereiten
    Das Kreditgespräch gedanklich vorbereiten

    Wie Firmenchefs ihrem Banker offen und plausibel ihre Zukunftsfähigkeit darlegen können.

  • Ob Betriebsablauf, Arbeitsschutz oder Produktqualität – als Leitungsorgan der Gesellschaft tragen GmbH-Geschäftsführer viel Verantwortung.
    Haftungsrisiken minimieren

    Ob Betriebsablauf, Arbeitsschutz oder Produktqualität – als Leitungsorgan der Gesellschaft tragen GmbH-Geschäftsführer viel Verantwortung.

  • Niederlagen nutzen
    Niederlagen nutzen

    Im Exklusivinterview mit dem DUB UNTERNEHMER-Magazin verrät Wladimir Klitschko, warum er für die Niederlage dankbar ist und wie er seine Karriere als Dozent gestaltet.

  • Besser streiten
    Besser streiten

    Konflikte können Geschäftsbeziehungen nachhaltig beschädigen. Ein Rechtsanwalt erklärt, wie Mediation besonders in Franchise-Systemen zu besseren Lösungen führt.

  • Mahnung für Maas
    Mahnung für Maas

    Die EU-Kommission fordert, das Insolvenzrecht zu vereinheitlichen – doch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zaudert. Warum es Zeit zu handeln ist.

  • Bio, Burger, Balkongarten
    Bio, Burger, Balkongarten

    Immer mehr Kunden legen Wert auf Bio-Produkte statt Erzeugnisse aus Massentierhaltungen. Fünf der wichtigsten Ernährungstrends im Überblick.

  • Interview mit Martina Koederitz (IBM)
    Watson spricht bayrisch

    Iron Man hat Jarvis, IBM hat Watson. Das intelligente Computersystem ist aber kein Science Fiction. Watson soll aus der Datenflut lernen.

  • Vom Sattel in den Job - Mentoring und Praktika für Top-Sportler
    Die Spitzenkräfte von morgen

    Top-Athleten haben kaum Zeit, sich auf das Leben nach der Sportkarriere vorzubereiten. Mentoring-Programme und die DUB Praktikantenbörse unterstützen sie auf ihrem Weg in den Beruf.

  • Last minute für Feinschmecker
    Last minute für Feinschmecker

    Zwei Ex-Google-Mitarbeiter wollen mit ihrem Start-up Table4You die Gastronomie-Szene in Deutschland aufmischen.

  • asant verändert die digitale Transformation Wirtschaft und Gesellschaft. Die CeBIT 2016 zeigt, was die Zukunft bringt.
    Humanismus auf der CeBIT

    Auf der CeBIT 2016 stehen der Mensch und sein Einfluss auf eine digitale Wirtschaft und Gesellschaft im Mittelpunkt. Ein Blick auf die wichtigsten Trends.

  • Fördern und vorleben
    Der Transformation vorangehen

    Beim DUB-Talk beschrieben drei Entscheider, wie sie die Digitalisierung in ihrer Firma umsetzen. Dabei entdeckten sie an ihren Firmen ganz neue Seiten.

  • Sei dein eigener Regisseur

    Keine Lust mehr auf die alte Firma? Worauf Führungskräfte bei beruflichen Veränderungen achten müssen, sagt Coach Claudia Michalski.

  • Rotes Tuch Digitalisierung
    Rotes Tuch Digitalisierung

    Zu teuer, zu komplex, zu wenig Personal: Das Thema Industrie 4.0 wird von der Mehrheit der Mittelständler kritisch gesehen.

  • Friedman schlägt Schumpeter
    Kampf der Top-Ökonomen

    Werden in Krisen innovative Unternehmen geboren? Die Theorie von Schumpeter sagt ja, die von Friedman nein. Wer hat Recht?

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick