Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 
Flottenmanagement

Knifflige Entscheidungen

Kaufen, leasen, finanzieren, mieten? Vor dieser Frage steht jedes Unternehmen, ganz gleich welcher Art und Größe, wenn es um die Anschaffung von Dienst-, Fuhrpark- oder Firmenwagen geht.
Tendenz steigend: Immer mehr Firmen leasen ihren Fuhrpark und schonen so ihre Liquidität

Um es gleich vorwegzunehmen: Die wenigsten Geschäftsleute kaufen ein Auto. Gilt doch unter Unternehmern die Maxime, möglichst wenig Kapital zu binden und, so gut es geht, flexibel zu bleiben. Die Alternative zum Kauf stellt klar das Leasing dar.

Das gilt in besonderem Maße im Nutzfahrzeug Geschäft. Immer häufiger wählen Firmen und Flottenkunden diesen Weg. Der Leasing-Fahrzeugmarkt befindet sich weiter im Aufwind. „Im ersten Halbjahr 2016 wuchs das Neugeschäft der Branche in diesem Segment um fast 13 Prozent“, sagt Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmer. Grundsätzlich gilt: Je größer der Fuhrpark, desto häufiger leasen die Unternehmen.

Leasing ist aus dem Wirtschaftsalltag nicht mehr wegzudenken. Die Gründe sind offensichtlich. Leasing schont die Liquidität, die Kreditlinie der Bank bleibt erhalten, und andere Investitionen sind trotz geringen Budgets möglich. Die Kosten für den Fuhrpark sind genau kalkulierbar. Die Fahrzeugflotte bleibt technisch auf dem neuesten Stand. Zudem können Leasingraten als Betriebsausgaben in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden.

Das Nutzfahrzeug-Segment gehört zu den am härtesten umkämpften im Automobilgeschäft. Der Wettbewerb ist groß, der Kostendruck potenzieller Käufer immens. Entsprechend wird um Kunden gebuhlt. Neben Rabattierungen und individuellen Servicelösungen bieten Händler immer häufiger auch maßgeschneidertes Leasing an.

Weit verbreitet ist mittlerweile, in den Leasingvertrag eine Servicekomponente mit aufzunehmen. Damit sind Wartungsarbeiten und Verschleißreparaturen am Leasingfahrzeug durch eine gleichbleibende monatliche Rate abgedeckt. Der Kunde hat dadurch eine sichere Kalkulationsbasis, er minimiert das Risiko unerwarteter Reparaturkosten und fährt jederzeit ein technisch verlässliches Auto. Meist gilt dieser Service über die gesamte Vertragslaufzeit und ist unabhängig von Preissteigerungen.

Die wohl höchste Flexibilität in Sachen Nutzfahrzeug-Finanzierung bietet das Tochterunternehmen der Daimler Financial Services AG, die Mercedes-Benz Bank, seinen Kunden an: die Saisonratenfinanzierung. Denn auch Wetter und Jahreszeiten können die Auftragslage beeinflussen. „Mit der Saisonratenfinanzierung kann der Kunde die Höhe seiner Raten mit Vertragsabschluss an seinen individuellen Geschäftsverlauf anpassen und schafft sich so finanziellen Spielraum“, sagt Michael Kanzleiter, Leiter Vertrieb Mercedes-Benz Bank Deutschland.

MANCHMAL IST MIETEN BESSER ALS LEASEN

Doch nicht jeder Unternehmer will leasen. Manche bevorzugen die Finanzierung, weil sie die Kontrolle nicht aus der Hand geben wollen oder die Fahrzeuge länger nutzen, als die Standard-Leasingverträge laufen. Darüber hinaus sind Leasingzinsen in der Regel höher als bei einem Darlehen. Manchmal spielen aber auch ganz einfach persönliche Präferenzen eine Rolle.

Die Finanzierungskosten der Fahrzeugflotte hängen hauptsächlich von zwei Fragen ab, die sich der Unternehmer stellen sollte: Zu welcher Rendite könnte das bereits vorhandene Kapital alternativ investiert werden? Zu welchen Konditionen kann ein Bankdarlehen aufgenommen werden? Letzteres lohnt nur, wenn das Finanzierungsangebot der Bank des Fahrzeugherstellers teurer ist als der Unternehmerkredit. Für den Firmenwagenkauf spricht auf jeden Fall, dass der oder die Wagen jederzeit wieder verkauft werden können und man flexibel bleibt, falls die Belegschaft schrumpft oder sich die Auftragslage ändert. Zudem ist eine vorzeitige Auflösung von Leasingverträgen oft recht teuer.

Eine besondere Art der Geldvergabe haben sich manche Autohersteller mit der mehrphasigen Finanzierung einfallen lassen. Der Käufer zahlt zu Vertragsbeginn 50 Prozent des Bruttokaufpreises, während der Laufzeit eine Minirate von lediglich einem Euro im Monat und den Restbetrag erst nach einem Jahr. Damit spart er nicht nur ein Jahr lang wertvolle liquide Mittel ein, sondern auch Zinsen. Darüber hinaus lässt sich die Kilometerlaufleistung frei wählen. Am Ende entscheidet dann der Kunde, ob er sein Fahrzeug behalten will, zum garantierten Restwert an den Händler zurückgeben oder frei verkaufen möchte.

DER FAHRZEUGKAUF BLEIBT DIE AUSNAHME

Es gibt auch Konstellationen, bei denen sich weder Leasing noch Finanzierung rechnen, sondern das Mieten sinnvoll ist. Beim Mieten bleibt der Vermieter Eigentümer und Halter, der Kunde zahlt nur für die Nutzung, muss allerdings für Schäden am Auto im Rahmen der Selbstbeteiligung aufkommen. Es sind vor allem die renommierten Autovermieter wie Sixt, Avis und Europcar, die Langzeitmiete in ihrem Portfolio führen. Meist liegt die Mindestlaufzeit bei einem Monat.

Doch auch die Autohersteller mischen mitunter fleißig mit, um den Kunden bei der Marke zu halten. Als recht unkompliziert hat sich die Kurzzeitmiete erwiesen. Sie dient meist zur Überbrückung von Wartezeiten, bei Kapazitätsengpässen oder bei befristeten Aufträgen.

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • 13.03./14.03.2018 | Global InsurTech Roadshow (GIR18)

    Frankfurt | Erstmals kommen internationale Startups, Insurtechs, Versicherer, Investoren und Service Provider zu Pitch und Erfahrungsaustausch zusammen.

  • Master Franchise International

    Lesen Sie hier mehr über internationales Franchising und die Vergabe von Masterlizenzen.

  • Franchise Expo18 Logo
    Save the date - Franchise Expo18 im September in Frankfurt

    Die Franchise Expo18 bringt vom 27. bis zum 29.09.2018 über 100 internationale Aussteller auf das Messegelände in Frankfurt und bietet Informationsmöglichkeiten und spannende Workshops rund um Franchising.

  • Franchisegründungen und Beteiligungskapital

    Worin unterscheiden sich Business Angels und Venture Capital? In welcher Phase ist welche Art von Beteiligungskapital die richtige? Und was passiert beim Exit? Ein Experte klärt auf.

  • Gemeinsam wachsen

    Nicht nur in der Gastronomie expandieren Unternehmen mithilfe von Franchisenehmern. Auch im Handel, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich ist diese Vertriebsform weit verbreitet.

  • Ziele und Sorgen der nächsten Unternehmergeneration

    Gestalten statt verwalten: Die nächste Generation der Unternehmer will nicht nur das Erbe fortführen, sondern die Digitalisierung vorantreiben, zeigt eine aktuelle Umfrage.

  • Forschungsprojekt zur Unternehmensnachfolge

    Bei der Übergabe stehen meist die aktuellen Probleme im Mittelpunkt, Pläne für die Zukunft kommen zu kurz. Ein Forschungsprojekt der Universität Bremen will das mit einer neuartigen Methode ändern.

  • Mama startet durch

    Als Mutter erfolgreich im Job zu sein, ist in Deutschland oft nicht leicht. Die Erfolgsgeschichten zweier Start-up-Gründerinnen zeigen, wie es dennoch geht.

  • Folge-Wirkung

    Wer übernimmt das Unternehmen? Ein Familienmitglied oder doch jemand Externes? Rechtsanwalt Dr. Daniel Mundhenke über eine der entscheidenden Fragen bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

  • Familienunternehmen erwärmen sich für einen Einstieg von Private-Equity

    Beteiligungsgesellschaften waren lange ein rotes Tuch für deutsche Familienunternehmen. Nun findet ein Umdenken statt – auch getrieben durch fehlende Optionen.

  • So läuft eine Due Diligence ab

    Steuernachforderungen, hohe Abfindungssumme, verzwickte Kundenbeziehungen: Risiken bei einem Unternehmenskauf gibt es viele. Eine Due Diligence ist deshalb zwingend erforderlich.

  • Beiräte in Franchisesystemen

    Wie wird ein Beirat organisiert? Was sind die Aufgaben und die Arbeitsweise? Und welche positiven und negativen Aspekte gibt es? Erfahren Sie mehr über Beiräte in Franchisesystemen.

  • Starke Motivation

    Das Nahziel von Bobfahrer Thorsten Margis und Rennrodler Julian von Schleinitz (Foto) ist die erfolgreiche Teilnahme bei Olympia 2018. Ihre Fernziele: Mastertitel und Promotion an der Hochschule.

  • Smarter leben

    Neue Technologien machen die eigenen vier Wände intelligent. Arne Sextro, Smart-Home-Experte bei EWE, über Chancen und Möglichkeiten ferngesteuerter Haustechnik.

  • Falsche Vorstellung

    Die Berater von Project Partners sind Spezialisten für die Umsetzung der Blockchain. Wie sich ein Unternehmen der Technologie öffnen kann, erfahren Sie im Interview.

  • Seit 2012 Blockchain-User

    Estland ist digital ganz vorn dabei. Riina Leminsky, Leiterin der Wirtschaftsförderung Estlands in Deutschland, über erste Anwendungen der Technologie.

  • Bessere Entscheidungen

    Über 600 Millionen Euro an ausgezahlten Krediten – auxmoney ist ein führender Kreditmarktplatz in Kontinentaleuropa. CEO Raffael Johnen über die Digitalisierung des Kreditmarkts.

  • Erfolgsrezept: Loslassen lernen

    Ein pragmatischer Ansatz zur Umsetzung eines Nachfolgeprojektes bei einem Mittelstandsunternehmen in der metallverarbeitenden Industrie.

  • Unternehmensbewertung: Das müssen Sie beachten!

    Unternehmen zu bewerten ist alles andere als trivial. Es kommen verschiedene Methoden infrage. Wie sich ein Preis für ein Unternehmen ermitteln lässt, zeigt unsere Übersicht.

  • 20 Tipps für die Selbstständigkeit

    Befreit von Hierarchien Ideen umzusetzen, ohne sich absprechen zu müssen – das sind nur einige der Vorteile. Doch viele unterschätzen den Aufwand und die neue Verantwortung.

  • Deutsche Unternehmen zögerlich beim Kauf von Startups

    Um im Wettbewerb zu bestehen, brauchen Unternehmen Innovationen. Startups zu übernehmen, ist aber nicht an der Tagesordnung.

  • Das sind die wichtigsten Kommunikationsregeln bei einer M&A Transaktion

    Wenn eine Firma die andere kauft, dann kann viel schiefgehen. Eine laienhafte Kommunikation ist eine große Gefahr für eine M&A Transaktion.

  • Wie läuft die Systemintegration ab?

    Eine Hauptleistungspflicht des Franchisegebers ist es, den Franchisenehmer in das Franchisesystem zu integrieren. Erfahren Sie mehr über den Ablauf und die Inhalte der Systemintegration.

  • Stressfrei studieren

    Studieren gleicht einem Fulltime-Job. Klausuren, Hausarbeiten und knappe Deadlines treiben den Adrenalinspiegel deutlich in die Höhe. Was dagegen hilft.

  • CEO-Interview: Dynamischer Prozess

    Künstliche Intelligenz avanciert zum Treiber des digitalen Wandels. Im DUB UNTERNEHMER-Magazin geben CEOs und führende Manager exklusive Einblicke in die Transformationsprozesse ihrer Unternehmen.

  • Jung, begabt, sucht ...

    ... findet und kauft Firma: Ein neues Modell aus den USA bringt Käufer und Verkäufer elegant zusammen.

  • So sieht eine ideale Digital Due Diligence aus

    Ob ein Unternehmen fit für die digitale Zukunft ist, lässt sich mit der Digital Due Diligence überprüfen. Ein Teil davon ist die IT Due Diligence.

  • Welches Konzept passt zu mir?

    Ein Franchisesystem, das universeller Erfolgsgarant für jedermann ist, gibt es nicht. Das Konzept sollte Ihnen ein solides Einkommen bieten - da ist sorgfältiges Selektieren angesagt.

  • Judoka ist „Sport-Stipendiat des Jahres 2017“

    Theresa Stoll, EM-Zweite und Medizin-Studentin, ist „Sport-Stipendiat des Jahrs 2017“– eine Auszeichnung von Deutscher Bank und Deutscher Sporthilfe.

  • Leasing: Tipps für Gewerbetreibende

    Bei Firmenwagen ist Leasing weit verbreitet. Worauf Unternehmer im Kleingedruckten achten müssen und welche Alternativen es gibt.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick