Angriff aufs Irrationale

Amazon bleibt brandgefährlich für den Lebensmittelhandel

The Four: Ab sofort im Handel
The Four: Ab sofort im Handel (Foto: PR)

Abgesehen von Google sehen Sie Alphabets Unternehmungen als PR-Stunts. Warum denken Sie, dass sich Waymo nicht beim autonomen Auto durchsetzt?

Galloway: Ich glaube, für viele Tech- und Venture Capital-Firmen wird das autonome Fahren zu einem extrem verlustreichen Unterfangen werden. Die Autoindustrie ist meiner Meinung nach grundsolide. Eine Mercedes S-Klasse kostet heute inflationsbereinigt weniger als vor 20 Jahren und das Auto ist doch viel besser geworden. Tesla könnte eine Chance auf dem Markt für autonome Fahrzeuge haben, aber wenn ich in der Techbranche wäre, würde ich die Finger von der Autoindustrie lassen. Abgesehen davon, das passende Betriebssystem für die Fahrzeuge zu liefern.  

Denken Sie Amazon ist nach wie vor eine Gefahr für den Lebensmittelhandel?

Galloway: Die Akquisition der amerikanischen Premium-Supermarktkette Whole Foods hat Amazon zum viertgrößten Lebensmittelhändler in den USA gemacht. Das Unternehmen aus Seattle hat bereits seine operativen und finanziellen Vorteile ausgespielt, um die Preise bei Whole Foods für eine größere Kundschaft erschwinglich zu machen. Bereits für 45 Prozent der US-Bevölkerung hatte Amazon Lagerhäuser in einer Entfernung von 32 Kilometern. Mit dem Whole-Foods-Kauf hat das Unternehmen 470 Lager dazugewonnen, inklusive neuer Präsenzen in 32 US-Bundesstaaten. Der E-Commerce-Gigant kann seine Lebensmittelangebote mit seinen Prime-Angeboten kombinieren. Wenn Amazon Go ein Erfolg wird, lässt der Sektor weiter Federn.

Wird es einen fünften Reiter geben?

Galloway: Geht es um die Techbranche, ist der eigentliche fünfte Reiter bereits da: Microsoft. Es ist das zweitgrößte Tech- und Internetunternehmen der USA, direkt hinter Apple. Ich rede nicht so oft über Microsoft, weil ich es als B2B-Unternehmen sehe. Im Geschäftskundenbereich geht es eher um die rationale Seite. Geht es um die Zukunft der Reiter, gibt es andere Kandidaten. Eventuell Spotify. Die wertvollsten Marken des 20. Jahrhunderts hatten meist eine Immobilienbasis: Sears, Walmart, die Yankees und Stanford. Die Dinge haben sich geändert, aber nicht sonderlich. Die wertvollsten Marken dieses Jahrhunderts haben ebenfalls Immobilienbasis. Die Icons auf dem Startbildschirm Ihres Smartphones gehören den wertvollsten Firmen der Welt. Spotify hat den zweitbesten Platz im Einkaufszentrum, gleich neben dem Apple Store. Wenn die Spotify-App auch nicht unter den meist benutzten Apps rangiert, so ist sie doch auf dem Startbildschirm der meisten Apple-User. Die Musik-Plattform hat 170 Millionen User. 75 Millionen haben einen kostenpflichtigen Premiumaccount.  Der Umsatz im zweiten Quartal 2018 wuchs um eine Milliarde, das sind 37 Prozent. 36 Prozent der weltweiten Nutzer von kostenpflichtigen Musikangeboten entfallen auf Spotify.

Teil 1: „Amazon wird das Rennen um eine Billion Marktkapitalisierung gewinnen„

Teil 2: „Apple produziert ein Hochpreisprodukt zu den Kosten eines Discounters”

Teil 3: Amazon bleibt brandgefährlich für den Lebensmittelhandel

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