Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

IHR FLUG!

Lenken lernen: Im Flugsimulator einer Boeing 737 erfahren Führungskräfte, warum Selbstwahrnehmung ebenso wichtig ist, wie klare Aussagen zu treffen und Fehler zugeben zu können.

Bereits nach fünf Minuten hatte Lars Bobach vergessen, dass es nur ein Simulator war. Er musste keine echte Boeing 737 mithilfe des Copiloten zur Landung bringen. „Es hat mich stark beeindruckt, in welcher Intensität wir gearbeitet und Entscheidungen getroffen haben“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter. Er hatte gerade das Coachingseminar „You Have Control“ besucht, bei dem Führungskräfte in einem Flugsimulator etwas über sich und ihre Teamfähigkeit und Führungsqualitäten lernen.

STRESS GEHÖRT ZUM PROGRAMM

Veranstalter dieser Seminare ist Heinz Leuters. Mit 50 Jahren hat er sich vom Managerleben verabschiedet und mit Leuters Consulting selbstständig gemacht. Seitdem ist für den gelernten Piloten, der mit Fliegen sein Studium finanzierte, das Cockpit nicht nur Leidenschaft, sondern auch Beruf. Der Führungskräftecoach veranstaltet Seminare, bei denen er als Copilot mit seinen Teilnehmern im Flugsimulator sitzt. Nach der Ansage „You Have Control!“ setzen sie zum Landeanflug an.

„Es geht darum, unter hoher Anspannung schnelle Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und mit komplexen Aufgaben umgehen zu können“, sagt Leuters. Dies sei die Parallele zwischen Fliegen und Führen. Denn genau diese Kompetenzen befähigen dazu, gemeinsam Ziele zu erreichen. Für die Teilnehmer ist der Landeanflug eine ausgesprochene Stresssituation. Sie lernen in kurzer Zeit die Armaturen zu bedienen und müssen große Verantwortung übernehmen. Im engen Cockpit herrscht hohe Emotionalität, und vieles läuft schief. „Das ist so gewollt“, sagt Leuters. Schließlich kann der Teilnehmer stets entscheiden, die Kontrolle an den Copiloten zurückzugeben, wenn es der Sicherheit dient. Wichtige Voraussetzung dafür ist ein ehrlicher Austausch mit dem Copiloten.

Von der Möglichkeit, das Kommando wieder abzugeben, hatte auch Bobach Gebrauch gemacht. Was ihm dabei deutlich geworden ist: „Wenn etwas nicht klappt und man scheitert, wird einem mehr über sich klar, als wenn alles glattgeht.“ Unter Anspannung sollen die Teilnehmer etwas über sich und ihr Menschenbild lernen und dabei erfahren, was sie motiviert und was nicht. Leuters: „Und sie lernen einige sehr wichtige Eigenschaften von Führungskräften kennen: Authentizität, gute Selbstwahrnehmung, Empathie und die Fähigkeit, Fehler zugeben zu können.“ Hätte etwa Bobach Letzteres nicht besessen und die Kontrolle nicht an den Copiloten abgegeben, dann hätte er möglicherweise eine Bruchlandung hingelegt – und damit eine ganze Flugzeugbesatzung in Gefahr gebracht. Als den wichtigsten Teil des Seminars bezeichnet der Coach das Nachgespräch. Dann kann der Teilnehmer reflktieren, warum er welche Entscheidungen getroffen hat.

UNTERNEHMER SIND GELASSENER

Im Simulator reagieren Teilnehmer unterschiedlich. Während sich Männer leichter auf die Technik einlassen können, dafür aber gern mal den Macho markieren, seien Frauen im Cockpit zwar zurückhaltender, dafür aber aufmerksamer. Auch zwischen Unternehmern und Managern hat Leuters schon Unterschiede bemerkt. „Manager, die nur Geschäftsführer sind, verspüren oft einen höheren Leistungsdruck als Geschäftsinhaber. Diese strahlen mehr Ruhe aus und freuen sich eher über das Erlebnis.“ Das seien jedoch nur singuläre Beobachtungen, keine wissenschaftliche Erkenntnis.

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

  1. Zentrale Eigenschaften von Führungskräften sind Authentizität, gute Selbstwahrnehmung und die Fähigkeit, Fehler zugeben zu können.
  2. Unter Stress wie im Flugsimulator lernen die Teilnehmer am meisten über sich.

Mehr unter youhavecontrol.de

ÜBERNEHMEN SIE!

Mittlerweile gibt es mehrere Anbieter, die Führungskräfte in einem Flugsimulator schulen.

  1. Heinz Leuters’ Unternehmen residiert in Münster.
  2. In Nürnberg bieten der Führungstrainer Jürgen Zirbik und der Pilot Helmuth Lage ihr Coaching an: zirbik-business-coaching.de.
  3. Eher Event-Charakter hat yourcockpit.de in Köln und Hamburg sowie flgsim4U.de in Karlsruhe.

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Wie Unternehmen von der Zusammenarbeit mit Hochschulen profitieren
    Fleißig wie die Bienen

    Die erfolgreiche Kooperation zwischen einer Hochschule und Firmen zeigt, was Unternehmen von Bienen und Ameisen lernen können.

  • Wie Wladimir Klitschko Probleme ausknockt
    Wie Wladimir Klitschko Probleme ausknockt

    Boxchampion und Entrepreneur Wladimir Klitschko erklärt, wie Unternehmer mit Problemen richtig umgehen.

  • Digitalisierung für Unternehmen
    Digitalisierungs-Europameister

    Hat Deutschland bei der Digitalisierung den Anschluss verpasst? Mitnichten! Kleine und mittelgroße Unternehmen haben in Europa sogar die Nase vorn.

  • Fusionskontrolle - Gibt es ein Risiko zu großer Marktmacht durch Unternehmenskäufe?
    Mit Kanonen auf Start-Ups

    Zwischen Wirtschaftsminister Gabriel und Start-up-Verbänden tobt ein Streit um die Fusionskontrolle.

  • Franchise-System: Wachstum mit Marke und Konzept
    Beziehungsstress im Franchising

    Vertrauen ist die Grundlage aller Beziehungen – nicht zuletzt von geschäftlichen. Doch beim Franchising wird es häufig auf eine harte Probe gestellt.

  • „Profi allein kann nicht das Ziel sein“
    Göttliche Erfolgsfaktoren

    Kult und Kommerz müssen kein Widerspruch sein. Wie dass geht, zeigt Oke Göttlich, Präsident des Fußballklubs FC St. Pauli.

  • Heatmap Europe
    Wo die Talente wohnen

    Entrepreneure gründen dort, wo auch die Talente wohnen - und zwar in Berlin, London oder Amsterdam.

  • Es geht auch ohne Kredit
    Es geht auch ohne Kredit

    Banken werden kritischer bei der Bonitätsprüfung, wie eine Umfrage zeigt. Mit diesen zwölf Tipps sichern Sie sich Ihre Finanzierung.

  • Zur Erforderlichkeit und Methodik der Bewertung Ihres Unternehmens
    Was ist meine Firma wert?

    Verkauf, Erbschaft, Finanzierungen – Anlässe, den Wert der eigenen Firma zu ermitteln, gibt es reichlich. Die vier wichtigsten Berechnungsmethoden im Überblick.

  • Deutschlands Firmen haben ein Nachfolgeproblem
    Chefs händeringend gesucht

    Deutschlands Unternehmen stehen vor einem gewaltigen Nachfolgeproblem. Wie virulent die Krise ist, zeigen aktuelle Zahlen der KfW-Bankengruppe.

  • Drei Top-Start-ups der FU Berlin
    Drei Top-Start-ups der FU Berlin

    Drei junge Unternehmen aus der Hauptstadt verraten, wie ihnen die Uni unter die Arme gegriffen hat und welche Tipps sie für angehende Entrepreneure parat haben.

  • Das Berater-ABC
    Das Berater-ABC

    Banker, Juristen, Transaktionsberater, Unternehmensberater – Spezialisten für den Mittelstand gibt es reichlich. Wann brauche ich wen?

  • Mensch 4.0
    Kollege Roboter

    Kein Computer hat das Bewusstsein eines Menschen – noch nicht. Aber in wenigen Jahrzehnten dürfte es laut Experten so weit sein. Und dann?

  • Bärenstarke Starthilfe der Hauptstadt

    Profund Innovation, der Inkubator der FU Berlin, hilft gründungswilligen Studenten auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Porträts dreier starker Kandidaten aus der Start-up-Schmiede.

  • Wenn nach dem Kind das Start-up kommt
    Mama managt das

    Sie sind jung, sie sind erfolgreich, sie sind Mütter: Deutschlands Mompreneure setzen Milliarden um. Wie machen die das?

  • Verkaufen leicht gemacht
    Verkaufen leicht gemacht

    Der Bundesverband M&A hat Standards für den Verkauf eines Unternehmens entwickelt, die den Prozess erheblich vereinfachen.

  • Firmeninhaber verstirbt plötzlich – was tun?
    Risiko Familienunternehmer

    Bei ihnen laufen alle Fäden zusammen: Familienunternehmer sind unersetzlich. Und genau das kann einer Firma zum Verhängnis werden.

  • Visionäre im Visier
    Reise zu den Digital-Mekkas

    Texas, Vancouver, Hamburg: Die DUB-Redaktion und XING-Gründer Lars Hinrichs haben sich auf Pilgerfahrt begeben und berichten von den neuesten Trends.

  • Top-Noten für Franchising

    Eine neue Befragung zeigt: 85 Prozent der Franchisenehmer würden es wieder tun. Trotzdem gibt es noch Luft nach oben.

  • Unternehmen suchen verstärkt Chefs außerhalb ihrer Grenzen
    Verwaiste Chefsessel

    Zehntausende Unternehmen haben keinen Nachfolger. Doch der Mittelstand tut sich weiter schwer mit Managern von außen.

  • Aus alt mach neu
    Tortenschlacht

    Mit dem Tod des Firmenpatriarchen Aloys Coppenrath 2013 schlingerte Coppenrath & Wiese in eine Führungskrise. Was Firmenchefs besser machen können.

  • Helden von morgen
    Helden von morgen

    Start-ups brauchen Ideen, Kapital – und Rat. Heute fördern viele Hochschulen Gründer während der schwierigen Anfangsphase. DUB stellt die besten Gründungen von fünf Top-Hochschulen vor.

  • Wie Unternehmen durch CVC innovativer werden
    Dem Tod von der Schippe springen

    Experten rechnen damit, dass die meisten heute etablierten Firmen ihren 50. Geburtstag nicht erleben werden. Aber es gibt Abhilfe.

  • Moritz Fürste (Hockeyspieler)
    Erst Rio, dann Vollzeit

    Hockeystar Moritz Fürste über Olympia und seine Karriere im Sportmarketing. Plus: Wie die Praktikantenbörse Top-Athleten und Unternehmer zusammenbringt.

  • Darum wachsen Gazellen-Unternehmen so schnell
    Das Geheimnis der Gazellen

    Gazellenunternehmen werden Firmen genannt, die extrem schnell wachsen. Eine Studie ist ihrem Erfolgsgeheimnis auf den Grund gegangen

  • Lea-Sophie Cramer von Amorelie
    Berliner Fräuleinwunder

    Sie gilt als einer der erfolgreichsten Gründer Deutschlands, ist Business Angel und Mutter: Lea-Sophie Cramer. Ein Interview.

  • Investoren aus dem Ausland
    Die Chinesen kommen

    Kuka ist kein Einzelfall: Bei deutschen Unternehmen stehen chinesische Käufer Schlange. Doch was passiert nach der Übernahme?

  • Mentalitätswandel unter Deutschlands Firmeninhabern
    Blut ist dünner als Wasser

    Statt den eigenen Nachwuchs auf den Chefsessel zu setzen, greifen Familienunternehmen immer häufiger auf Fremdmanager zurück.

  • Franchise-Spezial
    Franchise-Spezial: Mit starken Marken unterwegs

    Wie Franchising zu einem Win-win-Konzept wird: ein Ein- und Ausblick.

  • Franchise Spezial: Partner gesucht
    Partner gesucht

    Die Zahl der Franchisegründer in Deutschland ist rückläufig. Doch jetzt gibt es einen neuen Weg, etablierte Franchisesysteme und Unternehmer in spe zusammenzubringen: die DUB-Franchisebörse.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick