Gesund genießen

Mehr Bio, weniger Tier: Weltweit ändern sich die Ernährungsgewohnheiten rapide. Ob Gourmetessen oder Fast Food, immer mehr Menschen legen Wert auf gesunde Kost. Zu den Wunschzutaten zählen unter anderem Umweltschutz und artgerechte Tierhaltung

Fast Food wird salonfähig

Luxus-Burger und schnelle Nudel

Die Systemgastronomie stammt aus den USA und hat in den vergangenen Jahrzehnten die Welt erobert. Ketten wie McDonald’s und Burger King setzen Milliarden um und expandieren vor allem in Schwellenländern. Doch in den Industrieländern geht der Trend mittlerweile weg vom Ein-Euro-Burger hin zu qualitativ hochwertigen Angeboten. In Deutschland sind Ketten wie der Burger-Brater Hans im Glück und das italienisch angehauchte Vapiano mit frischen Zutaten, vielfältigen Rezepten und ansprechender, moderner Restaurantgestaltung erfolgreich. Das Konzept nennt sich Fast Casual: gesunde Kost in cooler Atmosphäre. Außerdem gibt es immer mehr vegane Snacks auf die Hand, zum Beispiel bei der veganen Fast-Food-Kette Loving Hut.

Functional Food für Körper und Geist

Besser essen statt Pillen schlucken

Zunehmend werden Lebensmittel mit Zusatzstoffen aufgepeppt, die gesünder, schöner und leistungsfähiger machen sollen. Vitaminsäfte steigern die Abwehrkräfte, Energydrinks sollen die Konzentration fördern. Seefischölkonzentrat mit Omega-3-Fettsäuren vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Pharmafirmen und Lebensmittelhersteller entwickeln ständig weitere Produkte für mehr Kreativität und Fitness. Was mit kleinen Spezial-Unternehmen begann, hat längst schon Food-Riesen wie Unilever und Nestlé erreicht. Mehr als 50 Prozent der Bundesbürger konsumieren bereits mindestens einmal pro Monat Produkte, die satt machen und auch noch der Gesundheit dienen sollen – Tendenz stark steigend.

Steak, adé - oder Fleisch olé?

Verbot: Fleischprodukte kommen bei Vegetariern nicht auf den Tisch

Viele Menschen wollen kein Fleisch, keine Milchprodukte und Eier mehr essen. Veganer verzichten sogar komplett auf tierische Produkte. Das soll supergesund sein, schont vor allem aber Tiere, Böden und Klima. Ganz anders die Anhänger der Paleo-Kost, des Steinzeit-Hypes aus den USA. Ihre Jünger ernähren sich wie Familie Feuerstein überwiegend von Fleisch, Fisch, Nüssen, Wurzeln und Gemüse. Tipp: Für Menschen, die nicht völlig auf Fleisch verzichten mögen, aber auch nicht täglich Steaks spachteln wollen, ist die Variante „Flexitarier“ geeignet. Sie essen Fleisch, aber nur gelegentlich – wie früher beim traditionellen Sonntagsbraten. Vorteil: Es droht kein Eiweiß- oder Mineralstoffmangel.

Nahrung aus dem Meer

Knappes Land, weites Meer

Die Meere werden zu Agrarflächen, in denen Algen abgebaut werden und Gemüse gepflanzt wird. Algen sind in Ostasien ein traditionelles Lebensmittel. Sie sind mineralstoffreich, gelten als Schlankmacher und finden auch hierzulande immer mehr Liebhaber. Spirulina-Algen lassen sich bereits heute zu Hause anbauen. Sie enthalten doppelt so viel Eiweiß wie Soja. Eine Neuheit sind Aquaponics-Farmen. Das Abwasser der dort gezüchteten Fische wird beim Gemüseanbau in Gewächshäusern auf dem Wasser verwendet. Eine effiziente und ökologisch schonende Methode der Meeresbewirtschaftung.

Urban Gardening

Immer mehr Menschen bauen in der Stadt Gemüse an, halten Bienen oder Hühner.

Der Trend kommt aus den USA, wo vor einigen Jahren eine wachsende Zahl von Stadtbewohnern damit begann, die Wohnumgebung für die Selbstversorgung zu nutzen. Inzwischen ist das lange Zeit aus der Mode gekommene Gärtnern in der Stadt auch bei uns wieder in. Die Vorteile liegen auf der Hand: Eigenes Beet ist Goldes wert, man spart Geld, hat Bewegung an der frischen Luft und bekommt bei konsequentem Verzicht auf Kunstdünger und Spritzmittel echte Bio-Ware. Wer keinen Balkon oder Garten hat, kann mit Gleichgesinnten städtische Brachen nutzen.