Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Interview mit Ravi Shankar

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Unternehmer stehen meist unter Strom, da sie im Wettbewerb bestehen wollen. Welchen Platz hat da Meditation?

Sri Sri Ravi Shankar: Erstens: Geschäftsleute brauchen Intuition. Sie entscheiden immer aufgrund ihrer Einschätzung. Und sie müssen im Hier und Jetzt sein, mehr als andere. Zweitens: Sie müssen ihre Augen offen halten. Man kann nicht mit geschlossenen Augen seinen Geschäften nachgehen. Drittens: Stress hilft keinem Geschäftsmann. Er sollte frei von Stress sein. Dann kann er kreativ und innovativ sein.

Manche Unternehmer treffen unter Wettbewerbsdruck vorschnelle Entscheidungen.

Sri Sri Ravi Shankar: Wettbewerb ist wichtig und gesund. Voraussetzung ist ein wacher Geist, nicht Stress. Notwendig sind außerdem Enthusiasmus und Energie. Wenn ein Unternehmer müde ist – körperlich oder geistig –, kann er nicht im Wettbewerb bestehen, auch nicht, wenn er wütend ist oder ärgerlich. Er muss seinen Geist sammeln. Das ist Voraussetzung, um im Wettbewerb zu bestehen. Nur unethischer Wettbewerb ist ungesund, etwa Betrug. Dennoch betrügen einige Leute andere, weil sie kein Selbstvertrauen haben und kein Vertrauen in ihr eigenes Geschäft. Wenn du Vertrauen in dich, in dein Unternehmen und deine Kreativität hast, brauchst du nicht zu betrügen. Daraus entsteht gesunder Wettbewerb.

Moderne Kommunikationsformen und ständige Erreichbarkeit stellen oft eine große Belastung dar. Müssen wir davon Abstand nehmen?

Sri Sri Ravi Shankar: Nein. Natürlich müssen wir erreichbar sein und telefonieren. Aber wir müssen auch ab und zu das Telefon aufladen. Genauso sollten wir unseren Geist und unseren Körper aufladen. So bringt uns die Technik bei, wie wir uns selbst behandeln sollten. Wir brauchen eine Harmonie zwischen unserem Privatleben und unserem Arbeitsleben. Das ist weltweit anerkannt. Wir unterrichten dazu aktuell 500 Unternehmen, darunter Shell, Microsoft oder American Express.

Gibt es speziell auf mittelständische Unternehmer zugeschnittene Angebote?

Sri Sri Ravi Shankar: Ja, für sie haben wir spezielle Kurse, die motivieren und fit machen für den Wettbewerb. Sie fokussieren auf Teambildung und Verbesserung der Kommunikation. Die Kurse dienen dazu, das Energielevel anzuheben und zu inspirieren. Die Teilnehmer machen eine Entwicklung von Motivation hin zu Inspiration. Es geht darum, Menschen zu inspirieren und ihre Produktivität zu erhöhen.

In Indien, als dem Ursprungsland von Yoga und Meditation, haben Entscheidungsträger Yoga in ihr Alltagsleben integriert. Mit welchem Resultat?

Sri Sri Ravi Shankar: Yoga war zwar akzeptiert in Indien, aber während der englischen Kolonialzeit wurde es nicht viel praktiziert. Heute ist es jedoch wieder verbreitet. Menschen betreiben Yoga für ihre Gesundheit. Und es fördert den sozialen Zusammenhalt. So hat Yoga auch Einzug gehalten in das Rechtssystem: The Art of Living etwa ist Teil des Mediationszentrums. Wenn Konflktparteien nicht miteinander reden können, meditieren sie unter unserer Anleitung. So haben wir Stellen für Mediation in fast allen großen Gerichtshöfen gegründet. Der Präsident des obersten Gerichtshofes in Delhi berichtete, 80 Prozent der Fälle, die zur Mediation geschickt werden, ließen sich mithilfe der freiwilligen Helfer von Art of Living lösen.

The Art of Living ist ein großes Unternehmen mit Hunderten von Aktivitäten, etwa humanitären Hilfsprojekten wie Katastrophenhilfe. Wie finanzieren Sie all dies?

Sri Sri Ravi Shankar: Die Mitarbeiter sind Freiwillige. The Art of Living lebt von Spenden. Jedes Projekt wird über kurz oder lang durch sich selbst getragen. Ich frage mich nie, ob ich wohl genug Geld zusammenbekomme, ich beginne die Projekte einfach. Für einen guten Kurs kommen die Leute auch. Das Geld, das ich dort einnehme, fließt komplett in die Aktivitäten von The Art of Living.

Eröffnung des World Culture Festival 2011: Sri Sri Ravi Shankar (Mitte) entzündet das Licht zusammen mit dem TransparencyInternational-Gründer Professor Peter Eigen, Politikwissenschaftlerin Professor Dr. Gesine Schwan, Greenpeace-Mitgründerin Monika Griefhahn und Seiner Exzellenz Sudhir Vyas, indischer Botschafter a. D. (v. l.) (Foto: PR)

Es gibt viele Ratgeber zur Work-Life-Balance. Wie unterscheiden Sie sich von ihnen?

Sri Sri Ravi Shankar: Das müssen Sie sagen, das kann ich Ihnen nicht sagen.

Wie wichtig ist Religion für Sie?

Sri Sri Ravi Shankar: Religion sollte dazu dienen, sich mit Gott zu verbinden. Das hat mit Spiritualität zu tun. Wir sollten unsere Spiritualität erhöhen, um mit uns selbst, unserer Umgebung und Gott im Einklang zu leben. Religion ist eine Privatangelegenheit. Darüber hinaus hat sie keine Bedeutung.

Was sollte die Aufgabe von Religion sein?

Sri Sri Ravi Shankar: Religion sollte Liebe verbreiten und Frieden und Vertrauen und Mitgefühl. Wenn das alles fehlt, ist das nicht gut, dann ist die Religion schlecht.

DIE KUNST, GLÜCKLICH ZU SEIN

Das Happiness-Programm nach Sri Sri Ravi Shankar will Menschen lehren, wie sie sich von störenden Gedanken und belastenden Gefühlen befreien, um glücklich sein zu können.

The Art-of-Living – drei Leitsätze des Sri Sri Ravi Shankar:

  1. DIE FÄHIGKEIT IST DA: „Jedes Kind wird mit der Fähigkeit geboren, glücklich zu sein. Glücklich sein heißt, sich an Kleinigkeiten zu freuen und dankbar zu sein für das, was wir haben.“
  2. VERDECKTE QUALITÄTEN: „Diese Fähigkeiten werden im Laufe des Lebens häufig überdeckt und müssen wieder freigesetzt werden.“
  3. DER UMGANG MIT UNSEREM DENKEN: „Durch zu viele Gedanken an Sorgen um die Zukunft und Bedauern der Vergangenheit verpassen wir es, glücklich zu sein. Wenn unser Geist entspannt und ruhig ist, können wir es wieder lernen. Wir haben unser Glück selbst in der Hand – als konkrete Erfahrung.“

Mehr Informationen unter artofliving.org

Teil 1: Den Erfolg atmen
Teil 2: Interview mit Ravi Shankar

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Champions der Dualen Karriere: Jetzt wählen!

    Wer meistert Leistungssport und Studium am besten? Fünf Top-Athleten konkurrieren um den Titel Sport-Stipendiat des Jahres 2017 der Deutschen Bank und der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

  • Franchisegründungen haben Vorteile bei der Finanzierung

    Eine Gemeinsamkeit haben Franchise- und Individualgründungen auf jeden Fall – das Vorhaben muss solide und langfristig finanziert sein. Welche Vorteile Franchisegründungen haben, lesen Sie hier.

  • Digitalisierung der Integration von neuen Franchise-Partnern in das Franchise-System

    Erfolgreiches Franchising braucht einen Mix aus Online- und Offline-Medien. Lesen Sie hier, wie sich solch ein Mix zusammensetzen könnte.

  • Exklusivinterview: Grundeinkommen? Nein.

    Die Bundeskanzlerin stand der Redaktion Rede und Antwort zu Fragen der Zukunft.

  • Smarter Partner

    Autonome Autos, digitale Assistenten, Roboterchirurgen - Künstliche Intelligenz (KI) wird im Geschäfts- und Berufsleben immer spürbarer. Was KI heute schon kann und zukünftig verändert.

  • Prinzip einfach

    Um zu unternehmerischem Wachstum zu gelangen, müssen Unternehmer eine passende Vorgehensweise entwickeln. Überzeugend sind Strategien, die sich in wenigen Worten zusammenfassen lassen.

  • Exklusivinterviews: Künstliche Intelligenz

    Die Künstliche Intelligenz (KI) wirkt tief in nahezu alle Branchen hinein. 13 Top-Manager gewähren exklusive Einblicke, wie KI-Anwendungen ihre Unternehmen und Sparten umwälzen.

  • Lädt noch

    Zukunftstechnologien wie das Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz verändern die Welt, sagen Experten. Wie und wo sie bereits erfolgreich eingesetzt werden...

  • Franchisegebühren – was ist üblich?

    Was „üblich“ und „angemessen“ ist, lässt sich nicht so ganz einfach beantworten. Allerdings gibt es Kriterien, aus denen sich die Angemessenheit der Franchisegebühren ableiten lässt.

  • Die Familienstiftung bei Unternehmensnachfolgen

    Ein Instrument für die Sicherung der Nachfolge kann die Implementierung einer Familienstiftung sein.

  • Die ganze Wahrheit über ältere Gründer

    Hartnäckig hält sich der Mythos des jungen Gründers. Tatsächlich steigt das Alter der Entrepreneure in Deutschland. Wo werden ältere Gründer aktiv, was müssen sie beachten?

  • Drama Neugründungen: Deutschland rutscht im Vergleich ab

    Deutschland, Gründerland? Das war einmal! Das belegt auch eine Statistik der Industrie- und Handelskammern, die nun öffentlich wurde.

  • So unterschiedlich treu sind Gesellschafter von Familienfirmen

    82 Prozent der Familienunternehmer schätzen den Zusammenhalt untereinander als hoch ein. Unterschiede gibt es zwischen Großfamilien und in verschiedenen Stämmen organisierten Gesellschaftern.

  • Auf den Punkt flüssig - Teil 2

    Factoring stellt eine Alternative zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung für Lieferanten dar. Doch was können Abnehmer tun, um ihr Working Capital zu optimieren?

  • Kommunikation in Franchisesystemen

    Ein Experte erläutert, worauf Franchisegeber und -nehmer dabei achten sollten.

  • Neuerungen in der DUB-Unternehmensbörse

    Übersichtlicher, einfacher und erfolgversprechender. Das sollen die neuen DUB-Unternehmensbörsen und DUB-Käuferbörsen jetzt bieten. Wir haben einige Felder ergänzt und besonders das DUB-Matching eingeführt.

  • Neue Wege gehen

    Die Welt dreht sich digital – auch in der bAV-Verwaltung sind zunehmend smarte IT-Lösungen gefragt. Sie sind der Schlüssel, um betriebliche Altersversorgung künftig attraktiver zu machen.

  • Ist Ihr Unternehmen ausreichend gegen Cyber Angriffe geschützt?

    Machen Sie jetzt den kostenlosen Schnelltest!

  • America First

    Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt stammen aus den USA – Alphabet, Apple, Amazon, Microsoft und Facebook. Sieben namhafte Unternehmensberatungen haben das Potenzial der Tech-Riesen exklusiv bewertet.

  • Der Chef von Morgen

    Im Sport war er ein Spätzünder, dafür startet Johannes Lochner jetzt doppelt durch: Leitung eines Bobteams, Masterstudium – ein besseres Training für Führungskräfte gibt’s kaum.

  • Die Digitalisierung der Rekrutierung von Franchise-Partnern

    Lesen Sie hier, welche Rolle die Digitalisierung bei der Rekrutierung von Franchise-Partnern einnimmt.

  • Franchise-Umfrage: Wo, bitte, geht’s hier zum neuen Personal?

    Zum zweiten Jahr in Folge hat die Deutsche Unternehmerbörse Franchise-Systeme nach ihren größten Herausforderungen im Markt gefragt. Ganz oben: Die Suche nach Personal.

  • Späte Führungsnachfolge

    Der Brillenkönig Günther Fielmann behält noch weitere drei Jahre das Zepter in der Hand. Erst 2020 will er das Unternehmen in die Hände seines Sohnes legen.

  • Sachsen-Anhalt legt Fonds für die Unternehmensnachfolge auf

    Immer wieder scheitern Firmennachfolgen an der Finanzierung. Sachsen-Anhalt will dem nun vorbeugen – mit einem Fonds, ausgestattet mit 265 Millionen Euro.

  • „Psst, haben Sie schon gehört … ?“

    Wenn die Gerüchteküche brodelt, hat das selten Gutes zu bedeuten. Erst recht, wenn es um den Verkauf eines Unternehmens geht.

  • Zu schön, um wahr zu sein

    Was Franchisegeber Geschäftspartnern in spe über ihr System verraten müssen und woran man schwarze Schafe erkennt.

  • Geld vom Staat

    Auch Franchisenehmer kommen in den Genuss von staatlichen Fördertöpfen. Es müssen nur drei Kriterien erfüllt werden.

  • Deutschland paradox

    Die Bundesrepublik spielt wirtschaftlich in der ersten Liga – außer beim Gründungsgeschehen. Wie kann das sein?

  • Alles VUKA, oder was?

    Volatil, unsicher, komplex, ambivalent, kurz: VUKA. So beurteilen viele Chefs die Digitalisierung. Was tun?

  • Optimistische Chefs

    Deutschlands Unternehmer strotzen vor Optimismus. Dabei müssen sie in einem Punkt noch mächtig aufholen.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen

Jetzt Newsletter bestellen

DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick