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DEN ERFOLG ATMEN

Meditation entspannt und stärkt das Selbstwertgefühl. Wer sie konsequent praktiziert, kann Berge versetzen – sagt Meditationslehrer Sri Sri Ravi Shankar. Seine Erfolge sprechen für sich. Ein Besuch beim Guru.

Wenn Hindus jemanden mit „Sri“ anreden,dann bezeichnen sie ihn damit als „heilig“. Die Anrede wird keineswegs inflationär gebraucht und bleibt vor allem Gottheiten und spirituellen Persönlichkeiten vorbehalten. Eine besonders heilige Persönlichkeit ist demnach Sri Sri Ravi Shankar, der 1956 in Indien geborene Yogi und Meditationslehrer. Im vergangenen Jahr wurde er als einer der „wichtigsten Friedensbotschafter“ der Welt sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Verschmitztes Lächeln: Anfang März feierte The Art of Living das World Culture Festival in Neu-Delhi (Foto: PR)

Sein jüngster Erfolg: Ende Juni 2015 hat der Sri Sri Friedensgespräche mit den kolumbianischen FARC-Rebellen geführt und mit ihnen meditiert. In der Folge rief die FARC eine Waffenruhe aus. Der Bürgerkrieg hat somit ein vorläufiges Ende gefunden, mittlerweile haben die Kriegsparteien Friedensverhandlungen aufgenommen.

Der Weg dorthin: Sudarshan Kriya – eine rhythmische Atemtechnik, deren gesundheitsfördernde Wirkung wissenschaftlich erforscht ist. Ebenfalls wohltuend ist die Nadi Shodana, das abwechselnde Benutzen des linken und rechten Nasenlochs. Ziel ist es, die Gesundheit zu fördern und den Stress zu reduzieren. In Art-of-Living-Kursen wird Sudarshan Kriya unterrichtet. Sie finden vor allem in den Zentren der Art of Living Foundation statt, die Sri Sri Ravi Shankar 1982 gründete und deren Zentren es mittlerweile in mehr als 150 Ländern der Welt gibt.

KLEINER MANN MIT GROSSEM CHARISMA

Sri Sri Ravi Shankar wurde mehrfach als Gastredner zum World Economic Forum in Davos sowie ins EU-Parlament eingeladen. Im April 2015 etwa sprach er dort auf Einladung aller im Parlament vertretenen Gruppen über die Heilkraft des Yoga. Den ersten Welt-YogaTag im Juni 2015 beging der spirituelle Meister mit einem Kurzworkshop vor den Vereinten Nationen, an dem auch Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, teilnahm. Darüber hinaus meditiert der Sri Sri mit Strafgefangenen und Drogenabhängigen, um deren Rehabilitation in die Gesellschaft zu unterstützen. Er setzt sich für Frauenrechte in der arabischen Welt ein und gegen den Hunger, leistet Katastrophenhilfe und baut Schulen in Entwicklungsländern. Dies alles ist möglich durch Spenden und geschieht durch den enormen Einsatz freiwilliger Helfer, die irgendwann einmal einen Meditationskurs besucht haben und sich haben anstecken lassen von seiner Persönlichkeit und seiner großen Ausstrahlung. Stets lächelnd und gut gelaunt, ist ihm ein gewisses Charisma nicht abzusprechen.

BERUHIGENDER RHYTHMUS

In Deutschland kennt man den Guru derweil kaum, obwohl sein Bekanntheitsgrad nach einem Besuch in Hamburg Mitte November 2015 gestiegen sein mag: In der Hafenmetropole leitete der spirituelle Lehrer einen Meditationsworkshop für rund 300 zahlende Gäste, die ganze Stadt war plakatiert mit dem Konterfei des kleinen lachenden Mannes mit wehenden Haaren und Rauschebart. Bevor die Gäste das beruhigende abwechselnde Atmen durch stets nur ein Nasenloch erlernten, berichtete Christoph Glaser, Geschäftsführer der TLEX GmbH, mehr über die Geschäftstätigkeit „Seiner Heiligkeit“.

TLEX ist eine Tochtergesellschaft der zweiten großen von Sri Sri Ravi Shankar ins Leben gerufenen Organisation: der 1997 gegründeten International Association for Human Values mit Sitz in Genf. Sie ist eine Schwesterorganisation der Art of Living Foundation und bietet Anti-Stress-Programme für Manager aus Industrie und Handel. Die dort angebotenen Kurse – wie auch das Angebot von TLEX (Transformational Leadership for Excellence) – wollen den Teilnehmern „zu einem klareren Geist“ verhelfen.

Das Credo von Sri Sri Ravi Shankar: „Wenn du großem Druck ausgesetzt bist, meditiere einfach für ein paar Minuten. Dann wirst du zur rechten Zeit die richtige Eingebung bekommen, und du spürst dein Selbstvertrauen in dir wachsen.“

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

  1. Wer über sich hinauswachsen und viel leisten will, muss laut Sri Sri Ravi Shankar mit sich im Reinen sein.
  2. Stress und Ärger sind abträglich und behindern bei der Arbeit.
  3. Mit einer kurzen Meditation lässt sich leicht wieder zur inneren Mitte finden.
  4. Religion sollte nach Ansicht des Gurus Liebe, Frieden, Vertrauen und Mitgefühl verbreiten.

Teil 1: Den Erfolg atmen
Teil 2: Interview mit Ravi Shankar

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