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Fortsetzung: Dem digitalen Druck standhalten

Gesund mit positiver Unternehmenskultur

Viele Unternehmen streben danach, ihren Angestellten den Arbeitsalltag zu versüßen, zum Beispiel durch kostenlose Getränke oder die Einrichtung von Ruheräumen. Der Internetriese Google ist ein Unternehmen, das seinen Mitarbeitern solche Annehmlichkeiten bietet. Jens de Buhr fragte Kohl-Boas daher, ob Google plane, das Privat- und Arbeitsleben völlig ineinander aufgehen zu lassen. Kohl-Boas Antwort: ein klares Nein. Bei derartigen Maßnahmen gehe es allein darum, ein positives Arbeitsklima zu schaffen.

Rickmann erzählt, Continental setze auf eine Vielzahl von Maßnahmen, um seine Belegschaft geistig und körperlich fit zu halten. Eine davon: eine Broschüre mit Tipps zum gesunden Arbeiten im Internet. Zudem unterstütze das interne Präventionsprogramm „Mentale Gesundheit“ Gesunde und Hilfesuchende mit Tipps für ein effektiveres Stressmanagement und biete Beratung per E-Mail, Chat und Telefon an.

Foto: Techniker Krankenkasse

Laut Horst vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sind derartige Anstrengungen zwingend. Denn neben der Bezahlung des Gehalts ist der Arbeitgeber auch für ein gesundes Arbeitsklima zuständig. „Gefahren müssen durch Belastungsanalysen ermittelt werden“, so Horst. Dafür müssen die notwendigen Prozesse geschaffen werden, häufig auf oberer Managementebene. Auch Voermans von der TK sieht Unternehmen in der Pflicht, eine gesunde Basis zu schaffen: „Eine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur und –Regeln sind notwendig, um den Stress im Rahmen zu halten“, so Voermans. Um überdies die Eigenverantwortung jedes Mitarbeiters stärken, bietet die TK Bonusprogramme an, die zu gesundem Verhalten motivieren.

Doktor Internet

Dr. Johannes Wimmer, dessen medizinische Erklärvideos auf YouTube schon tausendfach angeklickt wurden, wünscht sich neben den klassischen ambulanten und stationären Behandlungsebenen das Internet als dritte Option. Ärztliche Beratung wäre dann auch online möglich. „Aber dafür müssen die Gesundheitsdaten zunächst in ein digitales Ökosystem“, so Wimmer. Bislang hindert das Fernbehandlungsverbot Ärzte daran, online zu behandeln.

Einer von Wimmers besten Gesundheitstipps sind Routinen, zum Beispiel feste Essenszeiten, geordnete Arbeitsabläufe oder tägliches Joggen. Sie würden Unsicherheiten verringern, was wiederum die Belastbarkeit erhöhe. Zudem helfe es ungemein, ein gesundes Körpergefühl zu entwickeln. Denn wer die Signale des eigenen Körpers richtig zu deuten wisse, könne im Ernstfall frühzeitig reagieren und Lappalien ignorieren. Und letztlich rät Dr. Youtube davon ab, körperliches und seelisches Unwohlsein zu betäuben – auch nicht durch Medienkonsum. Der löse keine Probleme, sondern bekämpfe nur die Symptome.

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