Vorbereitung auf Olympia

Starke Motivation

Wintersportler leisten besonders viel, um Training und Universität miteinander zu koordinieren. Hilfreich für den anschließenden Berufseinstieg ist die DUB-Praktikantenbörse.

Pfeilschnell: 2014 und 2015 belegte Julian von Schleinitz den dritten und vierten Platz im Rodel-Weltcup. Jetzt hofft er auf die Olympischen Spiele  (Foto: picture alliance/Sven Simon)

Das Nahziel von Bobfahrer Thorsten Margis (28) und Rennrodler Julian von Schleinitz (26) ist die erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Winterspielen vom 9. bis 25. Februar 2018 in Südkorea. Ihre Fernziele: der Master im Maschinenbau für Margis sowie ein Doktortitel in Ingenieurwissenschaften für von Schleinitz. Bei der Studienfinanzierung unterstützt die Deutsche Sporthilfe mit dem Deutsche Bank Sport-Stipendium. Die Koordination von Wettkämpfen und Vorlesungen bleibt eine Herausforderung.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wie sehen die kommenden Wochen für Sie aus?
Julian von Schleinitz:
Anfang November war das deutsche Weltcup-Team in Südkorea, um die Bahn zu testen. Jetzt laufen mehrere Weltcup-Rennen, bei denen ich mich für Südkorea qualifizieren will. In Deutschland gibt es viele gute Rodler. Wer es von ihnen zu den Olympischen Spielen schafft, hat dort meist sehr gute Chancen.
Thorsten Margis:Bei mir sieht es ähnlich aus. Ich nehme an insgesamt acht Weltcup-Rennen teil, das letzte ist Ende Januar am Königssee.

Sie beide studieren ja auch noch. Wie machen Sie das?
Margis:
Bisher habe ich nur im Sommer an Vorlesungen teilgenommen, was glücklicherweise in Absprache mit dem Fachbereichsleiter möglich war. Nächstes Jahr werde ich aber eine Wettkampfsaison aussetzen, um Veranstaltungen zu belegen, die nur im Wintersemester angeboten werden. Im Sommer kann ich gut nebenher trainieren.
von Schleinitz: Ich habe meinen Master in diesem Sommer in der Regelstudienzeit abgeschlossen, deshalb ist mein Sporthilfe-Stipendium bereits ausgelaufen. Ich hatte Glück, weil ich alle Prüfungen ablegen konnte, auch die aus den Wintersemestern. Die Termine lagen günstig, die Prüfungsunterlagen standen im Internet. Ich brauchte nur sehr wenige Rennen auszulassen und habe auch im Winter immer viel gelernt.

Thorsten Margis: Der Bob-Anschieber landete bei Welt-cup-Rennen und Weltmeisterschaften schon auf Platz eins. (Foto: PR)

Haben Sie Pläne für die Zeit nach dem Studium?
Margis:
Ich möchte mein Studium schnell abschließen, dafür will ich parallel zum Bachelor schon mit dem Masterstudium beginnen. Außerdem möchte ich nächstes Jahr das Mentorenprogramm der Deutschen Sporthilfe nutzen. Sie stellt Kontakte zu Unternehmen her, um den Berufseinstieg vorzubereiten. Zudem werde ich die Praktikantenbörse nutzen. Mit der zeitlichen Einschränkung, die man als Sportler hat, kann es schwierig sein, den passenden Arbeitgeber zu finden.
von Schleinitz: Nachdem ich mein Studium dank des Sporthilfe-Stipendiums innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen habe, möchte ich mich einer Doktorarbeit widmen, in der es genau wie in der Bachelor- und der Masterarbeit um Schlittentechnik gehen wird. Da Rennrodeln ein sehr technischer Sport ist, bei dem Erfahrung zählt, kann ich möglicherweise noch eine ganze Weile beim Sport bleiben. Zurzeit werde ich durch die Elite-Plus-Förderung der Deutschen Sporthilfe, finanziert durch PwC, unterstützt. Das ist eine große Motivation und Wertschätzung.

Sie sind es gewohnt, sehr diszipliniert zu arbeiten. Wie motivieren Sie sich, wenn es einmal nicht ganz so gut läuft?
Margis:
Ich sage mir: Augen zu und durch, morgen ist ein neuer Tag. Und das klappt eigentlich immer – beim Lernen sowie beim Training.
von Schleinitz: Zuerst versuche ich herauszufinden, warum es nicht läuft. Wenn ich daran denke, was ich im Sport schon alles erreicht habe, gerade weil ich mich nach Rückschlägen immer wieder aufgerafft habe, dann läuft es meistens auch wieder.

Der Anschieber: Das Ziel nach den olympischen Winterspielen hat Torsten Margis schon vor Augen (Foto: PR)

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