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Karriere

Mama startet durch

Mutter und erfolgreich im Job – hierzulande ist das zu oft ein Widerspruch. Die Gründe dafür sind nicht nur eingeschränkte Betreuungsangebote und unflexible Arbeitszeiten, sondern auch der hohe Selbstdruck, der auf vielen Frauen lastet. Die ­Beispiele zweier Start-up-Gründerinnen zeigen, wie es dennoch funktioniert.    

Karriereknick nach der Elternzeit – das muss nicht sein (Foto: Getty Images/PeopleImages (iStock))

Anja Höpfner weiß, was sie will. 2015 ­gründete sie zusammen mit Lebensgefährte Rene Schilske und Geschäftspartner Gary Hilgemann das Start-up Connectlounge. Die Jungunternehmer entwickelten die Software „Raypack“.  Sie bedient sich Künstlicher Intelligenz und entwickelt neue E-Commerce-Lösungen. So ist sie unter anderem in der Lage, Internetnutzern, basierend auf deren Filmkonsum, Kaufvorschläge zu unterbreiten. Wer sich einen James-Bond-Film ansieht, bekommt angeboten, was der Held trägt: das hochkarätige Uhrenmodell oder den edlen Designer­anzug. ­Per­ 360-Grad-Funktion ermöglicht Raypack zudem Rundum-Perspektiven – diese bieten sich besonders in Online-Shops für Kleidung sowie in der Hotellerie- und Immobilienbranche an. Eine klassische Start-up-Story?

Anspruchsvoller Alltag

Nein. Im Juli dieses Jahres wurde Höpfners drittes Kind geboren. Da ihr Unternehmen ebenfalls noch recht jung ist, arbeitete die 36-Jährige bis zum Mutterschutz in Vollzeit in einer Bank als leitende Angestellte. Sie meistert den Spagat zwischen „Firmen-Baby“ und fünfköpfiger Familie täglich – ein anspruchsvolles Lebensmodell. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Mehrheit der Mütter in Deutschland noch immer beruflich zurücksteckt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Begrenzte Öffnungszeiten von Kindertagesstätten und unflexible Arbeitgeber erschweren die Vereinbarkeit von Führungsaufgaben und Familie. Hinzu kommen zu hohe eigene Ansprüche, die auf vielen Frauen lasten – wenngleich die klassische Rollenverteilung der Geschlechter heute weitestgehend aufgehoben wurde.

„Die Welt steht uns mittlerweile offen, und das bedeutet vor allem eines: viel Druck. Viele von uns Frauen glauben, man müsse alles allein schaffen. Und genau da liegt das Problem“, so Katja Schmalzl, Coach für Mehrfachbelastungen und selbst Mutter von zwei Kindern. „Es hilft, die Erwartungen an sich selbst zu überdenken und dementsprechend herunterzuschrauben. Frauen, die Job und Familie managen, müssen lernen, dass sie selbst an erster Stelle stehen“, sagt Coach Schmalzl. Es sei wie mit der Sauerstoffmaske im Flugzeug, die man sich im Notfall selbst als Erstes aufziehen sollte, erklärt Schmalzl weiter und beschreibt damit die Zwickmühle, in der sich berufstätige Mütter oft befinden.

Höpfner hat sich der Herausforderung gestellt – und bereut es bis heute nicht. „Als Mutter Karriere zu machen ist möglich – aber nur durch Aufgabenteilung mit dem Partner und externer Hilfe“, sagt sie. „Ich habe neben einer Tagesmutter etwa eine Haushälterin, die mich entlastet. Dadurch gewinne ich wertvolle Zeit, die ich dann unserem Start-up widme.“

Teil 1: Mama startet durch

Teil 2: Mutter des Managements

Teil 3: Umdenken erforderlich

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