Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Konzentrierter Erfolg

Fokus gilt als wichtige Voraussetzung für Erfolg, sowohl geschäftlich als auch privat. Die Aufmerksamkeit richtet sich dann auf nur wenige Dinge, die dafür umso besser gelingen.
Lesen Sie, wie Sie Fokus erreichen, aber auch, welche Gefahren Fokussierung in sich birgt.

William Henry Gates, heute besser bekannt als Bill Gates, ist Milliardär, Wohltäter und einer der erfolgreichsten Unternehmer weltweit. Bereits mit 19 Jahren gründeten er und Paul Allen den IT-Giganten Microsoft. Wie gelang es dem Schüler und späteren Studenten, einen solchen Weltkonzern aufzubauen? Die Antwort ist dieselbe wie bei der Investoren- Legende Warren Buffett, dem Extrembergsteiger Reinhold Messner und vielen anderen, höchst erfolgreichen Menschen: Fokus. Bill Gates war schon mit 13 Jahren völlig besessen von Computern. Er ging in die neunte Klasse und verbrachte seine gesamte Freizeit im Computerraum seiner Schule. Er schrieb Programme und duldete keine Ablenkungen – deshalb besaß er weder einen Fernseher noch ein Radio.

Ähnlich verhielt es sich mit Warren Buffett, der mit elf Jahren verkündete, er würde mit 35 Jahren Millionär werden. Er verfolgte konsequent und konzentriert sein Ziel, bis er es im Alter von 30 Jahren erreichte. Auch Reinhold Messner träumte schon früh davon, irgendwann den Nanga Parbat zu erklettern. Der Achttausender galt als unbezwingbar. Messner ließ sich davon nicht abschrecken. 1970 bestieg er den „König der Berge“, denn das Bergsteigen war zu seinem Lebensinhalt geworden. Alles andere war zweitrangig.

Viele Menschen sehnen sich nach Erfolg und Reichtum. Doch nur wenige haben die Fähigkeit, dieses Ziel zu erreichen. Es genügt nicht, etwas nur zu wollen. Ehrgeizige Vorhaben erfordern Fokus.

Die Schlüssel zum Erfolg

Dr. Stefan Frädrich, Motivationsexperte, Coach und Unternehmer, sagt, Fokus sei die Grundvoraussetzung für ein aktives, gestaltendes Leben. Er richtet die Aufmerksamkeit auf das, was gerade wichtig ist, und hilft, Ergebnisse zu erreichen. Dass viele Menschen ihre Ziele nicht verwirklichen, hat unterschiedliche Gründe: Sie nehmen sich zu viel vor oder zu wenig oder sind ununterbrochen von Ablenkungen umgeben. Letzteres plagt vor allem Unternehmer. Viele hetzen von einem Termin zum nächsten und verlieren dabei die wirklich wichtigen Dinge aus den Augen. Aber niemand kann sowohl im 100-Meterals auch im Marathonlauf eine Goldmedaille anstreben. Ohne Fokus gelingt keine Spitzenleistung, weder im Sport noch im Business.

Wie können Unternehmer den Fokus behalten? Frädrich unterscheidet drei relevante Kompassnadeln: Ziel, Sinn und Richtung. Die meisten Menschen denken in erster Linie an das Ziel. Sie beschließen, bis zu einem gewissen Zeitpunkt ein Ergebnis, beispielsweise einen Umsatz, erreichen zu wollen. Ein häufiger Fehler. Es ist weitaus effektiver, sich stattdessen auf den Weg dorthin zu fokussieren: Was muss ich tatsächlich tun, um dorthin zu gelangen? Konzentriert sich ein Unternehmer zu sehr auf das Ziel, setzt er sich selbst unter Druck und kann auf der Verhaltensebene nicht umsetzen, was zur Erreichung des Vorhabens notwendig wäre. Die wichtigste Kompassnadel ist jedoch der Sinn.

Ohne den Sinn einer Sache zu erkennen, ist es für einen Menschen schwer, sich darauf zu fokussieren. Wenn der Unternehmer einen bestimmten Umsatz machen möchte, aber seinen Mitarbeitern nicht kommuniziert, warum es wichtig ist, diesen Umsatz zu erreichen, und wen er die dafür notwendigen Prozesse in seiner Firma nicht anpasst, dann zeigen die drei Kompassnadeln in unterschiedliche Richtungen.

Der Entrepreneur kann sich noch so viele Ziele setzen – solange alle drei Kompassnadeln in unterschiedliche Richtungen zeigen, wird er niemals am Ziel ankommen. Wenn er sich aber nach dem Sinn des Unternehmens fragt und die Mitarbeiter am Ziel teilhaben lässt, dann finden sich die strukturellen Veränderungen und am Ende der Umsatz.

Das große Ganze

Frädrich warnt aber vor einem Übermaß an Fokus. Das könne den Blick auf den sich wandelnden Markt versperren. Kodak stellte beispielsweise jahrezehntelang fotografische Ausrüstung her – bis der so fokussierte Konzern die Digitalfotografie verschlief und sich gegen die Veränderungen stemmte, statt sich dem Markt anzupassen. „Es empfiehlt sich, immer wieder in die Vogelperspektive zu gehen“, so Frädrich, „und zu schauen, ob mein Ziel und die Grundannahmen, die mich zu meinem Ziel gebracht haben, noch stimmen oder sich der Markt mittlerweile verändert hat.“

Um ein Scheitern zu vermeiden, benötigt ein Unternehmer neben Fokussieren also auch die Fähigkeit, dieses wieder zu lockern. Es wird immer wieder Dinge geben, die kurzfristig die volle Aufmerksamkeit verlangen. Aber es gibt eben auch das eine große Ziel, das es mit aller Kraft – und mit Fokus – zu verfolgen gilt. Nur nicht vergessen: sich andere Meinungen einholen. Sich mit Menschen unterhalten, die anders denken als man selbst. Sich in anderen Branchen informieren. Den Fokus gezielt immer wieder herausfordern. Dann führt der verengte Blick zum Erfolg.

Das interessiert andere Leser

  • Smarter Partner

    Autonome Autos, digitale Assistenten, Roboterchirurgen - Künstliche Intelligenz (KI) wird im Geschäfts- und Berufsleben immer spürbarer. Was KI heute schon kann und zukünftig verändert.

  • Exklusivinterviews: Künstliche Intelligenz

    Die Künstliche Intelligenz (KI) wirkt tief in nahezu alle Branchen hinein. 13 Top-Manager gewähren exklusive Einblicke, wie KI-Anwendungen ihre Unternehmen und Sparten umwälzen.

  • Lädt noch

    Zukunftstechnologien wie das Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz verändern die Welt, sagen Experten. Wie und wo sie bereits erfolgreich eingesetzt werden...

  • Franchisegebühren – was ist üblich?

    Was „üblich“ und „angemessen“ ist, lässt sich nicht so ganz einfach beantworten. Allerdings gibt es Kriterien, aus denen sich die Angemessenheit der Franchisegebühren ableiten lässt.

  • Die Familienstiftung bei Unternehmensnachfolgen

    Ein Instrument für die Sicherung der Nachfolge kann die Implementierung einer Familienstiftung sein.

  • Die ganze Wahrheit über ältere Gründer

    Hartnäckig hält sich der Mythos des jungen Gründers. Tatsächlich steigt das Alter der Entrepreneure in Deutschland. Wo werden ältere Gründer aktiv, was müssen sie beachten?

  • Drama Neugründungen: Deutschland rutscht im Vergleich ab

    Deutschland, Gründerland? Das war einmal! Das belegt auch eine Statistik der Industrie- und Handelskammern, die nun öffentlich wurde.

  • So unterschiedlich treu sind Gesellschafter von Familienfirmen

    82 Prozent der Familienunternehmer schätzen den Zusammenhalt untereinander als hoch ein. Unterschiede gibt es zwischen Großfamilien und in verschiedenen Stämmen organisierten Gesellschaftern.

  • Auf den Punkt flüssig - Teil 2

    Factoring stellt eine Alternative zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung für Lieferanten dar. Doch was können Abnehmer tun, um ihr Working Capital zu optimieren?

  • Kommunikation in Franchisesystemen

    Ein Experte erläutert, worauf Franchisegeber und -nehmer dabei achten sollten.

  • Neuerungen in der DUB-Unternehmensbörse

    Übersichtlicher, einfacher und erfolgversprechender. Das sollen die neuen DUB-Unternehmensbörsen und DUB-Käuferbörsen jetzt bieten. Wir haben einige Felder ergänzt und besonders das DUB-Matching eingeführt.

  • Ist Ihr Unternehmen ausreichend gegen Cyber Angriffe geschützt?

    Machen Sie jetzt den kostenlosen Schnelltest!

  • America First

    Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt stammen aus den USA – Alphabet, Apple, Amazon, Microsoft und Facebook. Sieben namhafte Unternehmensberatungen haben das Potenzial der Tech-Riesen exklusiv bewertet.

  • Der Chef von Morgen

    Im Sport war er ein Spätzünder, dafür startet Johannes Lochner jetzt doppelt durch: Leitung eines Bobteams, Masterstudium – ein besseres Training für Führungskräfte gibt’s kaum.

  • Die Digitalisierung der Rekrutierung von Franchise-Partnern

    Lesen Sie hier, welche Rolle die Digitalisierung bei der Rekrutierung von Franchise-Partnern einnimmt.

  • Franchise-Umfrage: Wo, bitte, geht’s hier zum neuen Personal?

    Zum zweiten Jahr in Folge hat die Deutsche Unternehmerbörse Franchise-Systeme nach ihren größten Herausforderungen im Markt gefragt. Ganz oben: Die Suche nach Personal.

  • Späte Führungsnachfolge

    Der Brillenkönig Günther Fielmann behält noch weitere drei Jahre das Zepter in der Hand. Erst 2020 will er das Unternehmen in die Hände seines Sohnes legen.

  • Sachsen-Anhalt legt Fonds für die Unternehmensnachfolge auf

    Immer wieder scheitern Firmennachfolgen an der Finanzierung. Sachsen-Anhalt will dem nun vorbeugen – mit einem Fonds, ausgestattet mit 265 Millionen Euro.

  • „Psst, haben Sie schon gehört … ?“

    Wenn die Gerüchteküche brodelt, hat das selten Gutes zu bedeuten. Erst recht, wenn es um den Verkauf eines Unternehmens geht.

  • Zu schön, um wahr zu sein

    Was Franchisegeber Geschäftspartnern in spe über ihr System verraten müssen und woran man schwarze Schafe erkennt.

  • Geld vom Staat

    Auch Franchisenehmer kommen in den Genuss von staatlichen Fördertöpfen. Es müssen nur drei Kriterien erfüllt werden.

  • Deutschland paradox

    Die Bundesrepublik spielt wirtschaftlich in der ersten Liga – außer beim Gründungsgeschehen. Wie kann das sein?

  • Alles VUKA, oder was?

    Volatil, unsicher, komplex, ambivalent, kurz: VUKA. So beurteilen viele Chefs die Digitalisierung. Was tun?

  • Optimistische Chefs

    Deutschlands Unternehmer strotzen vor Optimismus. Dabei müssen sie in einem Punkt noch mächtig aufholen.

  • Erst Praktikum, dann Nachfolger

    Warum der Chef in spe bei seinem neuen Unternehmen erstmal eine Hospitanz absolvieren sollte.

  • Pflichtteilsrechte – die Büchse der Pandora

    Verstirbt ein Unternehmer, müssen häufig Kredite aufgenommen werden, um Erben auszuzahlen. Doch es geht auch anders.

  • Mehr als nur ein Spiel

    Zocken, daddeln – ist doch Kinderkram? Weit gefehlt. Video spielen ist zum Milliardenmarkt avanciert. So wollen Unternehmen und Vereine auf den neuen Goldesel aufsatteln.

  • Begehrte Pleitefirmen

    Warum ausländische Investoren um insolvente deutsche Unternehmen feilschen.

  • Gesucht, gefunden

    Wer genau weiß, was er will, wird schneller fündig: zum Beispiel auf der DUB-Franchisebörse. Im Fall von Lutz Große und dem System Filtafry war das ein Glücksfall für alle Beteiligten.

  • Risiko Familienunternehmen

    Familienunternehmen können schneller von einer Insolvenz bedroht sein als andere. Doch das Risiko lässt sich senken.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick