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Gesunde Motivation

Mit der betrieblichen Krankenversicherung bringen sich Arbeitgeber im Rennen um Fachkräfte in die Poleposition. Ob Yogakurs, Zahnersatz oder Chefarztbehandlung: Bewerber und Belegschaft wissen das vielseitige Leistungsplus zu schätzen.

Es gibt Fragen, die fast alle Unternehmer beschäftigen: Abwarten oder investieren? Bankkredit oder Börsengang? Aber vor allem: Wie überzeuge ich die besten Kräfte davon, in meinem Unternehmen zu arbeiten und zu bleiben? Die Frage gewinnt zunehmend an Brisanz. Denn neben der Konkurrenz erschweren demografischer Wandel und Fachkräftemangel die Mitarbeitergewinnung und -bindung.

Um der künftig vermutlich immer längeren Lebensarbeitszeit gewachsen zu sein, muss die Leistungsfähigkeit erhalten werden. Auf dem Gebiet der Prävention hat sich das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) für viele Unternehmen bewährt. Es ist die bewusste Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten. Spezielle Vorsorgeangebote von Krankenversicherungen tragen dazu bei, es gar nicht erst zur Erkrankung kommen zu lassen.

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) hingegen wird im Krankheitsfall wirksam. Sie ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, zum Beispiel, indem sie die Kosten für naturheilkundliche Verfahren und Sehhilfen übernimmt. Je nach Police umfasst sie außerdem die Behandlung durch den Chefarzt sowie den Anspruch auf Ein- oder Zweibett-zimmer im Krankenhaus, Krankentagegeld und zahnärztliche Leistungen. Abhängig vom Anbieter ließe sich die Aufzählung sogar noch fortführen.

In der Regel schließen Unternehmen die bKV für die gesamte Belegschaft oder einzelne Mitarbeitergruppen ab. Für die Finanzierung existieren verschiedene Modelle. Diese reichen von der vollen Bezahlung durch den Arbeitergeber über eine Bezuschussung bis hin zu einem Rahmenvertrag ohne jegliche finanzielle Belastung.

Unternehmen haben gemäß Paragraf 4 Absatz 4 Einkommenssteuergesetz (EStG) die Möglichkeit, Beiträge zur bKV als Betriebsausgaben anzusehen und diese vom Gesamtumsatz abzuziehen. Auf diese Weise kann die allgemeine Steuerlast des Unternehmens reduziert werden, da diese Ausgaben dann steuerlich absetzbar sind. Voraussetzung bleibt, dass der Arbeitgeber Vertragspartner des Krankenversicherungsunternehmens ist und die Ausgaben betrieblich veranlasst sind.

Vorteil im Kampf UM Arbeitskräfte

Unternehmen können mit der bKV gegenüber Arbeitnehmern und Bewerbern punkten. So steigern sie ihr Ansehen bei den eigenen Mitarbeitern, die über die bKV in den Genuss eines hochwertigen privaten Krankenversicherungsschutzes kommen. Das kommt ihnen bei der Rekrutierung neuer Fachkräfte zugute und knüpft die Mitarbeiter enger ans Unternehmen. Kostspielige Beihilfezusagen löst die bKV ab. In Krisensituationen, etwa während schwerwiegender Umstrukturierungsmaßnahmen, kann sie als wirksames Kompensationsinstrument dienen, um die Gunst der Belegschaft zurückzugewinnen. Darüber hinaus ist die bKV eine kostengünstige Alternative zur Gehaltserhöhung. Der zentrale Grund für Arbeitgeber, diese Leistung anzubieten, ist aber, dass Mitarbeiter mit optimaler medizinischer Versorgung in der Regel seltener erkranken und weniger Fehlzeiten aufweisen.

Wie groß das Interesse an einer bKV auf Arbeitnehmerseite ist, belegt eine Umfrage der Meinungsforscher von INSA: Der Aussage „Ich fände es gut, wenn mir mein Arbeitgeber eine betriebliche Krankenversicherung anbieten würde“ stimmten 63 Prozent der 2.030 befragten Arbeitnehmer zu. Einer Towers-Watson-Studie zufolge rangiert sie sogar vor reizvollen Extras wie Dienstwagen oder einer arbeitgeberfinanzierten Unfallversicherung.

Gruppenbonus

Besonders stark locken diejenigen bKV-Verträge, die nicht nur dem Arbeitnehmer zusätzliche Gesundheitsleistungen gewähren, sondern auch seiner Familie. Da die Policen meist für größere Mitarbeitergruppen abgeschlossen werden, kann zudem in der Regel auf die sonst erforderliche individuelle Gesundheitsprüfung verzichtet werden. Aus der Sicht von Philip Spies, Direktionsbevollmächtigter vom Industrie-Pensions-Verein (IPV), handelt es sich bei der bKV daher um „eine echte Sozialleistung des Arbeitgebers, die den Mitarbeitern einen sofortigen Mehrwert bietet und gerade auch älteren Angestellten zugute kommt“. Denn ohne die Gesundheitsprüfung erhalten selbst Mitarbeiter mit Vorerkrankungen die privaten Zusatzleistungen.

Auf dem freien Markt wäre das undenkbar – oder zumindest sündhaft teuer. Der IPV wurde von den Vorgängern des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gegründet und berät seine Mitglieder seit 90 Jahren zur betrieblichen Alters- und Gesundheitsvorsorge.

Ein weiterer Vorteil: der frühe Nutzen. Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung (bAV) beziehen Arbeitnehmer erst, wenn sie aus dem Beruf ausscheiden. Die bKV hingegen wirkt sofort. Philip Spies vom IPV beschreibt die bKV deshalb konsequent als „logische Ergänzung zur betrieblichen Altersversorgung“.

Unternehmer, die damit liebäugeln, die Krankenzusatzversicherung einzuführen, profitieren von deren Anpassungsfähigkeit: Einige Versicherungen bieten inzwischen speziell entwickelte Einzelbausteine an, aus denen die bKV zusammengesetzt werden kann. Das ermöglicht Lösungen, die den individuellen Bedürfnissen von Unternehmen gerecht werden.

Wer seinen Angestellten so wie Algecos Personalchef einen noch größeren Leistungsumfang bieten möchte, ergänzt das BGM und die bKV beispielsweise um eine bAV oder eine betriebliche Unfallversicherung (bUV). Zum einen fußt das Alterseinkommen der Arbeitnehmer auf diese Weise auf einer dritten Säule, welche die gesetzliche Rente und gegebenenfalls private Rentenvorsorge ergänzt. Unternehmen nehmen damit zusätzliche Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahr. Zum anderen werden Mitarbeiter und ihre Familienmitglieder für den Fall von Unfällen in der Freizeit finanziell abgesichert. Das schließt eine Lücke der gesetzlichen Unfallversicherung, die nur zahlt, wenn sich Unfälle bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg ereignen.

Mehr als die Summe seiner Teile

Es liegt nahe, ein solch ganzheitliches Gesundheits- und Vorsorgekonzept für Angestellte von ein und demselben Anbieter zu beziehen, statt auf mehrere Partner zuzugreifen. So kann gewährleistet werden, dass die einzelnen Komponenten aus BGM und bKV ideal aufeinander zugeschnitten sind. Zudem hält es den Aufwand schlank und sichert eine durchgängige Kommunikation.

Die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) engagiert sich bereits seit knapp 20 Jahren in der bKV und ist damit ein Pionier in diesem Geschäftsfeld. Neben den gängigen Versicherungslösungen für ergänzende stationäre und ambulante Leistungen im Krankheitsfall sind Vorsorgetarife auf dem Vormarsch, so die SDK, die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Präventionskurse übernehmen. Nach eigenen Aussagen ist man hier mit einem neuen, sehr leistungsfähigen Tarif am Markt.

Die Nachfrage jedenfalls ist da. Von September 2013 bis September 2014 stieg die Zahl der bKV-Gruppenverträge von 2.018 auf annährend 2.400 an. Damit profitieren allein bei der SDK mehr als 120.000 Arbeitnehmer von einer ergänzenden Absicherung.

„Wir beobachten, dass gerade Klein- und Mittelständler zunehmend in ihre Mitarbeiter investieren“, sagt Dr. Gerd Sautter, Vorstand der Württembergischen Krankenversicherung. Entsprechend habe sich
die Anzahl der Kollektivvereinbarungen seit 2012 auch sehr positiv entwickelt.

„Immer mehr Unternehmen erkennen, wie wichtig es ist, gute und talentierte Mitarbeiter nicht nur zu gewinnen, sondern auch möglichst lange im Unternehmen zu halten“, so der Vorstand. Für 2015 geht Sautter daher von einer „deutlichen Steigerung“ der Zahl aus. Der Trend stimmt die Versicherungsbranche zuversichtlich. Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), sagt: „Nach aktuellen Zahlen sind rund 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rahmen einer betrieblichen Krankenversicherung abgesichert.“

Leistungsmerkmal Service

Endloses Warten in der Telefon-Hotline, unübersichtliche Unterlagen, Fachchinesisch – für ein gelungenes betriebliches Gesundheitsangebot ist hervorragender Service mindestens genauso wichtig wie kostengünstige,
hochwertige Leistungen.

Frank Kettnaker, Vorstandsvorsitzender der Halleschen Krankenversicherung, legt deshalb großen Wert auf starken Service: „Die Hallesche ist für ihre Kunden da, wenn sie gebraucht wird. Mit dem Abschluss einer betrieblichen Krankenversicherung bieten wir daher gleichzeitig ein umfassendes Servicepaket an – ganz ohne Extrakosten.“

Zu den Serviceleistungenzählen etwa ein Gesundheitstelefon, das Kunden rund um die Uhr Fragen zu Gesundheitsthemen wie gesunder Ernährung, Beipackzetteln oder Reisekrankheiten beantwortet. Diverse Gesundheitsbroschüren, ein Gesundheitsportal im Internet und die HALLESCHE-Gesundheitsakte, die Mitarbeiter bei der Organisation ihres persönlichen Gesundheitsmanagements unterstützt, ergänzen das Angebot.

Attraktiv auch ohne Steuervorteil

Leider sind die Zeiten vorbei, in denen Arbeitnehmer die bKV für sich als Steuervorteil verbuchen konnten. Bis Oktober 2013 galt die Krankenzusatzversicherung noch als Sachleistung. Ähnlich wie beispielsweise Tankgutscheine war sie bis zur Gesamtgrenze von 44 Euro steuerfrei. Dann entschied das Bundesfinanzministerium, die bKV sei als Barlohn zu werten. Seitdem müssen die Beiträge versteuert werden.

Trotz Wegfall des Steuervorteils behält die betriebliche Krankenversicherung ihre Strahlkraft. „Auch ohne Steuerfreiheit ist eine bKV für die Mitarbeiter preiswerter als ein individueller Zusatzschutz“, sagt Leienbach. „Denn da der Arbeitgeber den Versicherungsschutz für seine gesamte Belegschaft oder für größere Mitarbeitergruppen abschließt, kann das Versicherungsunternehmen wegen des Gruppeneffekts günstiger kalkulieren“, so der PKV-Direktor.

Fahlbusch jedenfalls ist und bleibt überzeugt: „Algeco steht zur Verantwortung seinen Mitarbeitern gegenüber – wir werden an unserer bKV festhalten.“

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