Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Franchise-Vertrag: Drum prüfe, wer sich lange bindet ...

Vertragslaufzeit, Einkaufsbedingungen, Gebührenhöhe – einer der wichtigsten Schritte zum Franchiseunternehmen ist die Vertragsunterzeichnung. Worauf dabei zu achten ist.

Wer die Entscheidung getroffen hat, sich als Franchisenehmer selbstständig zu machen, und auch das passende System gefunden hat, mit dem er sich identifizieren kann, sollte den nächsten Schritt – die vertragliche Bindung – gut überlegt tun. Ein Franchise-Vertrag kann nämlich die eine oder andere Tücke bergen.

Genaue Prüfung unabdingbar

Die erste Empfehlung aller erfahrenen Franchisenehmer lautet deshalb auch, sich unbedingt professionelle Hilfe bei der Vertragsprüfung zu holen. Es gibt viele gute Berater, die seit Jahren Franchisenehmern helfen. Daneben bietet der Deutsche Franchiseverband eine Erstberatung an. Doch eine Reihe von Punkten lässt sich bereits im Vorfeld recht einfach erkennen. So zeichnet sich ein guter Franchisevertrag dadurch aus, dass alle Rechte und Pflichten des Franchisegebers und des –nehmers eindeutig beschrieben sind.

Konkrete Beschreibung aller Details

Dazu gehört etwa die genaue Beschreibung des Franchisesystems, ob ein Gebietsschutz besteht, die konkreten Leistungen des Franchisegebers wie regelmäßige Weitergabe von Know-how oder die ständige Aktualisierung des Franchisebuches. Häufig liefert der Franchisegeber regelmäßig neue Verkaufsideen oder Aktionsvorgaben, an die sich Franchisenehmer zum Teil halten müssen, zum Teil selbst entscheiden können, ob sie diese aufgreifen wollen. Wenn bei der Umsetzung Probleme auftauchen sollten, steht häufig jedem Franchisenehmer ein Franchiseberater zur Seite, der bei der Lösung hilft. Solche Details sollten klar im Vertrag geregelt sein.

Besonders wichtig: Laufzeit

Ein wichtiger Aspekt, der auch mit der Finanzierung zu tun hat, ist die Laufzeit des Vertrags, die nicht zu kurz und nicht zu lang sein sollte. Ist die Vertragslaufzeit zu lang, kommen Franchisenehmer mitunter in Schwierigkeiten, wenn ein Geschäft schlecht läuft, aber nicht aufgegeben werden kann. Hier gibt es dann oft nur noch die Möglichkeit, das laufende Geschäft mit Zustimmung des Franchisegebers zu verkaufen. Ist die Vertragslaufzeit zu kurz, kann es passieren, dass die Kredite noch nicht abbezahlt sind, wenn der Vertrag endet. Die ideale Laufzeit unterscheidet sich auch von Branche zu Branche.

Regeln für den Einkauf

Ein Großteil der Investitionen geht bei Ladengeschäften und Restaurants in die Inneneinrichtung. Oft schreibt der Franchisevertrag auch vor, wie häufig ein Remodeling, also eine Modernisierung durchgeführt werden muss. Dies sollte nicht unvorteilhaft für den Franchisenehmer ausfallen. Das gleiche gilt ebenso für die Einkaufsregelungen. Welche Ware bezieht der Franchisenehmer über den Systemlieferanten und in welchem Umfang kann er etwa bei einem Anbieter seiner Wahl nachbestellen?

Trennung von Abhängigkeiten

Es gilt zahlreiche weitere Aspekte zu beachten. So empfehlen einige Anwälte, nicht neben dem Franchisevertrag auch die Finanzierung oder den Mietvertrag mit dem Franchisegeber abzuschließen, weil sonst eine zu große Abhängigkeit besteht. Aus Sicht von der Deutschen Unternehmerbörse ist es auch wichtig, schon bei Beginn über das Ende des Vertrages zu sprechen und eine Regelung für den Verkauf zu treffen.

Franchisegebühren und weitere Kosten

Die Kosten, die für den Franchisenehmer zusätzlich zu den Investitionen in das Geschäft entstehen, sollten klar geregelt sein. Üblicherweise wird bei Eintritt in das System eine einmalige Gebühr fällig. Die laufenden Gebühren, die der Franchisenehmer für die Nutzung der Geschäftsidee, das Know-how und die Weiterentwicklung des Systems entrichten muss, orientieren sich am Nettoumsatz des Unternehmens. Wenn die Gewinne ausbleiben, trägt der Franchisenehmer das unternehmerische Risiko allein. Darüber hinaus können Umlagen für Werbung hinzukommen.

Das alles spricht dafür, dass sich potenzielle Unternehmer gut über das entsprechende Geschäft informieren sollten: Wie laufen andere Niederlassungen? Was sagen andere Franchisenehmer über das System? Nach wie vielen Jahren haben bereits bestehende Unternehmen Gewinn abgeworfen?

Ein Anwalt hilft

Es bietet sich an, bei jeder Klausel die Frage zu beantworten: Wie hoch ist das potenzielle Risiko und bin ich bereit und in der Lage das zu tragen? Dennoch empfiehlt sich: Jeder potenzielle Franchisenehmer sollte das Vertragswerk vor der Unterzeichnung unbedingt von einem Anwalt prüfen lassen.

Erste Checklisten finden Sie hier und hier.

Das interessiert andere Leser

  • Franchise-Umfrage: Wo, bitte, geht’s hier zum neuen Personal?

    Zum zweiten Jahr in Folge hat die Deutsche Unternehmerbörse Franchise-Systeme nach ihren größten Herausforderungen im Markt gefragt. Ganz oben: Die Suche nach Personal.

  • Späte Führungsnachfolge

    Der Brillenkönig Günther Fielmann behält noch weitere drei Jahre das Zepter in der Hand. Erst 2020 will er das Unternehmen in die Hände seines Sohnes legen.

  • Sachsen-Anhalt legt Fonds für die Unternehmensnachfolge auf

    Immer wieder scheitern Firmennachfolgen an der Finanzierung. Sachsen-Anhalt will dem nun vorbeugen – mit einem Fonds, ausgestattet mit 265 Millionen Euro.

  • „Psst, haben Sie schon gehört … ?“

    Wenn die Gerüchteküche brodelt, hat das selten Gutes zu bedeuten. Erst recht, wenn es um den Verkauf eines Unternehmens geht.

  • Zu schön, um wahr zu sein

    Was Franchisegeber Geschäftspartnern in spe über ihr System verraten müssen und woran man schwarze Schafe erkennt.

  • Geld vom Staat

    Auch Franchisenehmer kommen in den Genuss von staatlichen Fördertöpfen. Es müssen nur drei Kriterien erfüllt werden.

  • Deutschland paradox

    Die Bundesrepublik spielt wirtschaftlich in der ersten Liga – außer beim Gründungsgeschehen. Wie kann das sein?

  • Alles VUKA, oder was?

    Volatil, unsicher, komplex, ambivalent, kurz: VUKA. So beurteilen viele Chefs die Digitalisierung. Was tun?

  • Optimistische Chefs

    Deutschlands Unternehmer strotzen vor Optimismus. Dabei müssen sie in einem Punkt noch mächtig aufholen.

  • Erst Praktikum, dann Nachfolger

    Warum der Chef in spe bei seinem neuen Unternehmen erstmal eine Hospitanz absolvieren sollte.

  • Pflichtteilsrechte – die Büchse der Pandora

    Verstirbt ein Unternehmer, müssen häufig Kredite aufgenommen werden, um Erben auszuzahlen. Doch es geht auch anders.

  • Mehr als nur ein Spiel

    Zocken, daddeln – ist doch Kinderkram? Weit gefehlt. Video spielen ist zum Milliardenmarkt avanciert. So wollen Unternehmen und Vereine auf den neuen Goldesel aufsatteln.

  • Begehrte Pleitefirmen

    Warum ausländische Investoren um insolvente deutsche Unternehmen feilschen.

  • Gesucht, gefunden

    Wer genau weiß, was er will, wird schneller fündig: zum Beispiel auf der DUB-Franchisebörse. Im Fall von Lutz Große und dem System Filtafry war das ein Glücksfall für alle Beteiligten.

  • Risiko Familienunternehmen

    Familienunternehmen können schneller von einer Insolvenz bedroht sein als andere. Doch das Risiko lässt sich senken.

  • Von Mäusen und Gazellen

    „Growth Guy“ Verne Harnish, Gründer der Entrepreneurs’ Organization, Autor und Coach, verrät, warum Unternehmer einsam sind und wann das beste Timing für Firmenausbau oder -verkauf ist.

  • Keine Angst vor dem blauen Brief

    Wenn ein Familienunternehmen einen neuen Chef bekommt, werden Mitarbeiter selten gekündigt. Im Gegenteil.

  • Passende Partner

    Wenn ein Franchisenehmer einen Nachfolger für sein Unternehmen sucht, ist auch der Franchisegeber gefragt – um ihn dabei im Sinne des Systems zu unterstützen.

  • Franchise: Bedeutung und Nutzen des System-Handbuchs

    Lesen Sie mehr über die „Betriebsanleitung“ für die Führung des Franchisebetriebes.

  • Ehrgeiz und Leidenschaft

    Judith Williams. Die frühere Opernsängerin, heutige Unternehmerin und TV-Moderatorin über Rezepte für ein erfolgreiches Leben.

  • Digitale Potenziale

    Deutschland ist reif für ein digitales Gesundheitswesen. Deshalb unterstützt Die Techniker Existenzgründer, Talente und Visionäre.

  • Der Amazon-Plan

    Das entschlüsselte Erfolgsgeheimnis des Amazon-Gründers Jeff Bezos.

  • So digital tickt Berlin

    Alles #Neuland? Die Redaktion des DUB UNTERNEHMER-Magazins hat sechs deutsche Spitzenpolitiker nach ihrer Vision der digitalen Zukunft befragt.

  • Die vier wichtigsten „Deal Breaker“

    Deal Breaker können Übernahmen in letzter Minute scheitern lassen. Das sind die häufigsten.

  • Bilanzbombe Pensionen

    In vielen Firmen klaffen riesige Pensionslücken – ein ernstes Problem, vor allem beim Unternehmensverkauf.

  • Auf die (Franchise-)Größe kommt es an

    Einsteiger in der Franchise-Branche haben es schwer. Aber der Aufwand zahlt sich aus.

  • Unternehmensverkauf: Worauf bei Earn-Out-Klauseln achten?

    Was Unternehmensverkäufer und -käufer über variable Preiskomponenten wissen müssen.

  • Die fünf wichtigsten Trends der CeBIT

    2017 werden auf der CeBIT wieder die großen Trends der IT-Branche gezeigt. Ganz oben auf der Tagesordnung: künstliche Intelligenz.

  • Disruption meets Design

    Produktdesigner stehen vor einem Paradigmenwechsel. Die analoge und digitale Welt verschmelzen zunehmend miteinander. Was sich hinter der „new holistic experience“ verbirgt.

  • Wie ein Franchisenehmer seine Mitarbeiter für sich werben lässt

    Employer Branding – Ein Unternehmer aus Hannover zeigt, dass solche Kampagnen sinnvoll sein können.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick