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Auf die Räder, fertig, los!

Viele Firmen bieten ihren Angestellten neuerdings Dienstfahrräder an, die Geschäftswagen gleichgestellt sind. Das ist nicht nur gut für die Fitness, sondern schont auch die Umwelt. Zusätzliches Plus: Betrieb und Mitarbeiter sparen dabei Geld.

Die Zahlen der Studie „Fahrradfahren in Deutschland 2014“ des größten Fahrradversenders und -kaufhauses Europas, Rose aus Bocholt, sprechen für sich: 31 Prozent der Deutschen bevorzugen das Rad gegenüber dem Auto (27 Prozent). Eine zunehmend größere Rolle spielen auch E-Bikes: 18 Prozent der Deutschen würden für ein Fahrrad mit Elektromotor ihr Auto stehen lassen oder nutzen es bereitsals Autoersatz. „Ein Trend weg vom Auto und hin zum Zweirad ist deutlich zu erkennen“, sagt Thorsten Heckrath-Rose, Geschäftsführer von Rose Versand.

Hauptgrund für den Umstieg aufs Rad ist für 79 Prozent der Befragten die positive Wirkung auf die Gesundheit; gefolgt von 76 Prozent, denen die Umweltfreundlichkeit besonders wichtig ist. 68 Prozent schließlich möchten schlicht Kosten sparen. 56 Prozent umfahren lästige Staus, und genauso viele vermeiden mit dem Rad langes Parkplatzsuchen. Der jüngste Mikrozensus des Statistischen Bundesamts bestätigt die Attraktivität des Drahtesels gerade in Städten:
45 Prozent aller Arbeitswege sind weniger als zehn Kilometer lang.

Dienstfahrrad statt Dienstwagen

Seit dem 1. Januar 2012 sind Dienstfahrräder Geschäftswagen gleichgestellt und somit steuerlich begünstigt. „Der Arbeitgeber kauft ein Fahrrad, setzt dieses als Firmenfahrzeug von der Steuer ab und kann es einem Mitarbeiter entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung stellen“, sagt Michael Struck, Inhaber von E-Motion Technologies aus Hamburg, einem Verbund von herstellerunabhängigen E-Bike-Fachhändlern in Deutschland.

Nutzt der Arbeitnehmer das Fahrrad auch privat, entsteht ein geldwerter Vorteil, der zu versteuern ist – wie beim Auto mit monatlich einem Prozent des Listenpreises. Diese Regel stellt die Fahrer eines Dienstrads sogar besser als die eines Dienstwagens, denn für den Weg zur Arbeit sind nicht 0,03 Prozent je Entfernungskilometer zusätzlich fällig. Außerdem: Für die Steuerberechnung wird der Listenpreis des Fahrrads auf volle 100 Euro abgerundet. Kostet das Fahrrad bei spielsweise 1.099 Euro, zahlt der Mitarbeiter nur auf 1.000 Euro ein Prozent monatlich. „Wir wissen durch Kundenumfragen, dass die Jobradler ihre Räder tatsächlich als Auto-Ersatz nutzen“, sagt Ulrich Prediger, Geschäftsführer von Lease Rad, einem der großen Anbieter von leasingfinanzierten Zweirädern.

Rechenbeispiele: Ein Prozent von 1.000 Euro sind zehn Euro pro Monat. Bei einem angenommenen individuellen Steuersatz von 25 Prozent würden etwa 4,50 Euro Lohnsteuer und Sozialabgaben anfallen. Für ein Pedelec mit einem Listenpreis von 2.200 Euro sind bei gleichem Steuersatz monatlich etwa zehn Euro an Finanzamt und Sozialversicherung abzuführen. Peanuts im Vergleich zum Auto. Die Pauschale für den Arbeitsweg von 0,30 Euro je Entfernungskilometer kann der Dienstradler übrigens ebenfalls geltend machen.

Neben den Anschaffungskosten findet auch Zubehör Berücksichtigung, wenn es fest mit dem Rad verbunden ist. Dazu zählt etwa ein eingebauter Tacho. Nicht absetzbar dagegen sind Gepäcktaschen, Ersatzreifen oder abnehmbare Schlösser. Eine spezielle Diebstahlversicherung wird jedoch steuerlich anerkannt.

Freie Wahl bei Art und Modell

Klapprad, Mountainbike oder Rennrad – jedes Modell mit Pedalantrieb kann als Dienstrad genutzt werden. Nur bei Rädern mit Elektroantrieb gibt es Unterschiede: „Sogenannte Pedelecs werden mithilfe des Elektromotors auf höchstens 25 Kilometer pro Stunde beschleunigt, gelten daher als normales Fahrrad“, erklärt Struck (siehe Kasten rechts). Lässt sich das Rad per Elektroantrieb auf mehr als 25 Stundenkilometer beschleunigen, entfällt steuerlich das Fahrradprivileg. Dann sind wie bei Dienstwagen zusätzlich 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat für die Fahrt zur Arbeit fällig.

Nachdem Kuriere bereits seit Jahren Lastenfahrräder nutzen, kommen auch kleine Firmen und Handwerksbetriebe auf den Geschmack. Mit speziellen Zwei- oder Dreirädern transportieren sie Waren, Werkzeuge und andere Arbeitsutensilien. Auch der Transport kleinerer Möbelstücke ist per Lastenrad kein Problem.

Die deutschen Großstädte folgen damit dem Vorbild von Metropolen wie beispielsweise Kopenhagen. Dort besitzt immerhin jeder sechste Stadtbewohner ein Lastenrad. Von derlei Zahlen ist Deutschland (noch) weit entfernt. „Aber Transporträder spielen auch hier zusehends eine ernstzunehmende Rolle“, sagt Fachhändler Struck. Einige seiner Kunden ersetzen damit bereits ein Auto. Weiterer Vorteil: Laufende Kosten für Steuern oder Sprit fallen bei Transporträdern nicht an.

 

 

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