Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

"Manchmal steht mir mein großes Ego im Weg"

Welche Erfahrungen haben Sie geprägt?

Klitschko: Es gibt nichts Besseres als viel zu reisen, viel zu sehen und viel zu lernen. Man wird schlauer und lernt, die Welt und sich selbst besser zu verstehen. Bei mir kommt die Erfahrung von 25 Jahren als Leistungssportler hinzu. Ich habe in dieser Zeit wirklich alles von A bis Z durchgemacht. Ich bin froh, dass ich im wahrsten Sinne und im übertragenen Sinne des Wortes am Boden war, wieder aufgestanden bin und über die Zeit Energie, Ruhe und eine gewisse Beweglichkeit gewonnen habe. Ich habe es geschafft, meinen Weg erfolgreich weiterzugehen.

Gibt es Vorbilder für eine mehrgleisige Karriere, wie Sie sie anstreben?

Klitschko: Arnold Schwarzenegger ist ein gutes Beispiel für jemand, der in verschiedenen Welten und Feldern erfolgreich war – Bodybuilding, Schauspielerei, Politik. Auch er hat am Anfang viele Fehler gemacht, dann sein Talent entdeckt. Ob Wohltätigkeitsorganisation, politische oder geschäftliche Organisation - am Ende ist das Erfolgsrezept, die Methode, doch in allen Bereichen gleich, nur die Ansätze sind anders.

Warum sind aber viele ehemalige Top-Sportler keine erfolgreichen Geschäftsleute geworden?

Klitschko: Um erfolgreich zu sein, müssen sich Sportler zu einhundert Prozent auf ihren Sport konzentrieren. Das Konkurrentenfeld ist so groß und der Wettbewerb so hart, dass viele ihr Leben nur ihrem Sport widmen können. Dafür habe ich vollstes Verständnis. Das genau ist aber auch der Fehler, denn der Intellekt eines jeden reicht, um sich im Leben 360 Grad zu orientieren. Viele Sportler wissen beispielsweise nicht, wie sie das im Laufe ihrer Karriere erworbene Kapital einsetzen sollen. Das Geld muss richtig investiert, nicht nur ausgegeben werden. Im Laufe einer Karriere gewöhnt man sich an die zur Verfügung stehenden Summen. Der Appetit bleibt, aber das Futter wird irgendwann weniger. Es ist daher wichtig, sich schon frühzeitig auch mit dem Danach zu beschäftigen.

Welches Geschäftsfeld könnte für Sie künftig interessant sein?

Klitschko: Ich lebe schon fast seit meinem 14. Lebensjahr in Hotels und glaube, ich kenne alle Arten von Hotels auf dieser Welt, weil ich auch schon auf allen Kontinenten war. In Sachen Hotels bin ich Insider und als solcher weiß ich auch als Unternehmer genau, was die Kunden brauchen und was nicht. Das zeigt sich im „11 Mirrors“ in Kiew. Ich überlege, diese Hotelidee auch an anderen Orten zu verwirklichen. Vielleicht in London oder New York. Auch Hamburg sollte ich keinesfalls außer Acht lassen. Wenn die Olympischen Spiele 2024 nach Hamburg kommen, haben wir hier auf jeden Fall nicht genügend Betten. Davon abgesehen, dass solch ein Hotel die Tourismusstadt Hamburg wirklich bereichern würde.

Wo sehen Sie Ihre unternehmerische Heimat?

Klitschko: K2 Promotions hat seinen Haupsitz in Los Angeles, KMG hier in Hamburg. Auch in Kiew hat K2 Promotions ein Büro, die Klitschko Foundation sitzt dort ebenfalls. Darüber hinaus bin ich Gründer und Inhaber des „11 Mirrors“, des ersten Designhotels in Kiew. Ich fühle mich überall zu Hause. Dieses „überall“ darf jedoch nicht oberflächlich betrachtet werden. Ich bewege mich nur dorthin, wo ich schlussendlich auch zum Ziel finde.

Wo sehen Sie Ihren persönlichen Heimathafen?

Klitschko: Ich bin in Kasachstan geboren und zur Schule gegangen. Dort habe ich auch immer noch einen Freundeskreis, der mich mit dem Land verbindet, in dem ich meine ersten Schritte im Leben gemeistert habe. Danach habe ich in der Ukraine, in Kiew, gewohnt, bin heute auch häufig in den USA. Deutschland ist jedoch das Land, das Vitali und mir unglaublich viel gegeben hat. Und dafür sind wir sehr dankbar. Diese Verbundenheit, gerade auch zu Hamburg, wird immer bleiben.

Viele Unternehmer schöpfen Kraft aus einem starken familiären Zusammenhalt. Auch Sie?

Klitschko: Als ich Kind war, ist meine Familie viel gereist und durch die Arbeit meines Vaters häufig umgezogen. Das schweißt zusammen. Meine Familie ist ein großer Rückhalt. Mit ihr stand und stehe ich nie allein da. Ich habe immer große Unterstützung von ihr bekommen, die auch einen großen Aspekt meiner mentalen Stärke darstellt. Nur mit diesem Rückhalt können Sie erfolgreich sein.

Von der Familie einmal abgesehen – wo holen Sie sich Ihren Ausgleich?

Klitschko: Ich lebe sehr schnell, sehr intensiv und versuche dabei dennoch, körperliche Herausforderung und geistige Entspannung komplett in Einklang zu halten. Ich golfe gern und experimentiere intensiv mit Sportarten wie Bungeejumping, Klettern oder Snowboarden. Das motiviert mich, kann aber natürlich auch einmal schiefgehen – im Zweifel geht dann die Gesundheit vor. Sie ist das Wichtigste. Wenn ich mich allerdings nicht austobe, werde ich auch die notwendige innere Balance und Harmonie nicht erreichen. Sie entsteht aus der Mischung von Anspannung und Entspannung. Nicht nur für den Körper, auch für den Kopf.

Wie entwickeln Sie sich selbst weiter?

Klitschko: Ich habe schon viele Erfahrungen gesammelt, will mich dennoch immer weiterbilden und selbst finden. Dazu brauche ich das Engagement von Beratern und darf nicht beratungsresistent sein. Ich habe ein großes Ego, manchmal steht mir das im Weg. Denn aus dem Ego entspringen Emotionen, weitreichende Entscheidungen sollte man so jedoch nicht treffen. Da muss ich mein Ego zähmen.

Kurz-Vita

  • WLADIMIR KLITSCHKO wurde 2000 erstmals Boxweltmeister.
  • Ein Jahr später promovierte Klitschko an der Pädagogischen Universität Hryhorij Skoworoda im ukrainischen Perejaslaw-Chmelnyzkyj.
  • 2003 verlor er seinen Titel, wurde aber 2006 erneut Weltmeister.
  • Seitdem hat er seinen Status verteidigt und die Titel weiterer Verbände errungen.
  • Seit 2014 hat Klitschko eine Tochter mit US-Schauspielerin Hayden Panettiere.

 

Klitschko als Entrepreneur

  • K2 Promotions: 2003 gründeten die Klitschko-Brüder mit Tom Löffler den Boxpromoter mit Sitz in Los Angeles.
  • Klitschko Management Group: Die Agentur wurde 2007 von den Klitschko-Brüdern und deren langjährigen Manager Bernd Bönte gegründet. Als Veranstalter und Vermarkter der Klitschko-Boxkämpfe gegründet vermarket die KMG mittlerweile auch Persönlichkeiten und kümmert sich um deren Karriere nach der Karriere.
  • 11 Mirrors: 2012 eröffnete das erste Designhotel in Kiew, das von Inhaber Wladimir Klitschko inspiriert ist.
  • Klitschko Body Performance: 2015 gestartetes Online-Training- und Fitnessangebot, das auf Klitschkos Erfahrungen aus Training, Ernährung und Motivation basiert.
  • CAS Change & Innovation Management: Der von KMG und der Universität St. Gallen entwickelte Weiterbildungsstudiengang zum „Challenge Management“ startet im Februar 2016.

Teil 1: "Einen Lucky Punch gibt es nicht."
Teil 2: "Boxen ist der einzige Sport, der mit dem Leben vergleichbar ist."
Teil 3: "Erst durch den Misserfolg bin ich in die Balance gekommen."
Teil 4: "Manchmal steht mir mein großes Ego im Weg."

Das interessiert andere Leser

  • Zweite Karriere für Manager

    Nach einer erfolgreichen Karriere als Angestellter suchen immer mehr Manager eine neue Herausforderung. Kaufen oder gründen – das ist hier die Frage.

  • Ikone des Franchise: Waltraud Martius
    Buchverlosung

    Franchise-Geber müssen erfolgreich expandieren und sich zugleich immer wieder selbst erfinden. Ein neues Buch zeigt, wie das geht.

  • Mittelstand erhält auch in Zukunft privilegiert Kredite
    Privilegien für den Mittelstand

    Dank einer wegweisenden Entscheidung der EU-Kommission kommen kleinere Unternehmen besonders günstig an frisches Kapital.

  • Schönste Nebensache - EM exklusiv: Zu Gast in Fußball-Frankreich
    Paris oder Nizza – Hauptsache Frankreich

    Wir haben die zehn Spielorte der Fußball-EM gecheckt: Diese Locations sollte jeder Fußball-Pilgerer gesehen haben.

  • Was Investoren bei der Bewertung von Startups beachten sollten
    Einhörnern auf der Spur

    "Unicorns“ nennt man in den USA Tech-Firmen, die auf mindestens eine Milliarde Dollar taxiert werden. So erkennen Investoren Top-Start-ups.

  • Offroader unter Strom - SUVs mit Hybridantrieb
    Offroader unter Strom - SUVs mit Hybridantrieb

    Selbst Geländewagen wie der RAV4 von Toyota werden inzwischen mit Hybridantrieb angeboten. Was taugt der Teil-Stromer?

  • GEFUNDEN! Wie eine Übernahme zum Erfolg wird
    Die lange Suche

    Sechs Jahre lang suchte der Chef des fränkischen Mittelständlers N.K.G. Sondermaschinenbau einen Nachfolger. Hier ist seine Geschichte.

  • Redakteur Eike Benn (li.) mit Dr. Christian Reitwiessner (re.) von Ethereum
    Blockchain-Revolution

    Blockchain heißt die Technik, die hinter der digitalen Währung Bitcoin steckt und von Banken gefürchtet wird. Hat sie das Zeug zu einer Revolution?

  • Starke Konjunktur lässt Zahl der geschlossenen Firmen sinken

    Die Zahl insolventer Firmen geht in Deutschland immer weiter zurück. Die florierende Wirtschaft dämpft aber zugleich auch das Gründungsgeschehen.

  • Hört die Signale
    Das zweite Maschinenzeitalter

    Roboter und künstliche Intelligenz werden Arbeit und Gesellschaft nachhaltig verändern. Unternehmer müssen sich anpassen – zehn Tipps für die Transformation.

  • Führt Digitalisierung zum Generationenkonflikt in der Nachfolge?
    Selbstbewusste Nachfolger

    Eine neue Studie zeigt, wie die Chefs von morgen ticken: Die Nachfolger sind selbstbewusst und scheuen keinen Konflikt.

  • Schlagartig kreativ - Drums als Energiequelle für Mitarbeiter
    Trommeln für’s Gehirn

    Früher jubelten Rainer Schumann und seiner Band „Fury In The Slaughterhouse“ die Massen zu. Heute weckt der Schlagzeuger die Kreativität von Unternehmern.

  • Digitale Fitness - Möglichkeiten und Stolpersteine der Krankenkasse 4.0
    Krankenkassen in der Zwickmühle

    Kunden fordern digitale Angebote. Zugleich müssen ihre Daten geschützt werden. Wie die Techniker Krankenkasse die Herausforderung annimmt.

  • Aus zwei Welten
    Fintechs versus Banken

    In der Welt der Finanzdienstleister ist der Wettbewerb durch die Digitalisierung härter geworden. Was die Geldhäuser von den Startups lernen können.

  • Comeback versus Ruhestand - Fondsmanager: Schmecken die Rezepte der Altstars noch?
    Die (Ex-)Stars der Finanzbranche

    Sie bewegten Milliarden, waren jahrelang die Stars der Branche. Doch dann stürzten einige Fondsmanager. Gelingt ihnen nun ein Comeback?

  • Gerlinde Baumer - Partnerin der omegaconsulting GmbH
    Der Faktor Mensch

    Bei der Unternehmensnachfolge spielen nicht nur Zahlen eine Rolle, sondern auch der Faktor Mensch. Drei Beispiele zeigen, worauf es ankommt.

  • Finanzierung ohne Bank
    Roadshow im Rückspiegel

    Die Roadshow „Innovative Finanzierungslösungen für mittelständische Unternehmen“ war ein voller Erfolg. Ein Rückblick.

  • Ihr Flug! - Selbstwahrnehmung im Flugsimulator schärfen
    Ihr Flug! - Selbstwahrnehmung im Flugsimulator schärfen

    Im Flugsimulator einer Boeing 737 erfahren Führungskräfte, warum Selbstwahrnehmung ebenso wichtig ist, wie klare Aussagen zu treffen und Fehler zugeben zu können.

  • Den Unternehmensverkauf gut planen
    Den Unternehmensverkauf gut planen und richtig umsetzen

    Es ist unter Unternehmern allgemein bekannt, dass zwischen 2014 und 2018 in Deutschland ca. 80.000 – 120.000 Unternehmen zum Verkauf stehen, meist aufgrund einer nicht vorhandenen Unternehmensnachfolge.

  • Den Erfolg atmen -  Sri Sri Ravi Shankar über Entspannungstechnik
    Den Erfolg atmen - Sri Sri Ravi Shankar über Entspannungstechnik

    Meditation entspannt und stärkt das Selbsbewusstsein. Wer sie konsequent praktiziert, kann Berge versetzen – sagt Meditationslehrer Sri Sri Ravi Shankar. Seine Erfolge sprechen für sich.

  • Pickawood Crowdinvesting
    Was wurde eigentlich aus ...

    ... Pickawood? Vor einem Jahr sammelte der Online-Möbelshop 250.000 Euro über die Deutsche Unternehmerbörse DUB.de ein. Heute zählt es zu den wachstumsstärksten Startups Europas.

  • Endlich Spaß - So hilft Outfittery Männern beim Shoppen
    Hier shoppt Mann gern

    Klamotten zu kaufen macht Männern so viel Spaß wie die Toilette zu putzen. Im Schnitt tun sie es nur zwei Mal pro Jahr. Doch es gibt Abhilfe: Curated Shopping.

  • Neue Quellen erschließen
    Kapital ohne Kredit

    Darlehen sind derzeit besonders günstig, aber längst nicht jedes Unternehmen bekommt eins. Hier werden die besten Alternativen erklärt.

  • „Kenne deinen Kunden“ - Eckhard Geulen über Risikomanagement
    Wenn die Bänder stillstehen

    Zahlungs- und Produktionsausfälle sind Gift für das Unternehmen. Wie Big Data helfen kann, solche existenziellen Risiken zu verhindern.

  • „Die letzten fünf Prozent herauskitzeln“
    Startrainer im Interview

    Jürgen Klopp verrät, wie er die letzten fünf Prozent Leistung aus seiner Mannschaft herauskitzelt – und warum das Gehalt nicht alles ist.

  • Im Fokus - Die neuen Senioren als Zielgruppe
    Das Geheimnis der Best Ager

    Die Generation 50 plus ist kaufkräftig und technikaffin. Trotzdem gelingt es nur wenigen Unternehmen, diese Zielgruppe erfolgreich anzusprechen.

  • Raus aus dem Raster
    Raus aus dem Raster

    Ungezwungene Mitarbeiter-Events wie Hackathons und Barcamps bringen oft frische Ideen.

  • Ihr Porträt
    Aktive Unternehmenssuche

    Wenn attraktive Unternehmen bei DUB.de verkauft werden, stehen die Käufer Schlange. So erhöhen Sie Ihre Kaufchance.

  • Raus aus der Komfortzone
    Raus aus der Komfortzone

    Vertriebsexperte Dirk Kreuter sagt, wie Verkäufer in der digitalen Welt überleben.

  • Jetzt testen: Der WirtschaftsWoche Digitalpass

    1 Pass – 5 Produkte. Inklusive BörsenWoche, der wöchentliche Finanzbrief der WirtschaftsWoche für Privatanleger. Jetzt 4 Wochen gratis.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick