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Holzmanufaktur Stuttgart

Eine kleine Revolution zettelte der Tischler Volker Braun an, als er vor mehr als 33 Jahren auf Massivholz setzte.

 

Als Volker Braun im Jahr 1979 zusammen mit vier weiteren Tischlern und einem Kaufmann die Holzmanufaktur Stuttgart gründete, wollte er die Welt verbessern - zumindest ein wenig. "Unser Plan war es, saubere Möbel herzustellen, ohne Lack und mit Massivholz statt mit Spanplatten", erinnert sich Braun. Der Idealismus und die politische Überzeugung der Handwerker drückten sich auch dadurch aus, dass sie als Kollektiv arbeiten wollten.

Das erste Produkt der Holzmanufaktur waren Betten aus geöltem Massivholz. "Damals war das eine kleine Revolution", sagt Braun. "Vor dreißig Jahren war die Veredlung eines Möbelstückes mit Lack die Norm. Doch der enthielt oft Stoffe, die für Menschen ungesund waren." Wenn man Holz stattdessen mit Öl oder Wachs behandelt, gibt es dieses Problem nicht.

Ebenso revolutionär war der Einsatz von Massivholz. Bevor die Holzmanufaktur ihre Arbeit aufnahm, hatte es nur wenige Möbel aus diesem Material zu kaufen gegeben. Die meisten Betten und Tische bestanden aus Spanplatten. Tobias Rehder, Obermeister der Schreiner-Innung Stuttgart, findet es selbst aus heutiger Sicht noch bemerkenswert, wie entschlossen sich die Holzmanufaktur einer Marktnische widmete. "Das Schreiner-Handwerk ist konservativ. Da ist es mutig, ein Unternehmen zu gründen, das nur mit Massivholz arbeitet."

Der Mut zahlte sich aus: Die Produkte der Holzmanufaktur verkauften sich von Beginn an gut. Und das Sortiment vergrößerte sich stetig. Auf die Betten folgten Tische und Sideboards, ebenfalls aus Massivholz und veredelt mit Öl oder Wachs. Ein Auftritt auf der Kölner Möbelmesse im Jahr 1998 machte die Holzmanufaktur über die Grenzen Schwabens hinaus bekannt. Seitdem beliefert das Unternehmen Kunden deutschlandweit sowie in Österreich und der Schweiz. Braun setzt auf Nachhaltigkeit. Es werden überwiegend Hölzer aus Deutschland, Südfrankreich und Amerika verarbeitet, die ökologisch angebaut werden.

Inzwischen erwirtschaften 30 Mitarbeiter einen jährlichen Umsatz von rund drei Millionen Euro. Günstig sind die Produkte nicht: Betten und Tische kosten vierstellige Summen, für eine Einbauküche müssen Kunden fünfstellige Preise zahlen. Auf Wunsch stellen die Stuttgart auch Unikate her. Solche Sonderanfertigungen erhalten jedoch nur Kunden aus der Umgebung, die ihre Vorstellungen in einem persönlichen Gespräch mit einem der Tischler diskutiert haben.

In Stuttgart arbeiten nie mehr als zwei Handwerker an einem Möbelstück: Ein Mitarbeiter bringt das Holz in die richtige Form, der zweite übernimmt die Behandlung der Oberfläche mit Öl und Wachs. "Diese Tätigkeit erfordert viel Wissen, Fingerspitzengefühl und Routine", sagt Braun. Im wachsenden Markt für Massivholzmöbel sieht der Tischler sein Unternehmen gut aufgestellt. "Wir haben 33 Jahre Erfahrung. Das macht sich an der Qualität unserer Stücke bemerkbar."


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