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Deutsches Werben um den Standort im Osten

Trotz schwerer Rahmenbedingungen steigen die Investitionen.

Trotz Isolation und Sanktionen: Deutsche Firmen geben in Weißrussland keinesfalls auf. Im Gegenteil: Nach einer Umfrage der Repräsentanz der deutschen Wirtschaft in Minsk und des Deutsch-Weißrussischen Wirtschaftsklubs wollen 43 Prozent der befragten, in Belarus engagierten deutschen Unternehmen ihre Investitionen dort erhöhen. Zwei Drittel der Betriebe haben demnach bereits 2012 ihre Erlöse in Euro gesteigert. Der Standort Belarus bekommt so die Schulnote 2,6.

Das ist angesichts der politischen und staatswirtschaftlichen Rahmenbedingungen immerhin bemerkenswert. Aber vielleicht auch stark getrieben von der Hoffnung, unmittelbar vor der EU-Haustür doch noch einen neuen Standort mit gut gebildeten Fachkräften für sich erschließen zu können. Denn bisher nehmen deutsche Investitionen in Belarus mit 263 Millionen Dollar gerade einmal den sechsten Rang ein - nach Russland (mit dem Löwenanteil von neun Milliarden Dollar), aber auch hinter Zypern (1,6 Milliarden), der Türkei (527 Millionen), Österreich (474 Millionen) und den Niederlanden (355 Millionen).
Doch deutsche Wirtschaftsverbände sehen "weiterhin Interesse an Belarus", wie der Osteuropa-Experte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Tobias Baumann, sagt. Am 28. Oktober veranstalten DIHK, der Ost- und Mitteleuropa Verein (OMV) sowie der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) deshalb auch einen hochkarätig besetzten "Tag der belarussischen Wirtschaft" in Berlin.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (OA) und die IHK Erfurt betreiben "trotz der aktuellen Eiszeit im europäisch-belarussischen Verhältnis" ihr Partnerschaftsprojekt mit belarussischen Kammern und Verbänden weiter. Und organisieren so Fortbildungen. Diese, so der OA, dienen der "institutionellen Stärkung des belarussischen Privatsektors und der dortigen Wirtschaftsverbände".

Der Hunger auf Fortbildung sei in Belarus groß, und unterhalb einer gewissen Ebene könne man mit der Administration insgesamt recht gut arbeiten, begründet der Ost-Ausschuss sein Programm.

Der Rüsselsheimer Autohersteller Opel kündigte im Juni an, die Fertigung von Corsa-Modellen in Weißrussland zu prüfen. Der Kleinwagen Corsa würde dann von 2014 an von den Bändern der britisch-weißrussischen Firma Unison in Minsk laufen. Aus den Opel-Werken in Eisenach und Saragossa würden dann im ersten Produktionsjahr 7 000 Montagebausätze geliefert. Insgesamt sind bislang 350 deutsche Firmen in Weißrussland vertreten - zumeist aber nur als Handelsvertretungen.

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