Welches Franchise-Konzept passt zu mir?

Rund 1.000 Franchisegeber sind in Deutschland aktiv und jeder weist auf seine einzigartige Wettbewerbsstärke hin. Ein Franchisesystem, das universeller Erfolgsgarant für jedermann ist, gibt es aber leider nicht. Das Konzept sollte Ihnen ein solides Einkommen bieten und Freude bei der täglichen Arbeit machen - da ist sorgfältiges Selektieren angesagt. 

Vorauswahl

Verschiedenste Branchen kommen in Betracht, denn das Know-how eines Franchisekonzepts ermöglicht auch Quereinsteigern die Gründung in Geschäftsfeldern, in denen sie keine Berufserfahrung haben. Zu jedem Franchisesystem gehört ein Partnerprofil. Das zeigt, welche Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten ein Franchisenehmer haben sollte. Passt dieses Profil zu Ihnen? Denn der Erfolg als Unternehmer hängt wesentlich von Ihrer Persönlichkeit ab. Wichtig ist eine möglichst objektive Selbsteinschätzung Ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Voraussetzungen. Was kann ich finanzieren? Was muss ich mindestens verdienen, um meine private Lebenssituation finanziell zu sichern? Natürlich sollte langfristig ein Unternehmerlohn realisierbar sein, der spürbar über dem bisherigen Gehaltsniveau liegt. Was für den einen Gründer optimal ist, kann für einen anderen die Katastrophe sein. Man kann wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn trotz geringer Investitionen Gewinne entstehen, die den Lebensunterhalt gewährleisten. Bei einem Single, der günstig wohnt und keine besonderen finanziellen Verpflichtungen hat, mag das funktionieren. Das gleiche Konzept kommt aber für eine Familie mit Kindern und Kreditverpflichtungen aus der Eigenheimfinanzierung nicht in Frage, weil das benötigte Einkommen nicht erreicht werden kann. Wenn ein Systemeinstieg mit einem Investment von 500.000 Euro verbunden ist, Sie aber nur 20.000 Euro Eigenkapital haben, ist realistisch gesehen keine Finanzierung möglich. Als junger Mensch verfügen Sie vermutlich nicht über nennenswertes Eigenkapital, was die Investitionsmöglichkeiten in die Existenzgründung einschränkt. Als älterer Gründer hatten Sie die Chance Rücklagen zu bilden oder beim Verlust des Arbeitsplatzes durch die lange Betriebszugehörigkeit eventuell eine hohe Abfindung zu erhalten. Zumindest beim Start in die Selbständigkeit ergeben sich dadurch finanziell deutlich mehr Möglichkeiten.

Überlegungen zur persönlichen Flexibilität beim Standort und die Frage Newcomer oder etablierter Franchisegeber hängen eng zusammen und sind weitere Kriterien bei der Systemsuche. Jungen Systemen fehlt oft die Reife im Detail, das Systemmanagement funktioniert noch nicht richtig und der Bekanntheitsgrad am Markt ist gering. Leistungen wie Betriebsvergleiche oder Erfa-Tagungen werden möglicherweise noch gar nicht durchgeführt. Dafür besteht die Chance, reduzierte Franchise-Gebühren auszuhandeln. Etablierte Franchisesysteme dagegen bieten professionelle Systembetreuung und effizient organisierte Arbeitsprozesse. Allerdings steht nicht mehr jeder Wunschstandort zur Verfügung. Der Lebensmittelpunkt muss möglicherweise räumlich verlagert werden, was wiederum stark in das Familienleben eingreift. Die Vertragskonditionen sind nicht verhandelbar, dafür profitieren Sie vom Start weg von einer etablierten Marke. Der hohe Bekanntheitsgrad ist ein erheblicher Vorteil und bringt eine kürzere Anlaufphase mit sich.

Detailprüfung

Zu den Franchisekonzepten der engeren Wahl müssen dann detaillierte Informationen beschafft und bewertet werden. Das Geschäftskonzept sollte erprobt und der Franchisegeber finanziell und organisatorisch stabil sein, um Sie als Franchise-Partner dauerhaft zu unterstützen und seine vertraglich zugesicherten Leistungen zu gewährleisten. Die Bewertung der Leistungen des Franchisegebers und deren tatsächlicher Nutzen sind von großer Bedeutung. Außerdem sollte eine detaillierte Prüfung des Leistungsversprechens des Franchisegebers mit Blick auf die geforderten Franchisegebühren erfolgen. Das ist eine fachspezifische Aufgabe, denn ob die Franchisegebühr 3% oder 10% vom Umsatz beträgt, sagt nichts über die Leistungen des Franchisegebers aus. Hierzu lohnt es sich, einen auf Franchisefragen spezialisierten, neutralen Berater einzubinden.

Der Franchisegeber muss unaufgefordert alle Informationen offenlegen, die für die Entscheidungsfindung des Interessenten zum Systembeitritt von Bedeutung sind. Die Informationen müssen wahrheitsgetreu, vollständig und aktuell sein. Ein seriöser Franchisegeber ist in der Lage, die wirtschaftliche Perspektive durch Vergleichszahlen aus bestehenden Betrieben vorzuweisen. Das zeigt, auf welcher Grundlage die Erträge für einen Standort geplant werden, wann die Gewinnschwelle erreicht wird und welche Kostenstrukturen zu erwarten sind.

Vorteil einer Franchisegründung ist die Möglichkeit, verschiedene Alternativen zu prüfen und bewerten zu können – und Sie kommen nicht als Bittsteller zum Franchisegeber, sondern als Verhandlungspartner auf Augenhöhe.

Das interessiert andere Leser

Gastbeitrag

Reinhard Wingral
Global Franchise AG

 Weitere Informationen erhalten Sie im Profil

DUB-Franchisebörse

Gründen Sie Ihr eigenes Unternehmen unter einer starken Marke und in einem getesteten Markt.
Finden Sie jetzt das Franchisesystem, das zu Ihnen passt!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser
  • FRANCHISE WEITER IM AUFWIND:
    Franchise weiter im Aufwind

    Steigende Umsätze, mehr Systeme und Partner: Der Franchiseverband hat positive Zahlen vermeldet und wieder die begehrten Awards verliehen.

  • Christian Grusemann vom IT-Systemhaus Bechtle
    Managed Security Services

    Nicht jedem Unternehmen gelingt es, die IT intern zu sichern. Die Alternative: Outsourcing. Christian Grusemann vom IT-Systemhaus Bechtle sagt, wie das aussieht.

  • Versicherungsbestand verkaufen – darauf sollten Sie achten
    Versicherungsbestand verkaufen – darauf sollten Sie achten

    Der Verkauf eines Versicherungbestandes gehört zu den spezielleren Formen der Nachfolge im Mittelstand - So läuft der Verkaufsprozess problemlos ab.

  • KfW-Sonderveröffenlichung
    Digitalisierung im Mittelstand - KfW-Sonderveröffentlichung

    Mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmen plant aktuell digitale Projekte. Die Zeit für Investitionen ist günstig, Förderkredite bieten Unternehmen wie der E.M. Group attraktive Konditionen.

  • Wenn es perfekt passt

    Die NGC Nachfolgekapital tätigt mit dem Kauf der E-M-C-direct ihre erste Beteiligung. Ein zielgerichteter Nachfolgeprozess.

  • Die bKV-Experten über die Perspektiven der betrieblichen Krankenversicherung
    Wie der Chef für die Mitarbeiter sorgen kann

    Die bKV-Experten Rainer Ebenkamp, Frank Nobis, Sabrina van de Bürie, Robert Gladis und Marc Simons über die Perspektiven der betrieblichen Krankenversicherung.

  • Sonja Wärntges, CEO des Immobilienkonzerns DIC Asset.
    Wandel der Immobilienbranche

    Nur vier börsennotierte Unternehmen in Deutschland werden von einer Frau geführt. Sonja Wärntges, CEO des Immobilienkonzerns DIC Asset, zählt zu ihnen.

  • Miriam Wohlfarth, Geschäftsführerin und Gründerin des Zahlungsdienstleisters RatePAY
    Goldgräberstimmung

    Miriam Wohlfarth, Geschäftsführerin und Gründerin des Zahlungsdienstleisters RatePAY, über die Chancen der Digitalwirtschaft, eine perfekte Basis für Gleichberechtigung und Vielfalt in Unternehmen zu bieten.

  • Simone Ashoff, Good School
    Eine Frau, die das Digitale liebt und lebt

    Wie arbeiten Computerhacker? Und wie fühlt es sich auf einer virtuellen Schaukel an? In ihrer Good School hilft Simone Ashoff Managern, Digitalisierung (neu) zu begreifen.

  • Anke Giesen, Vorstand Operations bei Fraport
    „Mehr Diversität steigert den Unternehmenserfolg”

    Als Vorstand Operations bewegt Anke Giesen den Flughafenbetreiber Fraport. Die Förderung von Frauen ist für sie eine Herzensangelegenheit.

  • Dr. Melanie Maas-Brunner, President Nutrition & Health beim Chemieunternehmen BASF.
    Vielseitig Team führen zum Erfolg

    Welche Mechanismen bei der Suche nach passenden Talenten greifen und warum Mädchen Naturwissenschaften studieren sollten, erklärt Dr. Melanie Maas-Brunner, President Nutrition & Health beim Chemieunternehmen ...

  • Veronika Bunk-Sanderson, Telefónica Deutschland
    Kommunikation als Kernkompetenz

    Veronika Bunk-Sanderson steuert für Telefónica Deutschland als Director Communication und Investor Relations das Selbst- und Fremdbild des Telekommunikationsdienstleisters. Ein Interview mit dem DUB ...