Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Unternehmer per System

Mit Franchising kann der Traum von der unternehmerischen Selbstständigkeit schnell wahr werden. Richtig angepackt, ist es ein Geschäftsmodell, von dem Franchisegeber wie -nehmer profitieren. Dr. Kerstin Nina Schulz erklärt den juristischen Rahmen.

Franchising beschreibt die auf Dauer angelegte Zusammenarbeit zweier rechtlich und finanziell selbstständiger Unternehmen. Für Franchisegeber und -nehmer hält diese dezentrale Vertriebsform neben der Möglichkeit, unternehmerisch tätig zu sein, ebenso viele Rechte wie Pflichten bereit. Die Augsburger Juristin und Franchise-Expertin Dr. Kerstin Nina Schulz im Interview über rechtliche Grundlagen.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Welcher rechtliche Rahmen regelt Franchising in Deutschland?

Dr. Kerstin Nina Schulz: Hierzulande gibt es kein Franchisegesetz und auch keine speziellen Vorschriften, die einen Franchisevertrag regeln. Vielmehr setzt sich der Vertrag aus Elementen verschiedener Typen wie etwa Kauf-, Miet- und Dienstleistungsvertrag zusammen.

Primär sind die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs und des Handelsgesetzbuchs direkt oder analog anwendbar. Es müssen aber auch Spezialgesetze wie das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und Vorgaben der Europäischen Union berücksichtigt werden.

Dies hat zu einer umfangreichen Rechtsprechung geführt, die das Franchiserecht maßgeblich mitbestimmt.

Gibt es einen Standardvertrag?

Schulz: Nein, den gibt es nicht. Die Vertragsgestaltung muss immer individuell auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt sein. Leider kommt es immer häufiger vor, dass Vertragsvorlagen aus dem Internet genutzt werden, die von Experten weder erstellt noch geprüft wurden. Das birgt ein großes Gefahrenpotenzial – für Franchisenehmer wie -geber.

Was muss in einem Franchisevertrag stehen?

Schulz: Enthalten sind üblicherweise Regelungen zu Vertragsgebiet und -laufzeit, Kündigungsmöglichkeiten, Geheimhaltungsvereinbarungen, Vertragsstrafenregelungen bei Verstößen und Angaben zu den Franchisegebühren. Aber auch Regelungen zu Abnahmeverpflichtungen des Franchisenehmers, Wettbewerbsverboten und vielem mehr.

Worauf sollten vor allem Franchisenehmer achten?

Schulz: Dem Franchisenehmer muss klar sein, dass er zwar ein selbstständiger Unternehmer ist, der in eigenem Namen und auf eigene Rechnung handelt – er sich aber vollumfänglich an die oft strengen Systemvorgaben und Regularien halten muss.

Ein solches Franchisingsystem ist gekennzeichnet von einem einheitlichen Auftreten sowie einem gemeinsamen Organisations- und Marketingkonzept, das in einem Handbuch niedergelegt sein sollte.

Eigene Ideen zu verwirklichen ist nur in Absprache mit dem Franchisegeber möglich. Auch kann der Franchisenehmer nach Vertragsbeendigung sein Unternehmen nicht einem Dritten übergeben, ohne dies vorher mit dem Franchisegeber geklärt zu haben. Häufig übernimmt Letzterer dann das gesamte Unternehmen inklusive Kundenstamm.

Dr. Kerstin Nina Schulz ist Rechtsanwältin in Augsburg und hat über Franchiserecht promoviert. Sie ist im Expertenforum Franchising tätig

Das interessiert andere Leser

  • Auf der sicheren Seite

    Die 17 deutschen Bürgschaftsbanken sind private Förderinstitute, die mittelständischen Unternehmen den Weg zu mehr Kapital ebnen.

  • Erfolg beginnt im Kopf

    Was verbindet Mark Zuckerberg und Wickie den Wikinger? Ihr Erfolg beginnt im Kopf. Der eine erdachte Facebook, der andere hilft seinen Freunden mit klugen Einfällen. Die Idee ist die Basis für erfolgreiches ...

  • Großprojekte im Fokus

    Projektinvestitionen sind oft Meilensteine bei der Erreichung strategischer Ziele. Häufig gehen damit hohe Risiken einher, die besonderer Aufmerksamkeit von Management und Aufsichtsrat bedürfen.

  • Vorbildliche Führung

    Ottmar Hitzfeld erklärt auf dem zweiten DUB UNTERNEHMER-Dinner, wie er Teams erfolgreich führt und wie er lernen musste, Druck zu managen.

  • Halterhaftung für den Fuhrpark

    Halterhaftung für den Fuhrpark birgt für den Verantwortlichen ein erhebliches Haftungsrisiko, das sich besonders offenbart, wenn es um die Haftungsverteilung nach einem Verkehrsunfall geht.

  • Das Geheimnis der Gewinnmaschinen

    Anlegern gelingt es nur sehr schwer - viele Unternehmen, auch deutsche, schaffen es aber Jahr für Jahr. Sie streichen Renditen von 25 und mehr Prozent ein.

  • Führen mit Stil

    Über Managementprinzipien und E-Commerce-Wandel diskutierten Otto-Vize-Chef Dr. Rainer Hillebrand und Ebay-Deutschland-Lenker Dr. Stephan Zoll auf dem ersten Hamburger Unternehmer-Dinner von EO und DUB.

  • Können Unternehmer ein Privatleben haben?

    Führungskräftetrainer und Effizienzexperten engagieren sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Doch vielbeschäftigte Unternehmer finden dieses Ziel oft unrealistisch.

  • „Wichtig war, nie abzuheben“

    „Der Doktor, der Kämpfer, der Sieger“ – unter diesem Titel ist eine Biografie über Professor Dr. Reinfried Pohl, den Gründer der Deutschen Vermögensberatung AG, erschienen. DUB UNTERNEHMER sprach mit ihm über ...

  • Passion für Pferde

    In dieser Serie berichten Unternehmerpersönlichkeiten davon, welchen Leidenschaften sie in ihrer Freizeit nachgehen. Den Auftakt macht Albert Darboven, Vorstandsvorsitzender und Inhaber des ...

  • Rendite – eine Standortfrage

    Deutschland ist im Immobilienfieber, auch bei Unternehmern. Beliebt sind nach wie vor A-Standorte wie München oder Frankfurt am Main – doch sind sie auch lohnenswert?

  • China Inside

    Reisen, lernen, netzwerken – Ende Mai wird eine „Handelsblatt“-Reisedelegation Kurs gen China nehmen, um das Reich der Mitte zu erkunden. Fünf Unternehmerinnen und Unternehmer erzählen, warum sie mit an Bord ...

  • Stolpersteine für Fremdmanager in Familienfirmen

    Der eine gibt zu viel Geld aus, der andere geht zu selten durch die Produktion: Manager, die neu in ein Familienunternehmen kommen, haben es nicht immer leicht.Dabei haben die Außenseiter einen entscheidenden ...

  • „Man kann nicht alle Cyber-Angriffe verhindern“

    Cybercrime-Experte Marco Gercke über Strategien der Prävention, die Verantwortung der Vorstände und was man aus simulierten Attacken lernen kann.

  • Immer etwas mehr tun

    - sprich besser, fleißiger, erfolgreicher sein -, so das Credo von Professor Dr. Reinfried Pohl. Der 85-Jährige führt die DVAG, den größten eigenständigen Finanzvertrieb Deutschlands, seit fast vier ...

  • Bewertung von GmbH-Anteilen zu Verkehrswerten unter steuerlichen Prämissen

    Während bis zum Jahr 2008 GmbH-Anteile für die vorgenannten steuerlichen Zwecke mit dem Stuttgarter Verfahren bewertet wurden, gelten seit dem ersten Januar 2009 andere Regeln.

  • Öko-Vorbild

    Claus Hipp leitet in dritter Generation den Säuglingsnahrungshersteller Hipp. Er führt die begründete Tradition der nachhaltigen Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln fort.

  • Was verdienen Vorstände?

    Aktionäre fordern heute maximale Transparenz über die Corporate Governance des Unternehmens. Dies gilt auch für die Vergütung der Vorstände.

  • Inhaber als Wachstumsbremse

    Wenn in Familienunternehmen nur einer das Sagen hat oder aber viel zu viele mitmischen, wachsen die Firmen langsamer.Dass dies nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, zeigt eine exklusive Studie, die dem ...

  • Einfacher, billiger, leichter

    Chinesische Firmen erobern den Maschinenbau. Die deutsche Vorzeigebranche ist alarmiert.

  • "Wir können zuhören"

    Die Hamburger Volksbank wurde in einer Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft zu Hamburgs mittelstandsfreundlichster Bank gekürt.

  • Herausforderung Reporting

    Flexibler, schneller, transparenter – das Berichtswesen leistet heute mehr denn je einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenssteuerung. Dazu bedarf es zuverlässiger Daten.

  • Wenn die Auslandsexpansion scheitert

    Wal-Mart zieht sich aus Deutschland zurück, Thyssen-Krupp kehrt Brasilien den Rücken und MyParfum macht eine Bruchlandung in den USA. Woran Auslandsgeschäfte scheitern – und warum manchmal Bescheidenheit ...

  • Chefs auf Zeit

    Die meisten Aufträge erreichen sie aus der Automobilbranche sowie vom Maschinen- und Anlagenbau. Auf Interim-Manager greifen immer mehr Unternehmen zurück. Dennoch gibt es weiterhin Skeptiker.

  • Runter vom Sockel

    Mehr und mehr Führungskräfte von Unternehmen warten nicht mehr, bis die Mitarbeiter kommen, sondern gehen direkt zu ihnen. Aber zu viel Nähe der Chefs ist riskant

  • Automatisch unter Kontrolle

    Die Automatisierung interner Kontrollen kann die Effizienz und Effektivität von Überwachungssystemen entscheidend erhöhen. In der Praxis wird dieses Potenzial selten genutzt.

  • Verstecken nützt nichts

    Viele Unternehmer haben die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf die einheitlichen europäischen Formate noch nicht in Angriff genommen. Dabei wird es höchste Zeit.

  • Nachhaltig erfolgreich

    Lange bestimmten kurzfristige Renditeziele die Strategie vieler Unternehmen. Aus der Langzeitperspektive sind jedoch ökologische und soziale Aspekte von erheblicher Bedeutung.

  • Der Beirat in der GmbH

    Was bei der Einrichtung eines GmbH-Beirats zu beachten ist.

  • Sinnvolle Effizienzprüfung

    Eine Evaluierung im Aufsichtsrat bietet dem Gremium die Chance zu einer nachhaltigen Optimierung von Prozessen und einem „Mind Change“ in seiner Arbeit.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick