Trends im Franchiserecht: Flexibel bleiben

Verlässliche Regelungen sind wichtig, doch dürfen sie Innovationen keinesfalls im Wege stehen.

Standortsicherung war schon immer ein Thema für Franchise-Systeme, meist zurückhaltend und risikovermeidend. Wer heute beispielsweise Einzelhandel an 1-A- oder auch 1-B-Lagen betreiben will, wird um eine klare Fokussierung auf die eigene Anmietung von Flächen nicht umhinkommen. Der Versuch, den Standort durch Eintrittsklauseln in einen Mietvertrag zwischen Dritten abzusichern, wird häufig scheitern.

Franchiserecht: Marketing an der ersten Stelle

Ein klares Konzept und eine Zukunftsvision über das Verhältnis und die Aufgabenverteilung online sowie offline wird Regelungsbedarf hervorrufen: Partizipation an den Ergebnissen, Aufgabenverteilung, Kundenzuordnung, Datenschutz und letztlich der Verzicht auf Kundenschutz oder exklusive Vertragsgebiete. Die Strahlkraft der Marke und deren Nutzbarmachung für die Franchise-Partner wird auch zukünftig eine wichtige Aufgabe der Systeme sein: Dazu gehört zentrales Marketing, orientiert am Markt und Wettbewerb in allen Kanälen einschließlich Social Media, Sortimente, Nachhaltigkeit, Transparenz der Beschaffung sowie Logistikkonzepte. In Konsequenz kann dies das Ende von Warenbezugsverpflichtungen bedeuten, weil diese starr und inflexibel nicht zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

Franchiserecht: Innovation und Integration

Innovation – oder aktuell auch Digitalisierung – wird in den nächsten Jahren die Zentralaufgabe der Systeme sein. Laufzeiten, Leistungsinhalte, IT-Lösungen und Warenwirtschaft sowie Gebührenstrukturen in den Vertragswerken dürfen nicht Hemmschuh für Innovationen sein, die sich vertragsrechtlich wirksam erst nach fünf oder zehn Jahren einführen lassen. Innovationen fordern kürzere Laufzeiten oder Eingriffsmöglichkeiten zur Veränderung des Verhältnisses von Leistung und Gegenleistung. Langfristige Existenzsicherung darf nicht der Flexibilität der Systementwicklung entgegenstehen.

Franchising wird ein Integrationsinstrument sein und neue Franchisenehmer aus dem sich verändernden gesellschaftlichen Umfeld und aus anderen Herkunftsländern gewinnen. Dazu bedarf es vorgeschalteter Vertragswerke mit geringerem wirtschaftlichen Einsatz und der Chance auf mehr unternehmerisches Engagement. Nichts ist so sicher wie die Veränderung: Packen Sie es offensiv an!

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Die Rechtsanwälte Günter Erdmann und Dr. Hermann Lindhorst für das DUB UNTERNEHMER-Magazin
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