Mehr Möglichkeiten für Frauen im Franchise

Als Franchisenehmer durchstarten: Das machen bislang vor allem Männer. Eine Umfrage des Deutschen Franchise-Verbands zeigt zudem: Unter den Führungskräften in den Systemen gibt es relativ wenige Frauen. Das dürfte sich in den nächsten Jahren aber ändern.
Franchise: Mehr Möglichkeiten für Frauen als jemals zuvor.

Clarie Robinson, Chefin des britischen Franchise-Verbands AFA (Approved Franchise Association) ist zuversichtlich, was die Entwicklungschancen von Frauen im Franchise angeht. "Es gibt mehr und mehr Möglichkeiten für weibliche Franchisenehmer ihren Job mit ihrem Privatleben zu vereinbaren.“ Sie verweist auf den Trend Home Office und denkt an terminbezogene Angebote wie Tanzkurse oder Nachhilfe für Kinder. „Das gibt gerade Müttern die Flexibilität, die sie brauchen“, sagt Robinson. Es besteht kein Zweifel, dass Frauen heute im Franchising mehr Möglichkeiten haben als jemals zuvor.

Wie sieht es in Deutschland aus? Frauen sind bekanntermaßen unterrepräsentiert in den einflussreichen Positionen der deutschen Wirtschaft. Obwohl Frauen 44 Prozent der Beschäftigten stellen, sind nur 26 Prozent der obersten Führungskräfte in den Unternehmen weiblich. Dabei gilt die Regel: Je größer das Unternehmen, desto weniger Frauen stehen an der Spitze. Unerfreulich auch die Tatsache: Seit 2004 ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen um gerade mal zwei Prozentpunkte gestiegen.

Macht die Franchise-Wirtschaft dabei eine Ausnahme? Die Antwort lautet: Nein. Eine vom Deutschen Franchise-Verband gemachte Umfrage ergab: Im Durchschnitt ist weniger als jeder fünfte Franchisenehmer weiblich. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 waren 63 Prozent aller Gründer in Deutschland männlich, dementsprechend 37 Prozent weiblich.

Zu den weiblichen Franchisenehmerinnen zählen unter anderem Annette Meyer von Town & Country, die Franchisegründerin 2018 ist. Sie ist damit abseits weiblicher Gründungsklischees wie der Kosmetikindustrie in einer eher männlichen geprägten Branche wie dem Baugewerbe erfolgreich. Einen Namen als erfolgreiche Franchisenehmerin hat sich auch Grit Krux von Mrs. Sporty gemacht.

Noch kümmerlicher als bei den Franchisenehmerinnen ist der Anteil der weiblichen Führungskräfte in den Franchisesystemen. Im Durchschnitt liegt der Anteil aktuell bei 22 Prozent. Betrachtet man den Median sind es sogar nur zehn Prozent. Der Median einer Auflistung von Zahlenwerten ist der Wert, der an der mittleren (zentralen) Stelle steht, wenn man die Werte der Größe nach sortiert.

Ein kurioses Ergebnis hat die Umfrage geliefert, als es um das Geschlechterverhältnis bei den Beschäftigten ging. Im Durchschnitt und Median liegt das Geschlechterverhältnis der Mitarbeiter bei ausgewogenen 48 bis 50 Prozent – so weit so gut. Es gibt aber auch Systeme, so der Franchise-Verband, mit sowohl 0 Prozent also auch 100 Prozent Frauenanteil an den Gesamtbeschäftigten. Um welche Firmen es sich dabei handelt, bleibt unklar: die Umfrage war anonymisiert gestaltet.

Keine validen Zahlen gibt es laut Verband dazu, wie viele Frauen es auf Seite der Systemgeber gibt. Der Verband nennt exemplarisch: Daniela Jost (Traumhochzeit), Christine Markreiter (wax in the city), Christine Schremb (News Horizons) und Emma Lehner (Bodystreet).

Allerdings zeigt genau diese Auflistung: Egal in welcher Branche, ob wie Annette Meyer im Hausbau oder Grit Krux im Fitnessbereich - es gibt nichts, was Frauen nicht auch machen können.

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