Generationenwechsel im Franchise

„Aktiver werden“

Mit Kai Enders hat der Deutsche Franchiseverband im Mai einen neuen Präsidenten gekürt. Der Vorstand von Engel & Völkers sagt, wie er den Nachwuchs begeistern, die Digitalisierung fördern und die Mitgliederzahl ausbauen will.


Präsident des DFV: Kai Enders (Foto: Engel & Völkers)

Die Akquise neuer Franchisenehmer, sagt Kai Enders, sei die zentrale Herausforderung, der die Systeme begegnen müssten. Im Gespräch mit dem DUB UNTERNEHMER-Magazin zeigt sich der im Mai neu gewählte Präsident des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) zugänglich und überzeugt von seiner Mission. Sicher ein Grund, weshalb ihm 84 Prozent der Mitglieder bei der Wahl ihre Stimme und damit das Vertrauen gaben, diese und weitere Herausforderungen der Branche zu meistern. Enders, seit drei Jahren im DFV-Vorstand, sieht die Wahl auch als eine Bestätigung für das Engel & Völkers-Franchisesystem, das er verantwortet.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Die Gretchenfrage gleich zu Beginn: Die Akquise neuer Franchisenehmer ist keine neue Herausforderung für die Branche. Warum schreibt sich der Verband das erst jetzt mit Ihrer Präsidentschaft explizit auf die Fahne?
Kai Enders:
Richtig, die Herausforderung bestand auch schon früher. Und sie wurde auch angenommen – von jedem einzelnen Franchisegeber. Das Thema Nachwuchs ist für etablierte und neue Systeme von entscheidender Bedeutung. Und zwar über alle Branchen, in denen unsere Mitgliedsunternehmen tätig sind, hinweg. Hier ist verbandsseitig lange nicht viel passiert. Das ändert sich jetzt. So haben wir einen Ausschuss eingerichtet, der sich regelmäßig zum Thema austauscht. Zudem werden wir deutlicher kommunizieren, wie attraktiv es ist, Franchiseunternehmer zu sein – und das auch im Netz.

Welche weiteren Themen haben für Sie Priorität?
Enders:
Neben „Muss-­Themen“ wie der Interessensvertretung gegenüber Politik und Öffentlichkeit oder der internationalen Zusammenarbeit geht es mir persönlich darum, Mehrwerte für unsere Mitglieder zu schaffen. Vor allem für die kleineren Systeme. Neben der Akquisition neuer Franchisenehmer und dem Generationswechsel bei etablierten Franchisesystemen geht es um Führung, Weiterentwicklung oder die Digitalisierung in der Systemzentrale. Ein Beipiel: Mit intelligenten Chat-­Funktionen im Rahmen von Softwarelösungen können Informationsaustausch und Gemeinschaftsgefühl gefördert werden. So muss kein Außendienstler mehr von Filiale zu Filiale reisen.

Wie intensiv widmen sich Ihre Mitgliedsunternehmen der Digitalisierung?
Enders:
Vielen erscheint das Thema zunächst einmal riesig. Um die Digitalisierung herunterzubrechen, gilt es vor allem, pragmatische Lösungen zu finden und zu nutzen. Wieder ist hier der Erfahrungsaustausch ein wichtiges Instrument. Auch wenn die Herausforderungen je nach Branche unterschiedlich ausfallen mögen, helfen Roundtables, sich dem Thema praxisorientiert zu nähern.

Welche Erwartungshaltung haben ihre Mitglieder?
Enders:
Tatsächlich habe ich im Zuge meiner Präsidentschaftskandidatur mit vielen Mitgliedsunternehmen gesprochen und dabei festgestellt, dass so mancher die Vorteile gar nicht mehr gesehen hat, sondern einfach davon ausgegangen ist, dass eine Verbandsmitgliedschaft eben dazugehört. Der neue Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Vorteile, Teil des DFV zu sein, wieder klar erkennbar sind. Wir werden Sprachrohr für alle sein und weiter wachsen.

Können Sie uns konkrete Zahlen nennen?
Enders:
Unsere Mitgliedszahl liegt recht konstant bei gut 280 Systemen. Mit seinen Mitgliedern repräsentiert der DFV definitiv den Markt. Dennoch existieren da draußen sicher noch 100 weitere Systeme, die gut zu unseren hohen Qualitätsstandards passen würden. An die 40 davon würden wir bis Ende 2017 gern gewinnen. Wir werden Hindernisse ausräumen, Prozesse wie den Mitgliedsantrag entschlacken, Beiträge senken und potenzielle Mitglieder aktiv ansprechen. Mit den Namen, die bei uns organisiert sind, werden wir werben. Diese Chance hatten wir bislang gar nicht genutzt. Übrigens konnten wir 2016 bereits 25 Systeme neu integrieren.

Sie nannten eingangs das Stichwort Generationswechsel. Worin genau liegt die Herausforderung?
Enders:
Die etablierten Franchisegeber haben eigentlich alle Mechanismen implementiert, die eine Nachfolge ermöglichen, wenn sich ein Franchisenehmer aus Altersgründen aus seinem Geschäft zurückzieht. Zu einer Herausforderung wird der Generationswechsel allerdings dann, wenn der­ oder diejenige ein ganzes Portfolio von Filialen geleitet hat. Hier einen Nachfolger zu finden, heißt einen Investor mit Managementfähigkeiten zu finden. Solche spannenden Optionen müssen besser vermarktet werden. Dabei hilft eine Franchisebörse wie die der Deutschen Unternehmerbörse auf DUB.de.

Mehr Infos zum DFV unter www.franchiseverband.com

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