Franchisenehmer vergeben Note 2,6 für ihr System

Das Spektrum an Franchise-Systemen ist extrem breit. Trotzdem lassen sich valide Durchschnittsnoten ermitteln, etwa die die Zufriedenheit der Franchisenehmer widerspiegeln. Forscher haben zudem die Beweggründe für eine Trennung von Franchisenehmer und -geber analysiert.

Joeys, McFit, Schülerhilfe: Franchise hat sich als Geschäftsmodell in vielen Branchen durchgesetzt. Aber wie zufrieden sind die Franchisenehmer wirklich mit ihren Systemen in Deutschland? Das hat eine Studie des „Internationales Centrum für Franchising und Cooperation“ der Universität Münster untersucht. Die Forscher haben dazu 89 Angebote ausgewertet, in Deutschland existieren rund 950. Die Franchisenehmer, so das Hauptergebnis der Studie, vergeben im Durchschnitt die Note 2,6. Die 7er-Skala reicht von 1=sehr zufrieden bis zu 7=sehr unzufrieden.

Erfreulich auch das Feedback für die Franchisegeber: 85 Prozent der Franchisenehmer würden sich wieder für ihr System entscheiden, 81 Prozent das System im Freundes- und Bekanntenkreis bewerben. Um das Bild weiter auszudifferenzieren haben die Wissenschaftler die Befragten in drei Gruppen eingeteilt, in eine Gruppe mit sehr hoher Zufriedenheit, eine Gruppe mit hoher oder eher hoher Zufriedenheit und eine dritte Gruppe mit Verbesserungspotenzial. Es zeigt sich im Weiteren, dass die 20 Prozent der Franchisenehmer der Gruppe 1 und 2 innerhalb von vier Jahren nach dem Start aufgeben, in der Gruppe sind es allerdings 38 Prozent. Franchise ist also nicht gleich Franchise.

Zudem untersuchten die Forscher die Beweggründe der Trennung. 32 Prozent der Franchisenehmer scheiden nach Vertragsablauf, weitere 32 Prozent nach einer Aufhebungsvereinbarung aus. Eine Aufhebungsvereinbarung, darauf weisen die Autoren hin, kann viele Facetten haben, wie etwa Unstimmigkeiten im persönlichen Verhältnis. Zehn Prozent hören auf, weil der Franchisegeber kündigt, acht Prozent kündigen selber, sechs Prozent gehen insolvent. Zwölf Prozent kreuzten den Punkt „Sonstiges“ an, der Tod, Krankheit oder Verkauf einschließt.

Wo liegen die größten Verbesserungspotenziale? Vergleichsweise am unzufriedensten sind die Franchisenehmer mit dem Verhältnis zwischen Gebühren/Preis und Leistungen. Hier geben die Befragten die Note 3,4 (wieder auf einer Skala von 1 bis 7). Alle weiteren Punkte werden besser benotet. Auf den weiteren Plätzen folgen Betreuung durch den Außendienst 2,9, Leistungen des Franchisegebers 2,9, Geschäftlicher Erfolg 2,9, Betreuung durch die Zentrale 2,8. Zum Vergleich: Am zufriedensten sind die Franchisenehmer mit dem Verhältnis zu ihren Mitarbeitern. Hier die Note: 1,8.

Die Studie finden Sie hier.

Das interessiert andere Leser

DUB-Franchisebörse

Gründen Sie Ihr eigenes Unternehmen unter einer starken Marke und in einem getesteten Markt.
Finden Sie jetzt das Franchisesystem, das zu Ihnen passt!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser
  • Green Key-Empfehlung für mobilen Fritteusenservice

    Franchisegeber FiltaFry, gehört zu den ersten Lieferantenservices, die durch die DGU (Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung) das Green Key Eco-Label erhielten.

  • Franchise Expo 2019 in Frankfurt
    Franchise Expo 2019 – die erfolgreiche Messe geht in die zweite Runde

    Das Jahr 2019 hat gerade erst begonnen und die deutsche Franchisewirtschaft kann sich bereits jetzt auf die nächste Franchise Expo (FEX19) in Frankfurt freuen.

  • Immer mehr Senior-Inhaber suchen einen Nachfolger

    Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bei der Unternehmensnachfolge geht weiter auseinander. Der Fachkräftemangel und das neue Erbschaftssteuerrecht hemmen Übernahmeinteressierte.

  • Am abheben: der Franchise Klima Index verbreitet Optimismus
    Am abheben: der Franchise Klima Index verbreitet Optimismus

    Der Deutsche Franchiseverband hat vor einem halben Jahr zum ersten Mal die Stimmungslage am Franchisemarkt eruiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

  • Nachfolge im Franchise

    Als Franchisenehmer mit wenig Eigenkapital zum eigenen Unternehmen? Ein Beispiel aus Ravensburg zeigt, wie der Weg zur Gründung aussehen könnte.

  • Zurück an die Weltspitze

    Damit Deutschland erfolgreich bleibt, braucht es eine Kreativwende, fordern Martin Blach, Bernd Heusinger und Marcel Loko von der Hirschen Group.

  • Vom Hype zur Realität

    Führungskräfte müssen lernen zu differenzieren: Hype hin oder her – nicht alles, was Start-ups vorleben, ist unreflektiert zu übernehmen. Wo Sie abwägen sollten, sagt TK-Chef Dr. Jens Baas.

  • Profi-Sparring

    Wie ein neuer Chef eine Agentur repositioniert, während der Gründer noch an Bord ist. nachgehakt bei Jens Huwald, Wilde und Partner.

  • Ist mein Unternehmen zukünftsfähig?

    Gratis: DUB startet Deutschlands größte Unternehmer-Umfrage – zusammen mit KPMG und den Hochschulen in Paderborn und Regensburg. Am Schnelltest teilnehmen und sofort Auswertung erhalten!

  • Leasing-Spezial: Alles ist leasebar

    Längst bieten sich für Unternehmer Möglichkeiten, Innovationen und andere Investitionen mit Leasingpartnern zu realisieren. Experten und Vertreter evon Leasinggesellschaften erklären, welche ...

  • Standards im Systemmanagement

    Die Systemzentrale hat eine weitaus größere Rolle als nur die Lizenzen an Franchisenehmer zu vergeben. Wie ein Co-Manager hilft sie dabei, das Franchisesystem zu etablieren und erfolgreich zu führen.

  • Dauerbrenner Digitalisierung: Viel Potential für M&A-Deals in der IKT-Branche

    Geschäftsübernahmen und Firmenverkäufe, kurz M&A, in der IKT-Branche sind noch ausbaufähig. Begehrt sind KMU Unternehmen, die Digitalisierungsprofis sind.