Hamburg, 25.07.2017

Franchisegründungen haben Vorteile bei der Finanzierung

Eine Gemeinsamkeit haben Franchisegründungen und Individualgründungen auf jeden Fall – das Vorhaben muss solide und langfristig finanziert sein. Um durch eine Bank finanziert zu werden, ist ein auf nachprüfbaren Informationen basierender Businessplan zwingend erforderlich. Und hier zeigen sich die Vorteile einer Franchisegründung bereits deutlich.

Der Businessplan bei einer Individualgründung stützt sich häufig auf subjektiven Annahmen über das Kundenpotential und entsprechend unpräzise ist dann auch das kalkulierte Geschäftsergebnis. Bei einer Franchisegründung dagegen ist die Planung deutlich präziser. Kosten und Erträge basieren auf den Erkenntnissen der internen Betriebsvergleiche und Erfahrungen zur Kundengewinnung und Kundenbindung werden genutzt. Es ist nicht Aufgabe des Franchisegebers, den Businessplan für einen Franchisenehmer für die Finanzierung beim Systemeinstieg zu schreiben. Das sollte ein Berater übernehmen, der Erfahrung mit Franchisegründungen hat. Aber Franchisegeber sollten die Stärken des Konzepts und das aus bereits vorhandenen Standorten gewonnene Zahlenmaterial konsequent nutzen, wenn es um die Finanzierung ihrer Franchise-Partner geht. Seit vielen Jahren ist bekannt, welche Ursachen zum Scheitern junger Unternehmen führen. Bei Franchisegründungen treten diese Ursachen nachweisbar deutlich seltener auf.
Warum ist das so?

Finanzierungsmängel: Der Kapitalbedarf für Investitionen, Betriebsmittel und die Anlaufphase einer Gründung wird oft zu niedrig angesetzt. Massive Liquiditätsprobleme oder sogar die Insolvenz sind die Folge.

Der Franchisegeber liefert dagegen fundierte Daten zu Investitionen, Deckungsbeiträgen und Kosten. Er kann anhand der Kennzahlen wie Lagerumschlag oder Debitorenlaufzeit den erforderlichen Kontokorrentrahmen beziffern und die Anlaufverluste kalkulieren.

Informationsdefizite: Gründer kennen häufig ihren Markt nicht, Informationen werden subjektiv wahrgenommen. Die Nachfrage des Angebotes wird überschätzt, die Leistungsfähigkeit der Mitbewerber wird unterschätzt. Kurzfristige Trends werden als dauerhaft tragfähige Geschäftsidee interpretiert.

Der Franchisegeber kennt die überregionale Marktsituation und kann daraus die Chancen für den regionalen Markt ableiten und konkreter darstellen als dies durch allgemeine Branchenbilder möglich ist.

Qualifikationsmängel: Während kaufmännische und fachliche Qualifikationen formell und durch den beruflichen Werdegang belegbar sind, resultiert die Beurteilung zu den unternehmerischen Kriterien überwiegend auf einer Selbsteinschätzung. Aber ein Hochschulabschluss ist längst kein Garant für erfolgreiches Unternehmertum.

Franchisenehmer durchlaufen ein systemspezifisches Auswahlverfahren. Der Franchisegeber entscheidet sich nur für Partner wenn das Profil stimmt. Fachliche Defizite werden durch den Know-how Transfer behoben. Laufende Schulung und Erfahrungsaustausch sichern dem Franchisenehmer einen dauerhaften Kompetenzvorsprung gegenüber seinen Mitbewerbern.

Planungsmängel: Bei einer Gründung müssen komplexe Aktivitäten synchronisiert werden. Langfristig wirkende Entscheidungen zum Standort, Projektbau, behördliche Genehmigungen, erste Warendisposition und der Count-Down zur Eröffnung überfordern oft auch hoch motivierte Gründer. Organisatorische Mängel und finanzielle Verluste sind die Folge.

Der Franchisegeber unterstützt genau diese Aufgaben professionell und gewährleistet, dass in dieser Phase nichts aus dem Ruder läuft. Das Risiko von dauerhaften wirtschaftlichen Schäden wird entscheidend minimiert.

Äußere Einflüsse: Änderungen bei den Kaufmotiven der Kundenzielgruppe, neue Trends, veränderte Strategien der Mitbewerber oder neue gesetzliche Rahmenbedingungen sind äußere Einflüsse, auf die reagiert werden muss.

Verhindern kann ein Franchisegeber diese Einflüsse auch nicht. Aber während solche Einflüsse von Individualgründern in der Praxis kaum wahrgenommen und beurteilt werden, kann ein Franchise-System reagieren. Diese Lotsenfunktion bewahrt den Franchisenehmer und verhindert die wirtschaftliche Havarie.

Die Vorteile für eine Franchisegründung sind auch „Bonitätslenker“ und müssen gegenüber der Bank verdeutlicht werden. Wenn im Businessplan die Vorteile klar kommuniziert werden, überzeugt das fast jede Bank, es besteht zudem die Chance auf deutlich bessere Zinskonditionen. Franchisesysteme können beweisen, dass sie leistungsfähiger und weniger insolvenzgefährdet sind als Einzelkämpfer. Andere Erfordernisse an eine solide Finanzierung, zum Beispiel die Besicherung des Kredits, unterscheiden sich bei Franchisegründungen nicht von denen einer Individualgründung, aber gerade die Besonderheiten des Franchising sind in der Praxis ein entscheidender Vorteil.

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Gastbeitrag

Reinhard Wingral
Global Franchise AG

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