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Hamburg, 27.01.2017

Franchise wächst in Deutschland – Unternehmer gesucht

Die Franchise-Wirtschaft boomt hierzulande – aber es fehlen in großem Ausmaße Nachfolger in den Systemen. Verbände hoffen auf gründungswillige Migranten.

Franchise ist ein weltweites Erfolgskonzept – und lohnt sich auch in Deutschland. Das zeigt eine Auswertung des Bonner Forum Franchise und Systeme in Kooperation mit dem Deutschen Franchise-Verband. Demnach ist dieser Sektor im vergangenen Jahr auf 119.000 Franchise-Partner gewachsen – ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber 2015.

Ebenso ist die Zahl der Betriebe gestiegen, auf 159.000 – ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zu 2015. Mittlerweile arbeiten 697.000 Menschen in diesem Wirtschaftsbereich (plus 1,7 Prozent). Insgesamt erzielten die Franchise-Unternehmen einen Umsatz von 103 Milliarden Euro – ein hübscher Sprung um 4,8 Prozent. Die Untersuchung basiert auf einer Befragung der 950 Franchise-Systeme. Die Rücklaufquote betrug rund 20 Prozent.

Die Absender der Studie weisen darauf hin, dass sich jedes Jahr bis zu 10.000 Menschen für eine Franchise-Partnerschaft entscheiden, obwohl der Arbeitsmarkt floriert. Allein 2016 seien, so die Autoren, neben den Übernahmen bestehender Firmen mehr als 2600 Betriebe neu gegründet. Die Experten schätzen, dass in diesem Jahr diese Zahl auf über 3000 steigen wird.

Das Problem: Der Bedarf der Franchise-Wirtschaft an Nachfolgern ist größer als das Angebot. Felix Peckert, Chef des Forum Franchise und Systeme sagt: „Die Franchise-Wirtschaft kann hierzulande etwa 20.000 neue Franchise-Partner aufnehmen und somit mehr als 10.000 neue Betriebe eröffnen.“

Woher sollen die neuen Franchisenehmer kommen? Die Franchise-Institutionen verweisen auf die steigende Anzahl von Migranten in Deutschland, eine Zielgruppe, die zugleich „gründungswillig“ sei. Tatsächlich machen sich Flüchtlinge überdurchschnittlich häufig selbstständig. Laut der Arbeitskräftestichprobe „Mikrozensus“ ist die Anzahl der Unternehmer mit Migrationshintergrund seit 2005 um 30 Prozent auf insgesamt 737.000 in 2015 gewachsen. Jede fünfte bis sechste „unternehmerisch engagierte Person“ hat demnach ausländische Wurzeln, heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die Entwicklung ist kein Zufall. Migranten gleichen mit dem Gang in die Selbstständigkeit Nachteile auf dem Arbeitsmarkt aus, wie etwa fehlende Kontakte. Peckert behauptet: „Franchise-Systeme können vielen von ihnen weitaus bessere Karriere- und Einkommensperspektiven bieten als eine abhängige Beschäftigung“. Zurecht weist der Experte darauf hin, dass beim Franchise die Geschäftskonzepte zumeist erprobt sind, der Franchisegeber den Nehmer begleitet – das notwendige Wissen über Schulungen vermittelt wird.

Wer sich für eine Karriere im Franchise interessiert, der muss im Durchschnitt rund 50.000 Euro mitbringen. Die Untersuchung verweist darauf, dass aber je nach Konzept, Standortgröße und Vorlaufkosten der Kapitalbedarf auch auf über 200.000 Euro steigen kann. Wer einsteigen will, muss zugleich kein Neugründer sein. Jedes Jahr stehen zig Betriebe zur Übernahme an. Am größten ist die Wahrscheinlichkeit als Franchisenehmer im Dienstleistungssektor tätig zu werden, der macht mit 39 Prozent den größten Teil im Franchise aus. Dahinter folgt mit 30 Prozent der Handel, danach kommen Unternehmen aus der Gastronomie, der Touristik und Freizeitanbieter (22 Prozent). Noch relativ wenig vertreten sind Firmen aus den Bereichen Bau und Sanierung (9 Prozent).

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