Hamburg, 11.05.2017

Franchise-Umfrage: Wo, bitte, geht’s hier zum neuen Personal?

Zum zweiten Jahr in Folge hat die Deutsche Unternehmerbörse Franchise-Systeme nach ihren größten Herausforderungen im Markt gefragt. Ganz oben: Die Suche nach Personal.

Die schwache Gründerquote in Deutschland bereitet Franchise-Systemen hierzulande Kopfzerbrechen. Das zeigt eine Umfrage unter den gut 200 Mitglieder des Deutschen Franchise-Verbands, von denen 45 geantwortet haben. 21 der 45 Unternehmen bezeichnen die Gewinnung neuer Franchisenehmer als die größte Herausforderung, so das wichtigste Ergebnis der Umfrage, die von der Deutschen Unternehmerbörse DUB.de ausgewertet wurde.

Nahezu alle dieser 21 Systeme sehen auch bei den Franchisenehmern die größte Herausforderung, geeignetes Personal zu finden. Viele dieser Unternehmen sind im Einzelhandel oder in der Gastronomie tätig, wie etwa die Pizzabetriebe Hallo Pizza und World of Pizza oder die Bäckereishops Kamps und Back Factory.

Zum Hintergrund: Die Gründungstätigkeit in Deutschland ist mit Beginn des Aufschwungs im Arbeitsmarkt ab 2005 deutlich erlahmt. Die Gründerquote beträgt nach aktuellen Zahlen des KfW-Gründungsmonitors 1,5 Prozent. Dies entspricht 763.000 Personen, die sich im Jahr 2015 selbstständig gemacht haben – das sind 152.000 Personen weniger als im Jahr 2014. Zum Vergleich: In den vergangenen 14 Jahren ist die Gründerquote nur in vier Jahren gestiegen, in allen anderen Jahren dagegen gefallen.

Mittlerweile, darauf weist Kamps hin, herrscht in Deutschland annähernd Vollbeschäftigung. Auch deshalb werde es für die Franchisenehmer zunehmend schwieriger werde, geeignetes Personal zu finden. Die Bäckereikette betont die Relevanz des Faktor Mensch: „Unsere Franchise-Partner und sein Personal geben der Marke Kamps ein Gesicht und sind daher integrativer Bestandteil unserer Wachstumsstrategie“.

Die Pizzakette World of Pizza, auch betroffen vom Engpass bei der Franchisenehmer-Gewinnung, konnte im vergangenen Jahr die Fluktuation in den nach eigenen Angaben senken. Der Wettbewerber Hallo Pizza spricht davon, dass einerseits wenige Gründer zurzeit zu finden sind, andererseits die Qualität der potentiellen Franchisepartner problematisch ist. „Es gibt einfach zu wenige Interessenten, die wissen, was es bedeutet, selbstständig zu sein“, so das Unternehmen.

Aber auch andere Handelsbetriebe und Dienstleister würden gerne stärker expandieren, allein: Das Personal zu finden, ist nicht einfach. Der Küchenlieferant Küche & Co. hat zwar die Anzahl seiner Studios auf mittlerweile 100 in Deutschland gesteigert, bei der Suche nach neuen Standorten stellt sich aber zugleich immer die Frage nach den Franchisenehmern, die den Gang in die Selbstständigkeit wagen wollen.

VBC, Anbieter von Verkaufstrainings, bringt es auf den Punkt: „Wenige Manager sind daran interessiert, ihre Komfortzone, die sie im Angestelltenverhältnis wahrnehmen, gegen den manchmal „rauen Wind“ der Selbstständigkeit einzutauschen“, sagt Niklas Tripolt, Geschäftsführender Geschäftsführer.

Mehrere Unternehmen stehen indes vor der Herausforderung, passende Immobilien für die Expansion zu finden. Clever Fit, Discounter bei den Fitness-Studios sagt: „In der immer stärker werdenden Wettbewerbssituation sind gute Standorte zu einer Art Währung geworden und werden auch als solche gehandelt“.

In der Tat ist die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien in Deutschland weiter sehr hoch. Die großen Makler von Gewerbeimmobilien sprechen wahlweise von "ungebremster Dynamik“ oder einer "rasanten Wachstumsstory". Expansionsfreudige Franchise-Systeme dagegen benötigen deshalb Marktkenner, die gute Standorte finden.

Ein Standortproblem anderer Art hatte der Teehändler TeeGschwendner. „Die größte Herausforderung für unsere Franchisenehmer ist aktuell die sinkende Frequenz von Kunden in den Innenstädten“. Das Unternehmen kann sich aber weiterhin dank fachkundiger Beratung und exzellenter Qualität erfolgreich am Markt positionieren.

Bei einer anderen Gruppe von Unternehmen stehen Neuerungen im Produktangebot ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Restaurantkette „Nordsee“ meint: „Das Konsumverhalten ändert sich stetig. Ebenso gibt es ein immer größer werdendes Snackangebot am Markt. Auf beides muss man reagieren, um am Markt weiterhin erfolgreich zu sein“, teilte das Unternehmen mit.

McDonald’s, einer der ganzen Großen in der Franchise-Branche, steht vor der Herausforderung, seine Restaurants zu individualisieren. Der Gast soll künftig seine Produkte individuell anpassen können, sie werden dann frisch zubereitet, sagt Holger Blaufuß.

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