Weniger Risiko und gute Erfolgschancen

Franchise-Partnerschaft: Informationen und rechtliche Aspekte

Die wichtigste Nachricht lautet: Es kann nicht genug Informationen geben. Eine erste Internetrecherche über Google, Facebook, Twitter oder andere Plattformen ist natürlich Pflicht. Wer dann ein konkretes Franchise-System als attraktiv ausgemacht hat, sollte zum einen den offiziellen Weg beschreiten, und den Franchise-Geber kontaktieren.

Mindestens genauso wichtig ist es aber auch, Kontakt zu Franchisenehmern, zu Kunden und Geschäftspartner aufzunehmen. Nur ein ganzheitliches Bild kann die Grundlage sein, dass die Investition in das Franchise-System auch von Erfolg gekrönt wird. Franchisenehmer sollte man fragen, ob sie zufrieden sind, ob sie wieder investieren würden, welche Hürden es gab, wann der Break-Even kam und ob die Versprechen des Franchise-Gebers eingehalten wurden.

Ebenfalls für den kaufmännischen Hintergrund kann es sinnvoll sein, Bonitätsauskunfteien wie Creditreform zu kontaktieren, um mehr über das Franchise-System herauszufinden. Hilfreich ist auch die Teilnahme an Schnuppertagen des zukünftigen Franchise Partners, die einem einen Einblick in den Arbeits-Alltag vermitteln.

Worauf sollte bei der vertraglichen Abmachung zwischen den Franchise-Partnern geachtet werden?

Ohne einen Vertrag geht auch im Franchising nichts. Und weil nicht jeder Rechtswissenschaften studiert hat, ist es zwingend erforderlich, Rechtsbeistand in Anspruch zu nehmen. Das kann schon weit vor Vertragsabschluss sinnvoll sein, allein um zu kontrollieren, ob der Franchise-Geber seinen sogenannten „echten“ Aufklärungspflichten nachkommt. Dabei muss der Franchise-Geber über die wesentlichen Umstände des Franchise-Systems aufklären. Der dann entstehende Franchise-Vertrag regelt das Verhältnis zwischen den Franchise-Partnern.

Thematisiert wird darin die Lizensierung der Schutzrechte an den Franchisenehmer. Dazu gehören unter anderem die Marke des Franchisegebers, aber auch mögliche Patente oder Geschmacksmuster.

Im Kern ist es die Marke und deren Bekanntheit, für die der Franchisenehmer laut Vertrag eine Gebühr an den Franchisegeber zahlt.

Überdies muss der Franchisegeber das gesamte Konzept dem Franchisenehmer zur Verfügung stellen, vor allem auch das Franchise-Handbuch, das alle wichtigen Informationen über das jeweilige Unternehmen enthält. Verpflichtet ist der Franchisegeber auch zum überregionalen Marketing. Je nach Größe des Unternehmens werden überregionale Werbemaßnahmen durchgeführt, von denen jeder einzelne Franchisenehmer profitiert.

Der Franchisevertrag sollte zudem die Information enthalten, welche Waren der Franchisenehmer vom Franchisegeber einkaufen muss und welche er über andere Wege einkaufen darf. Schließlich ist im Kern das Franchising ein Vertriebskonzept. Gleichfalls sollte der Vertrag einen Passus enthalten, wonach sich der Franchisegeber verpflichtet, den Partner regelmäßig mit Ware zu beliefern.

Viele wichtigen Klauseln – Rechtsbeistand sinnvoll

In jeden Franchisevertrag gehört überdies eine Klausel zum Gebietsschutz. Diese schreibt vor, dass das ein Franchisenehmer nicht in der direkten Umgebung eines anderen ein Geschäft eröffnen darf. Nicht zuletzt gehört in das Vertragswerk eine Notiz über die Dauer des Vertrags. Die Laufzeit sollte generell einige Jahre betragen, da die Einstiegskosten erstmal amortisiert werden müssen.

Das Vertragsdokument sollte überdies noch die Themen Berichtswesen, Unterlizenzierung und das Wettbewerbsverbot thematisieren. Weil die Zahl der Klauseln groß ist, sollte auf jeden Fall eine Beratungsleistung in Anspruch genommene werden. Am hilfreichsten sind Rechtsanwälte, die auf Franchising spezialisiert sind.

Was sind die Top 5 Franchisegeber in Deutschland?

Die meisten Menschen denken wahrscheinlich an McDonald’s, wenn Sie ein Beispiel für Franchising nennen sollen. Der Bulettenbrater war im Grunde das erste große Unternehmen, dass das Franchising weltweit eingesetzt hat. Mittlerweile gibt es viele Unternehmen, die nachgezogen haben.

Zu den bekanntesten Franchisesystemen in Deutschland zählen unter anderen:

Vom Fass, der Einzelhändler, der sein Geld mit dem Verkauf von Essigen, Ölen und Weinen verdient, taucht auch in der Top 100 Liste der internationalen Franchise-Netzwerks Franchise Direkt auf. Seit 1974 ist Schülerhilfe im Franchise-Markt aktiv. An 1100 Standorten werden jährlich 80000 Schüler gefördert. Wer ein Haustier hat, kennt vermutlich die Kette Fressnapf. Das Franchise-Unternehmen wurde 1990 gegründet. Ebenfalls zu den größten der Branche zählen TUI, dessen 1070 Franchisepartner damit die größte Reisebüro-Organisation Deutschlands ausmachen – sowie Kamps, die mit über 500 Standorten in Deutschland die Bäckereibranche mitmischt.

Teil 1: Franchise: Selbstständig machen mit Backup

Teil 2: Franchise gründen: Voraussetzungen und Finanzierungsmöglichkeiten

Teil 3: Selbstständigkeit mit Franchise: Welche Informationen gilt es vorab einzuholen und was muss man rechtlich beachten?

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