Franchise: Erfolg mit System

Neue Geschäftsmodelle, bessere Unterstützung, positive Marktaussichten – der Franchisemarkt ist in Bewegung.

Franchisesysteme machen Gründen leicht

Unternehmer, die eine aussichtsreiche und gewinnbringende Geschäftsidee entwickelt haben, lassen andere an ihrem Erfolg teilhaben. Franchisegeber expandieren auf diese Weise schneller, Franchisenehmer können auf deren Erfahrungen zurückgreifen und so selbst schneller zu unternehmerischem Erfolg gelangen.

Bekanntestes Beispiel ist die Fastfood-Kette McDonalds, aber auch die Edel-Eiscafés Häagen-Dasz, Obi-Baumärkte oder die Frauen-Fitnessstudios Mrs. Sporty schreiben Erfolgsgeschichten. „Gerade auf den Gebieten Ernährung und Gesundheit entstehen zurzeit zahleiche neue Konzepte, seien es die Burger-Restaurantketten Hans im Glück oder I love Veggie Burger, sei es Fitness durch Elektromuskelstimulation wie von Bodystreet angeboten“, sagt Torben Leif Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbands (DFV).

Erfolgskonzept Social Franchise

Darüber hinaus nehmen sich Franchisesysteme heute auch aktuellen sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen an. Von der Eltern-AG, die Familien in prekären Verhältnissen Hilfe anbietet, bis zu Discovering Hands, bei der blinde Frauen zu Tastuntersucherinnen für die Brustkrebsvorsorge ausgebildet werden – unter dem Schlagwort Social Franchise werden standardisierte Lösungen für gesellschaftliche Probleme entwickelt und weitergegeben. „Franchise beschränkt sich längst nicht mehr auf Vertriebskanäle für Pizzen oder Pullover“, so Brodersen, „mit sozialen Projekten werden gute wirtschaftliche Erfolge erzielt.“

Mehr Anbieter, steigende Umsätze

Dass sich der Franchisemarkt zurzeit im Aufwind befindet, lässt sich auch anhand der positiven Zahlen belegen: Nach Angaben des DFV arbeiteten im vergangenen Jahr 541.000 Beschäftigte in einem Franchisegeschäft – drei Prozent mehr als 2013. Die Zahl der Franchisegeber wuchs um 8,1 Prozent auf 1.024. Dass die Geschäfte gut laufen, zeigt der steigende Umsatz der Branche. Er kletterte 2014 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 17 Prozent auf 73,4 Milliarden Euro.

Zahl der Franchisenehmer rückläufig

Lediglich die Zahl der Franchisenehmer ist im vergangenen Jahr erstmals geschrumpft: 2014 waren nur noch 72.200 Unternehmer mit einem Franchisekonzept am Markt – 5,4 Prozent weniger als 2013. „Genau wie in vielen anderen Bereichen haben wir ein Nachfolgeproblem“, sagt Brodersen.

Die Gründe für das Ausscheiden von Franchisenehmern hat das Internationale Centrum für Franchising & Cooperation (F&C), das zur Universität Münster gehört, zusammengefasst: Neben persönlichen Gründen können finanzielle Probleme oder Kündigung durch den Franchisegeber der Grund für das Ausscheiden sein. Dabei sind im vergangenen Jahr nicht mehr Unternehmer ausgestiegen als in den Jahren zuvor; es rückten weniger neue Franchisenehmer nach.

Franchise erfolgreicher als andere Gründungen

Tatsächlich sind Franchisekonzepte im Durchschnitt erfolgreicher als andere Geschäftsmodelle, wie eine aktuelle Studie des F&C zeigt: Geschäftsaufgaben bei Unternehmern, die als Franchisenehmer mit einer etablierten Geschäftsidee starten, sind seltener als bei unabhängigen Gründungen.

Für diesen Vergleich wurden Franchisegründungen, die sich erfolgreich dem Qualitätsprüfungsverfahren des DFV System-Checks unterzogen hatten, verglichen mit Zahlen des KfW-Gründungsmonitors. Von den Franchisenehmern, die ihr Unternehmen zwischen 2007 und 2012 gegründet hatten, waren nach einem Jahr noch 98 Prozent aktiv, von den unabhängigen Unternehmern nur 87 Prozent.

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