Franchise in Deutschland bleibt weiterhin auf Erfolgskurs

Rückblickend auf das letzte Jahr verbucht die Franchisewirtschaft dynamische Wachstumsraten. Das belegt die aktuelle Branchenstatistik des Deutschen Franchiseverbandes.

Franchise in Deutschland: Nicht nur die Umsätze sind gestiegen. Auch die Zahl der Mitarbeiter und betrieblichen Neugründungen hat sich erhöht.

Franchisesysteme ungebrochen auf dem Vormarsch

Die Branche weist für das Jahr 2018 ein dynamisches Wachstum in allen relevanten Bereichen aus. Damit ist Franchising als stabiler Faktor auf dem deutschen Arbeitsmarkt auch in diesem Jahr nicht mehr wegzudenken.

Der Gesamtumsatz aller deutschen Franchisebetriebe lag im Jahr 2018 bei 122,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Anstieg um 9,4 %. Erwirtschaftet wurde der Umsatz von ca. 990 Franchisesystemen mit knapp 168.000 Betriebsstätten. Das entspricht einem Wachstum von 3,5 %. 2018 entschieden sich rund 4.500 neue Franchisepartner für diese besondere Form der Unternehmenskooperation. Das bedeutet einen Anstieg um 3,6 % auf aktuell mehr als 128.000 Franchisenehmer. Sie gaben im Jahr 2018 insgesamt 715.362 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz. Das waren 8.500 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr, was einem Anstieg um 1,2 % entspricht.

Dass die Gesamtfranchisewirtschaft auf ein überproportional positives Geschäftsjahr blicken kann, zeigt sich signifikant an den Umsatzsteigerungen. Im Vergleich zur deutschen Gesamtwirtschaft liegt die Wachstumsdynamik deutlich über dem Durchschnitt. Die guten Wachstumswerte spiegeln die positive Bereitschaft zur eigenen Unternehmensgründung im Rahmen eines Systemkonzepts wider.

Der Gründermarkt im dynamischen Wandel – Franchisenehmer kommen aus neuen Zielgruppen

Die Expansion lässt sich mit einem Wandel auf dem Gründermarkt erklären. Traditionell setzen Franchisegeber auf Partner mit einem beruflichen Hintergrund als angestellte Fach- und Führungskraft. Das Systemkonzept kann sich jedoch langfristig nicht erfolgreich durchsetzen, wenn die Zielgruppe für eine Franchisepartnerschaft allzu eng gefasst wird. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass auch erfahrene Mitarbeiter profunde Franchisenehmer werden. Dieser sogenannte Seitenwechsel vom Mitarbeiter zum Partner hat sich zu einem zentralen strategischen Element entwickelt, um neue Partnerstrukturen aufzubauen.

Neu ist auch der Ansatz, bestehende mittelständische Unternehmen für eine Eingliederung in ein Franchisesystem zu gewinnen. Dieses Konzept nennt sich Conversion. Ein dritter Weg zur Expansion ist das Multi-Unit-Franchising. In diesem Fall gründet ein Partner mehrere Franchisebetriebe an unterschiedlichen Standorten. Mehr als die Hälfte der befragten Franchisegeber sieht in diesem Konzept einen relevanten Baustein für die Zukunft.

Franchise in Zahlen – Die Branche wird flexibler

Die strategische Neuausrichtung hat den Gründermarkt flexibler gemacht. Das schlägt sich auch in Zahlen nieder: 23% aller Franchisenehmer stammen aus der traditionell gewünschten Angestelltenlaufbahn mit Fach- und Führungsaufgaben. Fast gleichauf stehen aber schon jetzt die ehemaligen Mitarbeiter. Sie stellen 21 % der Franchisenehmer – das bedeutet einen Anstieg von 11 % im Vergleich zum Vorjahr. 20 % sind freie Unternehmer und 18 % haben sich für das Multi-Unit-Franchising entschieden.

Franchisebranchen wandeln sich und sind wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt

Indirekt führt diese Neuausrichtung auch zu einem dynamischen Wandel in der Branchenverteilung. Franchisenehmer werden vermehrt auch traditionelle Handwerksbetriebe, die ein arbeitsteiliges Franchisenetzwerk bilden. Der prozentuale Anteil solcher Systeme liegt schon bei 12 %. Spitzenreiter ist aber weiterhin der Dienstleistungssektor mit 40 %, gleichwertig gefolgt von Handel und Gastronomie. Der Expansionskurs zeigt sich ebenfalls am Entwicklungsstatus: 55 % aller Franchisesysteme befinden sich in der Expansionsphase, aber nur 9 % sind in der Aufbau- und 14 % in der Reifephase. Die allgemeine Zielsetzung für 2019: Durchschnittlich wollen die Systeme ca.12 neue Franchisepartner gewinnen.

Die Wachstumsmöglichkeiten liegen nicht zuletzt an den bekannten Markennamen, die sich mit dem Systemkonzept verbinden. Das schafft Vertrauen bei Verbrauchern und Endkunden. Im Ergebnis lässt sich sagen: Die Franchisewirtschaft entwickelt sich zu einem stabilen wirtschaftlichen Faktor und wird auch für den Arbeitsmarkt immer wichtiger.

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