Die Alternative zum Rechtsstreit: Mediation in Franchise-Systemen

Gerade in der auf Partnerschaft bauenden, franchisierenden Wirtschaft ist es notwendig den Umgang mit Konflikten zu systematisieren und zu professionalisieren, zumal dieser Bereich eines der Felder in Unternehmen ist, auf denen Innovation und Kostenoptimierung möglich sind.

Alternative Streitbeilegungsverfahren (ADR - Alternative Dispute Resolution) dienen dazu, neben den grundsätzlich bestehenden zwei Wegen der staatlichen Gerichtsbarkeit oder der Schiedsgerichtsbarkeit einen weiteren Weg zur Konfliktlösung zu suchen, und zwar durch Hinzuziehung eines erfahrenen und hierfür ausgebildeten Mediators.

Die Mediation läuft nach bestimmten Regeln für ein strukturiertes und lösungsorientiertes Verfahren ab. Die Mediation erlaubt es den Parteien bei widerstreitenden Interessen im Rahmen einer Auseinandersetzung selbst eine Lösung zu finden, ohne auf Gerichte zurückgreifen zu müssen. Grundzüge der Mediation sind in einem eigenständigen Mediationsgesetz geregelt und mehr und mehr finden sich in Franchiseverträgen Klauseln, die zwingend vor Anrufung des Gerichtes die Durchführung einer Mediation verlangen.

Vom Mediator werden keine Entscheidungen getroffen, keine Empfehlungen und auch keine Vorschläge für eine Konfliktlösung formuliert. Wichtigste Grundidee der Mediation ist die Eigenver-
antwortlichkeit der Konfliktparteien, sowohl für den Ablauf, die Inhalte
und das Ergebnis der Mediation.

Der Mediator ist lediglich verantwortlich für den Prozess, die Parteien sind verantwortlich für den Inhalt. Dahinter steht der Gedanke, dass die Beteiligten eines Konfliktes selbst am besten wissen, wie dieser Konflikt zu lösen ist und vom Mediator lediglich hinsichtlich des Weges dorthin Unterstützung und Führung zu leisten ist. Der Mediator ist Vermittler, Fragensteller und Kommunikator.

Oberste Prinzipien eines Mediationsverfahrens sind die Vertraulichkeit des Verfahrens, die Überparteilichkeit und schließlich von wesentlicher Bedeutung die Unabhängigkeit des Mediators.

In der Regel werden Mediationsverfahren in Franchise-Systemen extern durch unabhängige Dritte durchgeführt. In großen Unternehmen findet sich häufig in den Rechtsabteilungen auch ein Mediator, der unternehmens-
interne oder franchisespezifische Streitfälle zu lösen versucht.

Gerade weil in Franchise-Systemen die Kommunikation zwischen selbständigen Unternehmen im Vordergrund steht, ist die Mediation ein angezeigtes Verfahren zur Konfliktlösung, insbesondere wenn es um Fragen einer Kündigung bzw. der Vertragsbeendigung und den Folgen hieraus für den Franchisepartner und das System geht. Bevor in diesen Fragen mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen Eskalationen und langjährige Streitverfahren entstehen, ist Mediation das adäquate und schnelle Mittel.

Der Deutsche Franchise-Verband (DFV e.V.) als Interessenvertreter der franchisierenden Wirtschaft bietet hierzu ein standardisiertes Mediationsverfahren an und stellt unabhängige und erfahrene Mediatoren zur Verfügung.

Auch kostenmäßig weist das Mediationsverfahren erhebliche Vorteile auf, da die Kosten – anders als im gerichtlichen Verfahren – nicht streitwertabhängig berechnet werden. Je nach Zeitaufwand und den Kosten des jeweiligen Mediators sowie Fahrt- und Tagungskosten ist in der Regel mit einem Aufwand zu rechnen, der einen Betrag von
€ 5.000,00 insgesamt nicht übersteigt.

Und noch ein weiteres Argument neben des überschaubaren Zeit-
aufwandes: Die Erfolgsquote in Mediationsverfahren liegt bei
80 – 90 %. Eine durchschnittliche Mediation dauert meist nicht länger als sechs Stunden und soll zu einer ausformulierten, verbindlichen und unterzeichneten Vereinbarung führen.

Die Vorteile auf einen Blick: Mediation ist schnell, kostengünstig, effektiv und das adäquate Konfliktlösungsmodell in einem Franchisesystem.

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Zum Autor

Rechtsanwalt und WirtschaftsMediator Günter Erdmann
SCHLARMANNvonGEYSO
Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer Partnerschaft mbB

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