Hamburg, 11.01.2017

Der große Franchise-Report – das sind die neusten Trends

Wie finanzieren sich Franchise-Betriebe? Wie finden die Systeme neue Partner? Wie stark wachsen die Unternehmen? Eine Studie gibt Antworten.

Auch im Franchise ist die Unternehmensnachfolge ein großes Thema. 40 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich derzeit damit. Das ist ein Ergebnis des sogenannten „Franchise-Barometers“ 2016, dass jedes Jahr der Deutsche Franchise-Verband unter seinen Mitgliedern erhebt. Die Experten des Verbands erwarten, dass aufgrund des demografischen Wandels der Wert in den kommenden Jahren steigen wird.

Wie sehr das Altersthema an Bedeutung gewinnt, zeigen auch die Gründe für die Beendigung eines Vertragsverhältnisses. Waren 2015 noch die meisten Trennungen im wirtschaftlichen Bereich begründet, sind es 2016 in 46 der Fälle das Eintreten in den Ruhestand. Am zweiter Stelle mit den meisten Nennungen folgen individuelle Gründe, wie Krankheit, persönliche Veränderung der Lebenssituation oder auch der Wechsel in ein anderes System mit 42 Prozent. Erst an dritter Stelle folgen mit 38 Prozent wirtschaftliche Gründe.

Derzeit wachsen die Systeme, was die Partner angeht, in etwa im gleichen Maße wie in den vergangenen Jahren. So haben 19 Prozent der befragten Franchisesysteme in diesem Jahr elf und mehr Franchisepartner dazu gewonnen. Weitere 24 Prozent konnten sechs bis zehn Franchisenehmer anwerben. 48 Prozent haben ihr Territorium nur mit maximal fünf neuen Partner erweitern können.

Das Personalwachstum passt zu den erreichten Zielen. So haben 60 Prozent der befragten Unternehmen ihre Expansionsziele im Jahr 2016 erreicht. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es nur 40 Prozent. Es hat also eine positive Trendumkehr stattgefunden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Expansion mit bestehenden Franchisepartnern bleibt eine solide Wachstumsalternative, 28 Prozent der Systeme bevorzugen das. Die Expansion durch Umwandlung steigt sogar leicht: 24 Prozent der Systeme gaben an, mit etablierten Unternehmen als neue Franchisepartner zu wachsen. Das Wachstum mit eigenen Filialen ist von 12 Prozent auf 16 Prozent leicht gestiegen.

Was auch deutlich wird: Es zieht eine Stabilität und Kontinuität in die Systeme ein, dies belegen Zahlen über die Fluktuation. So gaben 41 Prozent der Systeme an, 2016 keine Partner verloren zu haben. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als 2015. 48 Prozent berichten, dass bei ihnen zwischen einem und fünf Franchisenehmer ausgeschieden sind – zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Nur bei zehn Prozent sind zwischen sechs und bis zu zehn Partner ausgeschieden, nur ein Prozent haben elf und mehr Partner verloren.

Ihre Partner suchen die Systeme, wie in den vergangenen Jahren, bevorzugt unter den Fach- und Führungskräften (81 Prozent). Menschen, die sich schon Erfahrung als Unternehmer haben, kommen erst an zweiter Stelle bei der Nachfrage nach potentiellen Franchisenehmern (66 Prozent). Danach folgen bestehende Franchisepartner, die zu Multi-Unit-Franchisenehmer aufgebaut werden sollen (49 Prozent) Arbeitslose als mögliche Franchisenehmer sind mit 18 Prozent wenig gefragt.

Wie aber gewinnt man idealerweise neue Partner? Kurz gesagt: Web first! In 72 Prozent der Fälle wurden über die eigene Website neuer Partner angeworben, in 52 Prozent gelang die Gewinnung neuer Kräfte über Franchise-Fachportale. Erst an dritter Stelle kommt mit 43 Prozent ein klassisches Netzwerk-Instrument: die Ansprache über bestehende Franchisenehmer.

In der Bedeutung der Instrumente steigt das eigene Suchen, speziell auch bei Wettbewerbern (33 Prozent). Onlineportale zur Stellensuche, etwa die Franchise-Börse auf www.dub.de, sowie Social Media-Kanäle sind ebenfalls weiterhin wichtig (jeweils 25 Prozent). Keine große Bedeutung dagegen spielen Arbeitsvermittler (3 Prozent).

Auch in diesem Jahr finanzierte sich die Mehrheit der Franchisenehmer mit einer Mischfinanzierung aus privatem und fremdem Kapital. Der Gründerzuschuss wurde dieses Jahr verstärkt abgerufen: 2016 nahmen diesen 26 Prozent der Franchisenehmer in Anspruch, vergangenes Jahr waren es 10 Prozentpunkte weniger. 22 Prozent gaben an, nur Eigenkapital einzusetzen. 10 Prozent setzen ausschließlich auf Fremdkapital. Damit bleiben diese Werte im Bereich des Vorjahres.

Das überragende Anteil des Fremdkapitals (87 Prozent) wurde wie in 2016 von Geldinstituten wie Banken und Sparkassen zur Verfügung gestellt. Förderbanken steigen in der Gunst der Franchisenehmer. 57 Prozent nutzten dafür die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Bürgschaftsbanken kamen bei 36 Prozent zum Einsatz. Die Unterstützung privater Geldgeber nutzten 21 Prozent. Andere Finanzierungsformen, wie beispielsweise Crowdfunding, sind mit sechs Prozent zwar äußerst gering ausgeprägt. Dennoch lässt sich hier ein leichter Trend in Richtung alternative Finanzierungsmethoden erahnen.

Das interessiert andere Leser

DUB-Franchisebörse

Gründen Sie Ihr eigenes Unternehmen unter einer starken Marke und in einem getesteten Markt.
Finden Sie jetzt das Franchisesystem, das zu Ihnen passt!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser
  • Steuerlich nutzbar: Durch eine Gesetzesänderung Ende 2018 werden Verluste bei einer Übertragung bis zu 50 Prozent nicht mehr gekürzt
    Das Minus nutzen

    Die Vorschrift zum anteiligen Verlustuntergang wurde Ende letzten Jahres gestrichen. Für Kapitalgesellschaften entstehen so neue Chancen, um ihre Verluste trotz Übertragung zu verrechnen.

  • Die digitale Transformation gelingt im Unternehmen nur im Miteinander
    „Mehr Empathie denn je“

    Die digitale Transformation gelingt im Unternehmen nur im Miteinander, postuliert Antje Leminsky, CEO beim Finanzierungsspezialisten GRENKE.

  • Marc Simons von SIMONS & KOLLEGEN weiß, wie man sich für die richtige betriebliche Krankenversicherung entscheidet.
    „Passende Lösungen für die ganze Belegschaft“

    Die Entscheidung für die richtige betriebliche Krankenversicherung (bKV) fällt vielen Unternehmen nicht leicht. Marc Simons von SIMONS & KOLLEGEN weiß Rat.

  • Nur ein Bruchteil der deutschen Unternehmen hat einen Krankenzusatzschutz für seine Mitarbeiter abgeschlossen.
    Vorsorge im Doppelpack

    Nur ein Bruchteil der deutschen Unternehmen hat einen Krankenzusatzschutz für seine Mitarbeiter abgeschlossen. Dabei bietet die bKV viele Vorteile – für Betriebe wie Angestellte.

  • T-Systems-CEO Adel Al-Saleh über die Telematik-infrastruktur in der Gesundheitsbranche.
    „Deutschland hinkt noch hinterher“

    Die Telematik-infrastruktur ist das fehlende Bindeglied in der Kommunikation zwischen Ärzten, Apotheken und Krankenkassen, mahnt T-Systems-CEO Adel Al-Saleh.

  • Stephanie Renda kennt die Grenzen, an die Frauen stoßen.
    „Das einzige Mittel der Wahl“

    Courage: Als junge Mutter gründete Stephanie Renda 2008 ihr eigenes Unternehmen. Heute engagiert sie sich für die ganze Start-up-Szene. Sie kennt die Grenzen, an die Frauen stoßen.

  • Maria Moraeus Hanssen fordert Diversität in Unternehmen
    „Sagen Sie Ja zu neuen Chancen“

    Maria Moraeus Hanssen ist Vorstandsvorsitzende der DEA Deutsche Erdoel AG. Die Norwegerin fordert Diversität in Unternehmen – und das weit über die Geschlechterfrage hinaus.

  • Ines von Jagemann über die neuen Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu kommen.
    „Lernen Sie, sich selbst zu schätzen“

    Ines von Jagemann, Geschäftsführerin Digital bei Tchibo, über Digital Leadership und die neuen Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu kommen.

  • Verena Pausder will, dass unsere Kleinen einmal digital ganz groß werden.
    Die Zukunft beginnt genau jetzt

    Es könnte abgedroschen klingen, wäre es nicht so unwiderlegbar: Gründerin Verena Pausder will, dass unsere Kleinen einmal digital ganz groß werden.

  • Sarna Röster macht sich für den Nachwuchs stark – und glaubt nicht an die Frauenquote.
    „Gründergeist in die Schulen“

    Sarna Röster, die Nachfolgerin des Familienbetriebs Karl Röser & Sohn, macht sich für den Nachwuchs stark. Im Interview erklärt sie warum sie gegen eine Frauenquote ist.

  • Beate Oblau behauptete sich gegen zwei Männer in der Unternehmensspitze
    „Nur Kompetenz zählt“

    Neben zwei Männern behauptet sich Beate Oblau an der Spitze des Schreibgeräteherstellers Lamy. Sie spricht über die Digitalisierung der Marke und warum ihr Geschlecht irrelevant ist.

  • Prof. Sabina Jeschke über den Mobilfunkstandard 5G und ihre Arbeit als Ingenieurin
    „Digital Leader sein heißt Vielfalt fördern“

    Prof. Sabina Jeschke, Vorstand Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn, über den Mobilfunkstandard 5G und ihre Arbeit als Ingenieurin in einem klassischen Männerbereich.