Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Wege zur Kaufpreisfixierung

Global wie in Deutschland ist ein deutlicher Anstieg der M&A-Aktivitäten zu verzeichnen. Die Vertragspartner sollten bei der Preisgestaltung die Schlussbilanz im Blick haben.

Bei den meisten Transaktionen kommt der Schlussbilanz („Closing Balance“) des zu erwerbenden Unternehmens oder im Falle eines „Carve-Outs“ von Unternehmensteilen zum Erwerbszeitpunkt eine wesentliche Bedeutung zu. Denn neben der Unternehmensplanung stellt sie eine wichtige Komponente für die Kaufpreisfindung dar. Als der variable Teil der Schlussbilanz steht dabei das Working Capital neben dem Netto-Kassenbestand im Vordergrund. Das Working Capital setzt sich in der Regel zusammen aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vorratsbeständen, den sonstigen kurzfristigen Forderungen abzüglich den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Da zwischen dem Verhandlungszeitpunkt, dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und schließlich dem Zeitpunkt der Kontrollerlangung über das erworbene Unternehmen mehrere Monate vergehen können, gibt es in der Praxis unterschiedliche Möglichkeiten zur Bestimmung des Kaufpreises. Beim „Locked-Box-Ansatz“ etwa wird das Working Capital für einen vereinbarten Zwischenabschlussmonat zugrunde gelegt. Dies hat zur Folge, dass Änderungen im Working Capital im Zeitraum von Vertragsunterzeichnung bis Transaktionsabschluss keine Auswirkungen auf den Kaufpreis haben. Um Erwerber wie Veräußerer Sicherheit zu geben, werden umfangreiche Analysen durch Wirtschaftsprüfer auf den vereinbarten Zwischenabschluss (etwa Inventuren) vorgenommen, was mit einer starken Ressourcenbindung beim Erwerber/Veräußerer einhergehen kann.

Diskussionen vermeiden

Eine weitere Möglichkeit sind im Kaufvertrag zeitlich vereinbarte „Working Capital Adjustments“. Die Basis stellt dabei das Working Capital zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung dar. Dies ermöglicht es dem Erwerber wie auch dem Veräußerer bei Vorliegen vertraglich determinierter Voraussetzungen für eine bestimmte Periode nach der Transaktion den Kaufpreis anzupassen. Die „Working Capital Adjustments“ werden seitens des Erwerbers vorgelegt und vom Veräußerer geprüft. Je unspezifischer sie im Kaufvertrag definiert werden, desto eher kann es zur Diskussion der vorgeschlagenen Adjustments zwischen den Transaktionspartnern kommen. Auch spielen bei international agierenden Unternehmen Währungsentwicklungen oft eine wesentliche Rolle.

Schneller zum Abschluss

Es ist wichtig, dass diese und andere Gestaltungsmöglichkeiten, wie bedingte Kaufpreiskomponenten oder variable Sonderzahlungen, in der Kaufpreisfindung bereits im Rahmen der Vertragsverhandlungen zwischen den Parteien besprochen und dann im Kaufvertrag im Interesse beider Parteien optimal umgesetzt werden. Dies verhindert langatmige Kaufpreisverhandlungen sowie, wenn relevant, auch eine präzise Erstellung einer Schlussbilanz entsprechend den kaufvertraglichen Vorgaben zwischen den Transaktionspartnern. Ein Wirtschaftsprüfer mit umfangreichen Transaktionserfahrungen kann wertvolle Hilfestellungen zur erfolgreichen Kaufpreisfindung sowie bei der Erstellung einer Schlussbilanz geben.

Das interessiert andere Leser

  • Ideen innen und aussen

    Beim Innovationsforum 2015 in Frankfurt am Main sprachen vier Konzernlenker darüber, welche Quellen sie anzapfen, um neue Ideen zu generieren.

  • Aufs große Spielfeld

    Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, sagt, was passieren muss, damit Europa nicht den Anschluss verliert.

  • Was bleibt, was kommt

    Ob Digitalisierung, Mobilität, Demografiewandel – Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Wer erfolgreich sein will, muss sich dem globalen Wandel stellen.

  • Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen.
    Weg mit dem Server

    Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen – wenn sie richtig eingesetzt wird. Zwei Experten sagen, wie sie am besten eingeführt wird.

  • Über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und das Ende des klassischen Beratungsgeschäfts.
    Roboter statt Banker

    Prof. Dr. Martin Hellmich über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und wie Mittelständler von den neuen Angeboten profitieren.

  • 7 Tipps für eine gelungene Franchise-Vertragsunterzeichnung.
    Erst Verträge schließen, dann Geld verdienen

    Vertragslaufzeit, Einkaufsbedingungen Gebührenhöhe – Franchisenehmer müssen sich mit dem Kleingedruckten befassen. 7 Tipps für eine gelungene Vertragsunterzeichnung.

  • Die Entdeckung Europas

    Aus AG wird SE - Immer mehr deutsche Firmen werden ihrer Rechtsform nach europäisch. Die Vorteile: mehr Flexibilität beim Management, aber auch bei Mitbestimmung und Verlagerungen.

  • Mischung mit System

    Geldanlegen wie die Profis - das war lange Zeit nur vermögenden Investoren vorbehalten. Doch jetzt mischen Multi-Asset-Fonds den Markt auf.

  • Werben Sie jetzt auf der DUB-Franchisebörse

    Seit Jahren suchen Unternehmer in spe bei DUB.de Ihr eigenes Unternehmen. Bieten Sie finanzstarken Interessenten ein neues Zuhause unter Ihrem Dach.

  • Alles im Fluss

    Istanbul steht auf der Liste der beliebtesten Spots für Städtetrips ganz oben. Mit einem privaten Guide kann man die Stadt abseits der Touristenströme entdecken.

  • Welches Preisschild trägt ein Lebenswerk?

    Über Jahre hat Kirsten Schubert im Unternehmen ihres Vaters mitgearbeitet. Bis er unerwartet starb. Statt trauern zu können, musste sie die Firma verkaufen. Ein Erfahrungsbericht.

  • Anstand zahlt sich aus
    Anstand zahlt sich aus

    Der Gründer des Club of Hamburg, Frank Breckwoldt, erklärt, warum sich Wertschätzung und Verbindlichkeit gegenüber Mitarbeitern, Kollegen und Kunden lohnen.

  • Unternehmer per System

    Mit Franchising kann der Traum von der unternehmerischen Selbstständigkeit schnell wahr werden. Richtig angepackt, können beide Seiten profitieren.

  • Deckung oben halten

    Abischerung ist oft nicht das Erste, an das Entrepreneure denken. Doch die Altersvorsorge, die Deckung betrieblicher Risiken zählen.

  • Bester Agrarunternehmer zum „Landwirt des Jahres“ gekürt

    Bei der „Nacht der Landwirtschaft“ wurden zum zweiten Mal die begehrten „CeresAwards“ für innovative Ideen und verantwortungsvolles Wirtschaften verliehen.

  • Mach dein Ding!

    So manch erfahrener Konzernmanager liebäugelt mit einem Chefsessel im Mittelstand. Und viele Unternehmer suchen dringend einen Nachfolger. So kommen beide zusammen.

  • Digital-Know-how für alle

    Wie externe Beiräte dabei helfen, Unternehmen einen Weg durch die digitale Revolution zu weisen.

  • Print ist nicht tot

    Mindshare-Chef Christof Baron erklärt, warum gedruckte Medien im Zeitalter der Digitalisierung unterschätzt werden und Inhalte so wichtig sind wie der Kanal.

  • Erfolgreiches Franchising in fünf Schritten

    Franchise erleichtert den Weg in die Selbstständigkeit. Die Systeme sind allerdings bei weitem kein Selbstläufer. Diese fünf Tipps sollten angehende Franchise-Nehmer beachten.

  • Werbe lieber ungewöhnlich

    Für einen wirksamen Mix aus klassischen und digitalen Instrumenten gehört vor allem Mut zum Wagnis. Experten und Unternehmer verraten, wie Sie ihrer Firma Gehör verschaffen.

  • Glamour + Camping = Clamping

    Komfort-Camping führt längst kein Nischendasein mehr. Das liegt nicht zuletzt an den weltweit entstehenden Glamping-Angeboten, die Natur, Abenteuer und Fünf-Sterne-Niveau miteinander kombinieren.

  • Sophia Saller
    Sport-Stipendiatin des Jahres 2015

    Und die Gewinnerin ist ... Sophia Saller! Die U23-Weltmeisterin im Triathlon und Mathematikstudentin in Oxford wurde zur „Sport-Stipendiatin des Jahres“ 2015 gekürt.

  • Ohne Moos nichts los

    Wie bekomme ich einen Gründerkredit? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Cash per Klick
    Cash per Klick

    Fintechs sind auf dem Vormarsch. Die Online-Vermittler bringen Kredite flexibler und oft günstiger an die Kunden als Banken. Die Finanzwelt steht vor einem großen digitalen Wandel.

  • Freund oder Feind?

    Seit 129 Jahren steht Daimler für Mobilität. Geht es nach Apple und Google, hat die Ära der Automobilbauer nun ein Ende. Ein Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche.

  • Nichtstun ist das neue Arbeiten

    Entrepreneure kennen keinen Feierabend. Dabei ist Nichtstun viel effizienter, sagen Fachleute. Eine Anleitung zum produktiven Müßiggang.

  • Mythos Cholesterin

    Wann ist Cholesterin gut? Wann ist es schlecht? Was sollte man bei der Ernährung beachten? Eine Fachärztin steht Rede und Antwort.

  • Reisetipp: Basel

    Basel ist die Kulturhauptstadt der Schweiz. Kunst- und Architekturhighlights säumen das Rheinufer. Heute steht Basel für Lebensqualität. Ein kleiner Reiseführer.

  • „Zweifel zermürbten mich“

    Niemand spricht gern über sie: Verunsicherung wird besonders Chefs schnell als Schwäche ausgelegt. Wie Unternehmer mit Zweifeln an sich selbst umgehen und wieder Kraft schöpfen können - ein Erfahrungsbericht.

  • Putten mal anders

    Strikte Kleiderordnung und gediegenes Clubhaus waren gestern. Viele Golfspieler wollen mehr. Sie suchen nach unterhaltsamer Atmosphäre auf dem Platz. Zwei Turnierveranstalter aus dem Norden bieten genau das.

Zu den Autoren 

Ralf Geisler, Partner und Head of Transaction Accounting bei EY.

Sie erreichen ihn unter: ralf.geisler@de.ey.com

 

Gerd Winterling, Partner und Wirtschaftsprüfer, Financial Accounting Advisory Services bei EY.

Sie erreichen ihn unter: gerd.winterling@de.ey.com

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick