Leasing-Spezial: Interview mit Nico Peters

Entwicklungen des Finanzierungsmarkt

Einst war die Finanzierung von Unternehmen Domäne von Bank und Berater. Heute reicht ein Smartphone. Und das ist erst der Anfang, so Nico Peters von Compeon.

Nico Peters gründete zusammen mit Kai Böringschulte und Frank Wüller Compeon. Eine Plattform für die Finanzierung des Mittelstands

Alles online: Nico Peters gründete zusammen mit Kai Böringschulte und Frank Wüller Compeon. Eine Plattform für die Finanzierung des Mittelstands (Foto: PR)

Zwischen der schnellen Pizzabestellung und der Urlaubsbuchung für den nächsten Sommer mal eben online eine Unternehmensfinanzierung klar­machen? Das geht – mit Angeboten wie von Compeon. Geschäftsführer Nico Peters über die veränderten Nutzungsgewohnheiten und mögliche Disruption durch Giganten wie Google.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Schauen Sie bitte einmal in Ihre Glaskugel: Wie wird wohl in 15 Jahren finanziert?

Nico Peters: In 15 Jahren wird sich die Welt grundlegend verändert haben. Wenn man sich überlegt, dass das iPhone erst 2007 erschien, hat das Smartphone in recht kurzer Zeit unseren Alltag komplett auf den Kopf gestellt. Diente das Mobiltelefon früher nur zum Telefonieren und SMS-Schreiben, bezahlen wir heute unser Abendessen per Mobile-Payment und messen beim Joggen mit dem Smartphone die Herzfrequenz.

Und in Zukunft?

Peters: Vor allem zwei Entwicklungen werden die Zukunft maßgeblich prägen: Einerseits wird die technologische Revolution weiter voranschreiten, insbesondere in den Bereichen Internet of Things, Blockchain und Künstliche Intelligenz. Auf der anderen Seite werden wir sehen, dass sich die Angebote der Dienstleister stärker fragmentieren und individualisieren, da die Anforderungen der Kunden immer spezialisierter werden und tradierte Kundengruppen in immer kleinere Subgruppen aufbrechen. Weg vom „one size fits all“ hin zum nutzerspezifischen, adaptiven Produkt.

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Aber Banken haben in Sachen Finanzierung einen gewaltigen Erfahrungsvorsprung.

Peters: Schon, aber einer der Schwachpunkte ist, dass Banken gern die Prozesse hinter dem Berater digitalisieren. Der Prozess bis zum Berater bleibt dabei aber weitgehend unberührt und analog. Wie schnell sich die Welt im Bereich Finanzen verändert, sieht man gut an den aktuellen Entwicklungen im Falle Wire­card, die das Gründungsmitglied des Dax, die Commerz­bank, zum 30. Geburtstag im Dax ersetzt hat.

Mussten Sie sich eigentlich auch selbst finanzieren?

Peters: Wir hatten das Glück, nach der Gründung schnell passende Investoren zu finden, die nachhaltig in unser Unternehmen investieren und auch schon Größen wie Zalando auf den Weg gebracht haben.

Was könnte Compeon „disrupten“?

Peters: Wir beobachten die Bewegungen im Markt sehr genau. Ein Vorstoß von BigTechs wie Google und Co. in den B2B-Bereich könnte dafür sorgen, dass der Markt grundlegend neu geordnet wird. Diese Unternehmen haben eine große Innovationskraft und auch das nötige Kapital, um eine größere Initialsumme auf sich zu nehmen, bevor sich das Invest monetarisiert. Das, in Verbindung mit den enormen Datenmengen und Insights, kann einen neuen Marktteilnehmer schaffen, mit dem heute noch keiner rechnet.

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