Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 
Invest-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums

So profitieren Gründer noch besser von Wagniskapital

Deutschland ist kein Gründerland. Damit sich das ändert, hat das Bundeswirtschaftsministerium das Invest-Programm aufgepäppelt.

Viele Fördertöpfe sind hierzulande immer noch einer breiten Unternehmerschaft unbekannt. Längst nicht jeder kennt das Invest-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums, welches seit Anfang dieses Jahres noch an Attraktivität gewonnen hat.

Die bisherige Praxis, die auch weiterhin gilt: Wagniskapitalgeber bekommen 20 Prozent der Investitionssumme bei Anteilserwerb erstattet – wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So muss der Investor dem Unternehmen mindestens 10.000 Euro zur Verfügung stellen. Zudem müssen die Geschäftsanteile mindestens drei Jahre lang gehalten werden. Wenn die Investition daran gekoppelt ist, dass das Unternehmen bestimmte Ziele erreicht, muss jede einzelne Zahlung mindestens 10.000 Euro betragen. Die maximale Summe an Zuschüssen hat der Staat gedeckelt: Jeder Investor kann pro Kalenderjahr Zuschüsse für Beteiligungen in Höhe von bis zu 500.000 Euro erhalten.

Der Vorteil des Invest-Programms für die Business Angels: Ihr unternehmerisches Risiko wird etwas abgemildert. Und: Der Erwerbszuschuss ist von den Ertragssteuern befreit und verbessert so den Anreiz zur Mobilisierung von privatem Wagniskapital deutlich. Der Vorteil für junge Unternehmen: Ihre Chancen, einen privaten Investor zu finden, steigen mit dem Programm. Das Bundeswirtschaftsministerium weist daraufhin, dass seit Mai 2013 bereits 200 Millionen Wagniskapital so in junge Unternehmen geflossen ist.

Nun, seit Anfang 2017, ist das Programm noch ausgebaut worden. Zusätzlich zum Erwerbszuschuss kann die Steuer, die auf einen späteren Veräußerungsgewinn entfällt, pauschal mit dem sogenannten Exitzuschuss kompensiert werden. Das bedeutet konkret: Bei einem Exitzuschuss erhält der Wagniskapitalgeber eine pauschale Steuerkompensation in Höhe von 25 Prozent des Gewinns, der aus dem Verkauf seiner mit dem Erwerbszuschuss geförderten Anteile erzielt wurde.

Was auch neu ist: Die Anteile kann der Investor auch über ein Wandeldarlehen erwerben. In diesem Fall erfolgt die Auszahlung des Erwerbszuschusses - auf den gewandelten Betrag - erst nach der Wandelung. Auch Anschlussinvestitionen sind förderfähig, sofern der Erwerb der vom Investor gehaltenen Anteile bereits durch den Erwerbszuschuss gefördert wurde.

Zugleich hat der Staat Grenzen gesetzt: Der Exitzuschuss ist auf 80 Prozent des Investitionsbetrages der Invest-Anteile begrenzt. Zudem dürfen Erwerbszuschuss und Exitzuschuss nicht über dem ursprünglichen Investitionsbetrag liegen. Und pro Unternehmen können Beteiligungen mehrerer Investoren von summa summarum bis zu 3 Millionen Euro pro Kalenderjahr mit dem Erwerbszuschuss gefördert werden.

Das Ganze ist für Business Angels aus mehreren Gründen attraktiv: Verkauft der Investor nach einer Mindesthaltedauer von drei Jahren seine Anteile oder scheitert das Unternehmen, muss er den Zuschuss nicht zurückzahlen. Bei einem Verkauf mit Gewinn wird die Steuer auf den Veräußerungsgewinn pauschal erstattet.

Staatliche Förderprogramme sind aber zumeist an vielfältige Voraussetzungen geknüpft, so auch Invest.

So darf ein förderfähiges Unternehmen nicht älter als sieben Jahre alt sein, muss weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen und sein Jahresumsatz darf höchstens 10 Millionen Euro betragen. Überdies muss die Firma mindestens eine Zweigniederlassung in Deutschland haben, die im Handelsregister oder im Gewerberegister eingetragen ist. Zudem muss das Unternehmen innovativ sein, dies kann das Unternehmen durch Patente, in Anspruch genommene, öffentlich geförderte Innovationsprojekte oder durch Gutachten bescheinigen.

Auch an den Investor stellt der Staat Bedingungen. Es muss sich um eine natürliche Person mit Hautwohnsitz in der EU handeln. Vor dem Erwerb der Beteiligung darf der Investor keine Anteile gehalten haben. Seine Beteiligung muss der Business Angel mindestens drei Jahre lang halten. Und, dies gilt speziell für den Exitzuschuss: Der Investor darf die Anteile nicht länger als zehn Jahre halten.

Um das Verfahren in Gang zu setzen, reicht es zunächst einen Online-Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu stellen. Wenn die Behörde dem Unternehmen die Förderfähigkeit bescheinigt hat, stellt der Investor bei der Behörde ebenfalls online einen Antrag. Das Amt prüft diesen Antrag formal und erteilt dem Investor einen Bescheid.

Achtung: Der Gesellschaftsvertrag, die Satzung oder der Beteiligungsvertrag zwischen Investor und Unternehmen beziehungsweise die Wandelung von Wandeldarlehen, dürfen erst geschlossen werden, wenn der Investor seinen Antrag gestellt hat.

Dafür muss der Bewilligungsbescheid des Amts jedoch noch nicht vorliegen. Nachdem der Investor die Zahlung für die Anteile vorgenommen hat, fordert er die steuerfreie Erstattung von 20 Prozent der Investitionssumme bei der Behörde an. Hierfür müssen dann auch entsprechende Verträge oder Dokumente vorliegen, aus denen die Beteiligung hervorgeht.

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Kleine Helfer, große Wirkung: Assistenzsysteme
    Kleine Helfer, große Wirkung

    Elektronische Assistenzsysteme wie Parksensoren sind vermehrt nun auch in Nutzfahrzeugen zu finden.

  • Einen Klick entfernt
    Drei, zwei eins, ...

    Onlineshopping boomt – eine E-Commerce-Seite will aber gut geplant sein.

  • Kampf mit dem Gewissen
    Schwieriger Spagat

    Benötigt ein Angehöriger dauerhaft Hilfe, pflegen ihn oft Partner und Verwandte. Was aber, wenn auch ein Unternehmen zu führen ist?

  • Frauke Fees
    Marke ohne Budget

    Auch mit Kreativität und Leidenschaft lässt sich eine Marke bekannt machen, sagt Beraterin Frauke Feess – wenn man die Zielgruppe gut kennt.

  • Dr. Kerstin Nina Schulz, Anwältin für Franchiserecht
    Rettung für gekündigte Franchisenehmer

    Wenn Franchisenehmern der Vertrag gekündigt wird, stehen sie häufig vor dem Nichts. Ein Paragraf im Handelsgesetzbuch schafft Abhilfe.

  • Hagen Rickmann, Telekom
    Deutscher Mittelstand meets Silicon Valley

    Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland hat beide zusammengebracht. Ein Erlebnisbericht.

  • Christoph Keese
    Messerscharf analysiert

    Christoph Keese wurde mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2016 ausgezeichnet. Für das DUB UNTERNEHMER-Magazin analysiert er exklusiv, was wir vom Silicon Valley lernen müssen.

  • Auf in die Selbstständigkeit
    20 Tipps für die Selbstständigkeit

    Befreit von Hierarchien Ideen umzusetzen, ohne sich abzusprechen – das sind nur einige Vorteile der Selbstständigkeit. So funktioniert’s.

  • Gerlinde Baumer - Partnerin der omegaconsulting GmbH
    Nach dem Firmenverkauf ...

    ... fängt die Übergabe erst richtig an. So meistern beide Seiten die Herausforderung.

  • Flottenmanagement
    Knifflige Entscheidungen

    Kaufen, leasen, finanzieren, mieten? Vor dieser Frage steht jedes Unternehmen, ganz gleich welcher Art und Größe, wenn es um die Anschaffung von Dienst-, Fuhrpark- oder Firmenwagen geht.

  • Auf in die Franchise-Selbstständigkeit
    Auf in die Franchise-Selbstständigkeit: Welche Freiheiten habe ich?

    Als Franchiser ist man befreit davon, eine eigene Idee zur Marktreife zu führen. Was kann man entscheiden, wo sind die Grenzen?

  • Veranstaltung Firmennachfolge in Hamburg
    Die Hürden bei der Firmennachfolge: einfach mal Ja sagen!

    Eine Firma zu verkaufen, das ist für manche Eigner so schwierig, wie ihr Kind in die Selbstständigkeit zu entlassen. Welche Befürchtungen Käufer und Verkäufer haben, zeigte eine Veranstaltung in Hamburg auf.

  • Joe Kaeser, Siemens
    Der Siemensianer

    Nie hat er für ein anderes Unternehmen gearbeitet: Siemens-Chef Joe Kaeser im Interview.

  • Öko-System
    Franchise wird grün

    Der Deutsche Franchise-Verband hat den Green Franchise Award vergeben. Und der Gewinner ist ...

  • Küche&Co
    Rückenstärkung

    Franchisesystem als Gängelband, so das vielfache Vorurteil. Wie es richtig gut laufen kann, erzählen zwei Gründer.

  • Das Who’s who deutscher Konzernlenker verrät exklusiv, wie es sich die digitale Welt von morgen vorstellt.
    Quintessenzen des Erfolgs

    Denke stets vom Kunden her! An welchen Leitplanken sich 15 Konzernchefs bei ihren Strategien orientieren.

  • Kai Enders im DUB UNTERNEHMER-Magazin Herbst 2016
    Modernisierung des Verbands

    Kai Enders, neuer Vorstand des Deutschen Franchise-Verbands, hat sich hohe Ziele gesteckt.

  • DFV-AWARDS
    Neue Aushängeschilder

    Der Franchise-Verband hat fünf Unternehmen ausgezeichnet. Was macht diese zu Botschaftern für die gesamte Franchisewirtschaft?

  • Lisa Mayer, Olympionikin und erfolgreiche Studentin ist Sport-Stipendiatin des Jahres 2016
    Sprinterin räumt ab

    Lisa Mayer, Olympionikin und erfolgreiche Studentin ist „Sport-Stipendiat des Jahres 2016“.

  • Der Transformator
    Wachgeküsst

    Wie aus einem unprofitablen Familienbetrieb ein europäischer Champion wird, zeigt das Beispiel Europart.

  • Regierung hilft Start-ups
    Regierung hilft Start-ups

    Dank Steuererleichterungen für Investoren sollen junge Unternehmen leichter an frisches Kapital kommen.

  • Erfolgreich mit Hundefutter: Franchise-Unternehmer Torsten Toeller
    Selfmade-Millionär auf Abwegen?

    Torsten Toeller, Chef des Franchise-Imperiums Fressnapf, zieht sich zurück. Was steckt dahinter?

  • Firmenwerte: KMU-Multiples
    Schwacke-Liste für KMUs

    Neue Tabellen von DUB.de und concess.de helfen bei der Bewertung kleiner und mittelständischer Unternehmen.

  • Migranten als Gründer
    Mehr als Dönerbude

    Wenn Migranten ein Unternehmen gründen, sind sie längst nicht mehr nur in den Bereichen Gastronomie oder Handel aktiv. Viele schaffen erfolgreich Jobs.

  • Firmen fiebern nach Fusionen
    Das große Fressen

    Bayer, Fresenius, Volkswagen: Deutsche Unternehmen sind in Shoppinglaune. Dabei sah es zu Jahresbeginn düster aus im M&A-Sektor.

  • MBO - Vom Manager zum Eigentümer
    Vom Manager zum Eigentümer

    Wenn eine Firma per Management Buy-out gekauft wird, muss nicht nur das Engagement der Besitzer in spe passen, sondern auch die Finanzierung.

  • Social Media im Franchise
    Social Media für Franchise

    Wie Franchise-Unternehmen Facebook, Twitter oder Whats App richtig nutzen.

  • War for talents
    Bereit für die Neuen? Wahl des Arbeitgebers bei der Generation Y

    Bei der Wahl des Arbeitgebers gilt die Generation Y als besonders anspruchsvoll. Welches Unternehmen positioniert sich am besten im ‚War for Talents’? Eine Studie will der Frage auf den Grund gehen.

  • Wladimir Klitschko 2016
    Veränderungen managen

    Ex-Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko und die Universität St. Gallen zeigen Führungskräften und Managern, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung meistern.

  • LMU München
    Start-up-Hochburg München

    Der Inkubator der Ludwig Maximilians-Universität München (LMU) hat bereits 165 Start-ups mit mehreren hundert Millionen Euro Marktwert hervorgebracht.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick