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Mittelstand erhält auch in Zukunft privilegiert Kredite

Die kleinen und mittleren Unternehmen prosperieren. Erfreulich für die Prognosen: Die EU hat entschieden, dass die Eigenkapitalanforderungen an Banken für KMU-Kredite nicht verändert werden. Dennoch gibt es auch Probleme auf Bankenseite.

Die mittelständischen Firmen in Deutschland geben sich sehr optimistisch für die kommenden sechs Monate. Aktuell erwartet jedes dritte Unternehmen verbesserte Geschäftsentwicklungen in dem Zeitraum. Aufgrund der ungetrübten Stimmung planen 81 Prozent der Mittelständler in den nächsten sechs Monaten in ihr Unternehmen zu investieren. Das zeigt eine aktuelle Studie von Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der DZ BANK und der WGZ BANK.

Erfreulich für die langfristige Perspektive: Die bisherigen Privilegien für die Mittelstandsfinanzierung bleiben erhalten. Der sogenannte KMU-Korrekturfaktor für kleine und mittlere Unternehmen (SME supporting factor) hat die Prüfung bestanden, das teilte kürzlich Jonathan Hill, EU-Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion, mit. Der KMU-Korrekturfaktor war im Zuge der europäischen Eigenkapitalverordnung zur Umsetzung von Basel III eingeführt worden.

Die Eigenkapitalanforderungen an Banken für KMU-Kredite (bis 1,5 Millionen Euro) werden also weiterhin mit dem Faktor 0,7619 multipliziert. Eine Bank muss also nur etwa Dreiviertel des sonst erforderlichen Eigenkapitals als Risikovorsorge für einen ausgereichten KMU-Kredit vorhalten.

„Der Mittelstand wird also auch in Zukunft leichter Kredite bekommen als die Konzerne“, sagt Christian Fahrholz, Leiter des Referats Geld und Währung, Unternehmensfinanzierung, Unternehmenssicherung beim DIHK. Derzeit ist die Lage auf dem Kreditmarkt eher entspannt – dank geringer Zinsen für Darlehen und hoher Eigenkapitalquoten der Mittelständler. So bewertet nach einer DIHK-Umfrage die überwiegende Mehrheit der Unternehmen ihren Finanzierungszugang dann auch als gut oder befriedigend. Von den Betrieben mit Schwierigkeiten sieht knapp ein Drittel im notwendigen Eigenfinanzierungsanteil ein Hindernis beim Kreditzugang. Auch fehlende Sicherheiten sind ein Grund für Schwierigkeiten bei Fremdkapitalfinanzierungen durch Banken, sagt DIHK-Experte Fahrholz.

Schwierig stellt sich vor allem für kleine Firmen die Lage teilweise dar. So notierten 60 Prozent der kleinen Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern und 59 Prozent der Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten laut einer DIHK-Studie, bei Innovationsprojekten Probleme mit einer Bankfinanzierung bekommen zu haben.

Ähnlich das Bild bei Firmenübernahmen. Einer Sonderumfrage des DIHK zufolge beklagt sich nahezu jeder zweite potenzielle Kaufinteressent darüber, dass eine Übernahme aufgrund mangels finanzieller Unterstützung durch die Kreditinstitute schwierig ist. Auch hier sind der Mangel an geeigneten Sicherheiten und der fehlende notwendige Eigenfinanzierungsanteil verantwortlich für einen schlechten oder fehlenden Zugang zur Fremdfinanzierung.

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