Leasing: Tipps für Gewerbetreibende

Man achte auf die Feinheiten

Gewerbekunden sollten wissen, dass Leasingvertrag nicht gleich Leasingvertrag ist. Je nach Angebot und Anbieter gibt es deutliche Unterschiede bei der Ausgestaltung von Vertragskonditionen und -klauseln. Diese Unterschiede sind häufig mit indirekten oder direkten finanziellen Folgen für den Leasingnehmer verbunden.

Leasing, das ist Mieten einer Sache auf Zeit, ohne diese Sache selbst zu erwerben. Die Leasingrate ist folglich eine Nutzungsgebühr, die der Leasingnehmer an den Leasinggeber als Eigentümer des zu leasenden Fahrzeugs leistet. Gewerbetreibende wissen zudem, dass Leasing für sie besondere Vorteile bietet:

  • Es ermöglicht die Nutzung eines neuen, technisch aktuellen Fahrzeugs, ohne die eigene Liquidität zu belasten.
  • Es ist „unsichtbar für die Bilanz“ des Leasingnehmers, denn aktivieren muss das Fahrzeug die Leasinggesellschaft als Eigentümer, die auch die steuerliche Abschreibung (AfA) auszuweisen hat.
  • Es wirkt für den Leasingnehmer Gewinn mindernd, denn er kann die monatlichen Leasingraten und die Betriebskosten für ein Fahrzeug vollständig als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen und so seinen Gewinnanteil mindern.

Leasing ist in der Regel etwas teurer als die klassische Finanzierung, da eben der monatlichen Leasingrate auch die Nutzungskosten, Zinsen und Verwaltungskosten bezahlt werden müssen.

Als Gewerbetreibender, der sich nicht alltäglich mit Leasingverträgen beschäftigt, ist es wichtig, die vertraglichen Feinheiten zu kennen. Beispiel „volle steuerliche Absetzbarkeit der Leasingkosten“: Die ist nur dann gewährleistet, wenn auch tatsächlich alle Leasingkosten, also auch etwaige Anzahlungen, Nebenkosten und die Mehrwertsteuer von der monatlichen Leasingrate erfasst und ausgewiesen werden.

Vertraglicher Gestaltungsspielraum eröffnet sich für Leasinggeber unter anderem auch bei der Frage danach, ob der gewerbliche Kunde als Leasingnehmer einen Kilometer- oder Restwertvertrag wünscht.

Grundsätzlich vorweg: Eine Mischung beider Vertragsarten, also eine Kombination aus Kilometer- und Restwertvertrag, ist unzulässig. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) bereits im Jahr 2001 entschieden (Az. VIII ZR 208/00), (vgl. openjur.de/u/62268.html).

Aus der Entscheidung ergibt sich folgender Merksatz: Beim Kilometerleasing trägt das Restwertrisiko der Leasinggeber. Beim Restwertvertrag ist es der Leasingnehmer.

Ein Restwertvertrag wird heute kaum noch angeboten und birgt für den Leasingnehmer ein höheres Risiko. Das Risiko entsteht, da ein fiktiver Restwert festgelegt wird, der nichts mit dem tatsächlichen Marktwert in drei oder vier Jahren zutun haben muss.

Einige unbekannte Klauseln können auch in Kilometerverträgen stecken und die sollten Leasingnehmer genau kennen. Beispielsweise die Frage, wie der Leasinggeber bei Kilometerleasing mit der Unterschreitung bzw. Überschreitung der vertraglich vereinbarten Kilometerleistung verfährt. Nicht jede Leasinggesellschaft erstattet Minderkilometer zum Vertragsende zurück. Branchenüblich ist hingegen, dass eine Unter- bzw. Überschreitung von bis zu 2.500 Kilometern zur vertraglichen Kilometerleistung nicht erstattet bzw. berechnet wird. Üblich ist zudem, dass Erstattungen für Minderkilometer an den Leasingnehmer mit einer deutlich geringeren Kilometerpauschale verrechnet werden als Mehrkilometer. Den Aufschlag für Mehrkilometer sollte der gewerbliche Kunde vor Vertragsunterzeichnung kennen, damit es am Ende keine Überraschung gibt.

Tipp: Bestehen Möglichkeiten zur Vertragsanpassung?
Wenn frühzeitig absehbar ist, dass mehr als die vertraglich vereinbarten Kilometer gefahren werden, ist es unter Umständen sinnvoll, den Vertrag und die monatliche Rate im Einvernehmen mit dem Leasinggeber anzupassen, um eine unerwartet hohe Schlusszahlung bei Vertragsablauf zu vermeiden.

Schwer kalkulierbar ist bei einem Leasingvertrag, in welchem Zustand sich das Fahrzeug bei Vertragsende befinden wird. Gerade wenn Gewerbetreibende ein oder mehrere Fahrzeuge für ihre Mitarbeiter zur Verfügung stellen ist nicht gewährleistet, dass diese die Fahrzeuge immer mit der nötigen Sorgfalt behandeln. Je präziser die Abweichungen von der Norm und die Definition von tolerierten Mängeln und nicht mehr tolerierten Beschädigungen bei Vertragsabschluss festgelegt sind, desto geringer der Ärger am Ende der Vertragslaufzeit.

Tipp: Beurteilung von Schäden und Verschleiß
Einige Leasinggeber haben bebilderte Kataloge geschaffen, aus denen relativ genau hervorgeht, welche Gebrauchsspuren nach Art und Umfang noch als normal und welche als nicht mehr tolerierbar eingestuft werden, so dass ihre Beseitigung zu Lasten des Leasingnehmers gehen.

Eine interessante Alternative für kurzfristigere Mobilitätsbedürfnisse von ca. 1 – 12 Monaten ist die Auto-Langzeitmiete. Hierbei wird dem Mieter das Fahrzeug gegen eine monatliche Mietzahlung zur Verfügung gestellt. Die monatlichen Mietzahlungen umfassen üblicherweise alle Nutzungskosten, wie Steuer, Versicherung- und Wartungskosten, nur die Tankkosten muss der Mieter noch zusätzlich tragen. Ähnlich wie beim Leasing, können die Mietzahlungen steuerlich geltend gemacht werden und vollständig abgezogen werden.

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