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Kampf um den Mittelstand

Die harte Konkurrenz der Banken um Firmenkunden drückt die Gewinnmargen.


Es ist kein kleiner Kuchen, der im deutschen Mittelstand zu verteilen ist. Immerhin gut 25 Milliarden Euro können die Banken im hiesigen Firmenkundengeschäft verdienen. Kein Wunder also, dass das Gedränge besonders groß ist, was allerdings die Gewinnmargen unter Druck bringt. "Die Lage im Mittelstandsgeschäft hat sich nochmals verschärft", sagt Walter Sinn, Partner der Unternehmensberatung Bain. Laut jüngstem "Bain Corporate Banking Report Deutschland" sind die Erträge im ersten Halbjahr 2013 gegenüber Ende vergangenen Jahres um sieben Prozent gesunken - und eine Besserung ist nicht in Sicht (siehe Grafik). "2013 wird insgesamt schlechter ausfallen als das Vorjahr", schätzt Bankenexperte Sinn. Es zeige sich jetzt, dass der Kampf um die Marktanteile seinen Preis habe.

Die Wettbewerbsintensität hat weiter zugenommen, weil fast alle Institute auf das Mittelstandsgeschäft setzen. Die Deutsche Bank will nach einer Umstrukturierung vor allem bei kleineren Unternehmen, größere Marktanteile gewinnen. Bei der Commerzbank ist die "Mittelstandsbank" wesentlicher Pfeiler der Geschäftsstrategie. Auch die Landesbanken versuchen beim Thema Mittelstand bundesweit zu punkten. Hinzu kommen die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken, die angesichts von Einlagenüberschüssen und Niedrigzinsumfeld die Kreditvergabe ankurbeln.

Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Gewinnspannen. "Bei Unternehmenskrediten über eine Million Euro lässt sich der Margendruck bereits seit fast einem Jahr beobachten", sagt Peter Barkow vom Finanzierungsspezialisten Barkow Consulting. In diesem Kreditsegment, das auch den größeren Mittelstand umfasst, habe sich der Margendruck im dritten Quartal unvermindert fortgesetzt. Bei kleineren Unternehmenskrediten unter einer Million Euro war die Marge hingegen bis zuletzt vergleichsweise stabil und hatte im Mai sogar einen Rekordhöchststand erreicht. "Im dritten Quartal hat allerdings auch hier der Margendruck vehement eingesetzt", erklärt Barkow.

Gleichzeitig hat die Risikovorsorge im Kreditgeschäft deutlich zugenommen: im ersten Halbjahr um durchschnittlich 51 Prozent. "Der zyklische Tiefpunkt bei der Risikovorsorge ist vorbei. Die Banken nehmen jetzt wieder riskantere Geschäfte an", erklärt Bain-Partner Sinn. Ein Beispiel: Die Eigenkapitalquote der Düsseldorfer Geschäftsbank HSBC Trinkaus ist in den ersten neun Monaten wegen steigender Risikopositionen infolge der Wachstumsstrategie im Firmenkundengeschäft leicht zurückgegangen - man bedient eben nicht mehr nur Firmen mit Spitzenratings.

 

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