Hidden Champions fürs Depot

Klein, aber fein – und Renditebringer. Das sind die Börsenzwerge aus der zweiten Reihe. Sie schneiden langfristig besser ab als die großen Standardwerte im Dax oder Euro Stoxx 50, sie haben jedoch auch den Ruf, riskanter zu sein.

Mittelständler stehen weniger im Fokus der Anleger. Ihre Aktien bieten deshalb aufgrund moderater Bewertungen vielfach gute Chancen

Aber das sind sie gar nicht. Es gibt schlichtweg viel mehr kleinere Unternehmen als Dickschiffe, und deshalb scheint es auch so, als ob die Börsenzwerge viel öfter in Turbulenzen gerieten. Statistisch ist das aber längst nicht so dramatisch. Kleine Unternehmen sind oft bodenständiger als Großkonzerne. Wir haben viele sehr erfolgreiche mittelständische Unternehmen, etwa unter den Autozulieferern. Oft sind sie auf ein Produkt oder eine Dienstleistung spezialisiert, glänzen mit Innovationen und sind in ihrem Segment sogar (Welt­)Marktführer. Man nennt sie „Hidden Champions“. Versteckte Meister ihrer Klasse, die im Verborgenen wachsen.

Wenig beachtete Werte sind an der Börse oft unterbewertet und daher für Anleger attraktiv. Und aufgrund ihrer Spezialisierung sind die Geschäftsfelder für Anleger leichter nachvollziehbar.

Viele davon werden von ihren Eigentümern geführt. Diese denken nicht nur von Quartalszahlen zu Quartalszahlen, wie viele angestellte Vorstände von Großkonzernen, die nur vier­ oder fünfjährige Arbeitsverträge haben. Mittelständler denken in erster Linie an den Fortbestand der Firma, haben echten Unternehmergeist und tätigen auch Investitionen, die sich erst in zehn oder mehr Jahren rechnen. Sie haben ein engeres Verhältnis zu ihren Mitarbeitern, stehen nicht so sehr unter dem Druck der Gewerkschaften. All das zählt sich langfristig aus. Während der europäische Standardwerte­Index Euro Stoxx 50 in den vergangenen zehn Jahren pro Jahr eine Performance von 1,7 Prozent erzielt hat, legten die kleineren Small und Mid Caps inklusive Dividende um 6,5 Prozent pro Jahr zu.

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