Bürgschaftsbanken fördern massiv Nachfolge im Mittelstand

Deutschland hat ein Nachfolgeproblem. Im Mittelstand fehlen bis Ende 2019 rund 240.000 neue Inhaber für kleine und mittlere Unternehmen. Die Nachfolgemisere ist auch an der Bilanz der Bürgschaftsbanken zu erkennen.

Bürgschaftsbanken fördern Nachfolge im Mittelstand

Unterstützung durch Bürgschaftsbanken bei der Nachfolgefinanzierung

Die Bürgschaftsbanken sind immer stärker gefragt bei der Nachfolgefinanzierung im Mittelstand. Die 17 rechtlich eigenständigen Bankinstitute, darunter etwa die Bürgschaftsbank NRW, haben im vergangenen Jahr erstmals mehr Mittelständler bei der Nachfolge als bei der Gründung neuer Unternehmen unterstützt. Der Anteil der Übernahmefinanzierungen lag, betrachtet nach Stückzahlen, zum Jahresende 2017 bei mehr als einem Viertel. Rund 5900 Unternehmen erhielten in dem Jahr eine Förderung in Form von Bürgschaften oder Garantien, zusammen genommen in einer Höhe von mehr als 1,1 Milliarden Euro, das entspricht einem Zuwachs von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gemessen am Volumen aller Bürgschaften und Garantien machten Nachfolger sogar fast ein Drittel aus.

Nicolas Rädecke, Geschäftsführer von DUB.de, sagt: „Es ist gut und wichtig, dass es Bürgschaftsbanken gibt und dass diese ihrer Verantwortung für den deutschen Mittelstand gerecht werden.“

Report zur Unternehmensnachfolge: 511.000 Firmen suchen einen Nachfolger

Laut dem sogenannten DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge für 2017 ist die Anzahl der Unternehmen, die in der Beratung sagten, dass sie keinen Nachfolger finden, erneut angestiegen. Seit 2010 hat sich die Anzahl fast verdoppelt. Die Suche nach Nachfolgern für mittelständische Unternehmen wird in den nächsten Jahren sogar noch an Dramatik zunehmen. Bis Ende 2022 dürften laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 511.000 Firmen einen Nachfolger suchen, davon 239.000 bis Ende 2019.

Schwierig ist die Lage vor allem für Kleinstbetriebe, die häufiger keine Übernehmer finden und ihre Betriebe stilllegen müssen. „Jedes Jahr brauchen mehr Nachfolger die Unterstützung der Bürgschaftsbanken. Allein 2017 haben wir gegenüber dem Vorjahr über fünf Prozent mehr Übernahmen gefördert“, sagt Guy Selbherr, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken. „Wir sind froh, dass wir gestärkt durch neue Rückbürgschafts- und Rückgarantien von Bund und Ländern auch in den nächsten fünf Jahren Unternehmen wie bisher mit Bürgschaften und Garantien bis 1,25 Millionen Euro fördern können. Gerade bei den kommenden Nachfolgen können wir so Kredite der Hausbanken absichern und viele Finanzierungen ermöglichen“, sagt Selbherr. „Der Hebel ist aber noch viel größer, da wir nur einen Teil der Gesamtfinanzierung verbürgen und die Unternehmen auch eigenes Kapital einbringen. Knapp sieben Milliarden Euro können Betriebe durch die Bürgschaftsbanken jedes Jahr investieren. 2017 haben wir damit fast 78.000 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen.“

Der Staat unterstützt die Bürgschaftsbanken als private Wirtschaftsförderinstitute mit Rückbürgschaften und Rückgarantien. Diese Rückbürgschafts- und Rückgarantieerklärungen werden zwischen Bund, Ländern sowie Bürgschaftsbanken ausgehandelt und sind jeweils fünf Jahre lang gültig. Die neuen Erklärungen gelten von 2018 bis 2022.

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