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Bezahldienste im Internet – der mühsame Kampf von Paydirekt

Paypal kennt fast jeder. Und Paydirekt? Muss sich erst noch einen Platz im Markt erkämpfen. Dabei kann der Anbieter auf einige Vorteile verweisen.

In einen bestehenden, aufgeteilten, Markt eintreten und sich behaupten: Das ist alles andere als einfach. Dem Bezahlverfahren Paydirekt gelingt dies zunehmend. Seit einem guten Jahr gibt es die Konkurrenz zu Paypal & Co. – und nach einem schwierigen Start beziffert das Unternehmen die Zahl der angeschlossenen Händler mittlerweile auf 526 und die Zahl der Privatkunden auf rund 800.000.

Dynamisch entwickelte sich das Geschäft seit April vergangenen Jahres die Sparkassen technisch angeschlossen sind. Signalwirkung hatten zudem die Gewinnung von einigen großen Händlern, wie etwa der Media-Saturn-Gruppe. So können Kunden in den Internetshops von Media Markt und Saturn Paydirekt nutzen. Auch die Versandapotheke DocMorris ist etwa unter Vertrag.

Allerdings scheint der Vorsprung von Paypal noch uneinholbar. Der aus den USA stammende Platzhirsch ist bereits seit mehreren Jahren in Deutschland aktiv und kommt auf mehr als 16 Millionen aktive Nutzer.

E-Commerce-Experten wie etwa Ernst Stahl von ibi Research sehen aber gewichtige Vorteile beim ehrgeizigen Newcomer. „Ein Vorteil von Paydirekt ist unter anderem der hohe Datenschutzstandard“, sagt Stahl. Der Fachmann verweist darauf, dass es sich um ein Verfahren der deutschen Kreditwirtschaft handelt. Zahlungen werden direkt über das eigene Girokonto abgewickelt, sensible Daten bleiben damit innerhalb der Bank. Informationen über Einkäufer werden somit nicht weiterverwendet oder gar verkauft.

Überdies erhalten nur geprüfte Shopbetreiber Zugang, die profitieren wiederrum von einer Zahlungsgarantie und können Waren umgehend verschicken. „Paydirekt weiß sofort, ob die Zahlung gedeckt ist, da diese direkt am Konto geprüft und ausgeführt wird“, sagt Stahl. Paypal dagegen hat keine direkte Autorisierung, so dass es selbst das Ausfallrisiko beurteilen und in seine Konditionen einpreisen muss. „Wenn Paydirekt die niedrigeren Risikokosten an seine Händler weitergeben kann, dann ist das ein Vorteil, den viele Händler im margenschwachen E-Commerce-Handel gerne sehen würden“, sagt Stahl.

Die Registrierung bei Paydirekt ist vergleichsweise einfach. Man loggt sich auf der Internetseite der Bank ein, dann gibt man seine Email-Adresse und ein Passwort ein, das man vorher festlegen muss. Auf der Website der Bank muss man dann noch eine TAN eingeben. Anschließend erhält man eine Bestätigungsmail mit einem Link. Darauf geklickt ist die Registrierung abgeschlossen.

Was passiert, wenn der Händler den Versand der Ware nicht nachweisen kann? Dann bekommt der Kunde seinen Zahlbetrag zurück. Da Käufer- und Händlerkonto direkt miteinander kommunizieren, würde ein Kauf nicht mehr abgewickelt, falls ein Händler inzwischen insolvent ist, aber noch Waren im Web anbietet. Auch die Rückabwicklung bei Retouren ist einfach, das Geld wird einfach zurückgebucht.

Zugleich gibt es bei Paydirekt Eingrenzungen, die es bei Paypal nicht gibt. Bei Paydirekt müssen der private Kontonutzer als auch der Händler ein Konto in Deutschland haben. Bei ausländischen Onlineshops kann man derzeit also in der Regel nicht damit bezahlen. Das dürfte sich aber zukünftig ändern. Paydirekt hat auch die Ausbaustufe Internationalisierung im Blick.

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