Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Hamburg, 13.06.2017

Auf den Punkt flüssig - Teil 2

In Teil 1 wurde das Factoring als eine Alternative zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung für Lieferanten beleuchtet. Doch was können Abnehmer tun, um ihr Working Capital zu optimieren?

Steigende regulatorische und organisatorische Anforderungen haben die Kreditvergabe durch Banken verlangsamt und verkompliziert. Viele Mittelständler erhalten eine nicht attraktive, nicht ausreichende oder gar keine Finanzierung. Gerade bei Handelsgeschäften zwischen zwei Unternehmen ist aber eine flexible, schnelle und kostengünstige Finanzierung der Schlüssel, damit beide Handelspartner unternehmerisch optimal agieren können. Die bisherige Lösung ist häufig die Nutzung des Kontokorrent-Kredits, der hierfür jedoch oftmals ungeeignet ist: er erfordert die Stellung weitreichender Sicherheiten, ist teuer und aus den genannten Gründen in der jeweiligen Situation meist nicht in erforderlicher Höhe verfügbar.

Eine Einkaufsfinanzierung kann hier eine schnelle, kostengünstige und moderne Alternative sein: Abnehmer und Lieferanten verhandeln ihr Warengeschäft wie bisher - die Warenbestellung wird jedoch über den Einkaufsfinanzierer platziert, er agiert somit als Zwischenhändler. Dieser bezahlt den Lieferanten direkt und stellt selbst eine Rechnung mit verlängertem Zahlungsziel an den Abnehmer. Dies bietet sowohl Abnehmern, als auch Lieferanten viele Vorteile: Abnehmer erhalten zusätzliche Liquidität ohne bestehende Kreditlinien in Anspruch zu nehmen oder Sicherheiten zu stellen. Eine Einkaufsfinanzierung kann so als flexible Ergänzung zur Kontokorrentlinie genutzt werden, die bei manchen Anbietern sogar günstiger ist als die vergleichbare Bankfinanzierung. Mit den erzielten Einsparungen verbessern sich die Einkaufsmargen. Durch das verlängerte Zahlungsziel können die Waren aus den Umsätzen bezahlt werden und das Working Capital somit optimiert eingesetzt werden. Lieferanten wiederum können ihren Abnehmern eine flexible, individuelle Finanzierung anbieten, ohne selbst ins Risiko zu gehen und bekommen ihr Geld dennoch sofort. Folglich ersparen sie sich ein kosten- und zeitintensives Mahn- und Inkassowesen, aber auch Factoring-Kosten.

Um eine Einkaufsfinanzierung bestmöglich zu nutzen, sind typische Finanzierungskriterien wie Zeitraum, Kosten, Sicherheiten und Unabhängigkeit im Vergleich zu anderen Finanzierungslösungen abzuwägen: Häufig decken Abnehmer auch kurzfristige Finanzierungsbedarfe über längerfristige Finanzierungen, da sich so Zinsaufwand (bspw. für Kontokorrentkredite) sparen lässt. Dies führt jedoch zu Flexibilitätsverlusten bei dafür eigentlich vorgesehenen Zahlungsverpflichtungen und entsprechend angespannten Liquiditätssituationen. Eine Einkaufsfinanzierung kann daher auch bei einem hohen positiven Cash-Saldo sinnvoll sein. Bei einem niedrigen bis negativen Saldo hingegen scheint der Einsatz fast immer sinnvoll. Für die Einkaufsfinanzierung sind im Gegensatz zur Bankfinanzierung keine Sicherheiten zu stellen, entsprechend besteht eine hohe Unabhängigkeit gegenüber dem Finanzierungspartner. Aufgrund der einfachen und schnellen Linieneinrichtung im Vergleich zur Bankfinanzierung, können Unternehmer bei der Anbieterauswahl auch auf weitere Faktoren achten: Einkaufsfinanzierer unterscheiden sich stark hinsichtlich Abwicklungsmodalität (digitale vs. Papierprozesse), Einrichtungsgebühren (ja oder nein) und auch erheblich beim Preis (günstiger oder teurer als die Bank). Um Kosten und Zeitaufwand zu minimieren, sind vollständig digitalisierte und einfach zu bedienende Systeme im Vorteil.

Lesen Sie auch: Auf den Punkt flüssig - Teil 1

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Ohne Moos nichts los

    Wie bekomme ich einen Gründerkredit? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Cash per Klick

    Cash per Klick

    Fintechs sind auf dem Vormarsch. Die Online-Vermittler bringen Kredite flexibler und oft günstiger an die Kunden als Banken. Die Finanzwelt steht vor einem großen digitalen Wandel.

  • Freund oder Feind?

    Seit 129 Jahren steht Daimler für Mobilität. Geht es nach Apple und Google, hat die Ära der Automobilbauer nun ein Ende. Ein Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche.

  • Nichtstun ist das neue Arbeiten

    Entrepreneure kennen keinen Feierabend. Dabei ist Nichtstun viel effizienter, sagen Fachleute. Eine Anleitung zum produktiven Müßiggang.

  • Mythos Cholesterin

    Wann ist Cholesterin gut? Wann ist es schlecht? Was sollte man bei der Ernährung beachten? Eine Fachärztin steht Rede und Antwort.

  • Reisetipp: Basel

    Basel ist die Kulturhauptstadt der Schweiz. Kunst- und Architekturhighlights säumen das Rheinufer. Heute steht Basel für Lebensqualität. Ein kleiner Reiseführer.

  • „Zweifel zermürbten mich“

    Niemand spricht gern über sie: Verunsicherung wird besonders Chefs schnell als Schwäche ausgelegt. Wie Unternehmer mit Zweifeln an sich selbst umgehen und wieder Kraft schöpfen können - ein Erfahrungsbericht.

  • Putten mal anders

    Strikte Kleiderordnung und gediegenes Clubhaus waren gestern. Viele Golfspieler wollen mehr. Sie suchen nach unterhaltsamer Atmosphäre auf dem Platz. Zwei Turnierveranstalter aus dem Norden bieten genau das.

  • Grillen mit Finesse

    Es muss nicht immer die klassische Bratwurst sein: Spitzenköchin Cornelia Poletto verrät exklusiv originelle Grillrezepte und gibt wertvolle Tipps.

  • Urlaubst du noch, oder vermietest du schon?

    Eine Ferienimmobilie zu erwerben, sie mal selbst zu nutzen, mal zu vermieten – dieser Gedanke ist populär wie lange nicht. Zu Recht?

  • „Raus, oder ich schieße!“

    Schwierige Verhandlungen fordern knallharte Strategien. Ein Experte für Geiselnahmen zieht Parallelen zwischen dem Verhandeln mit Geiselnehmern und schwierigen Verhandlungen im Job.

  • Den Absprung im Visier

    Nicht jeder Spitzensportler hat Aussicht auf ein Millionengehalt. Die Praktikantenbörse für Spitzensportler öffnet die erste Tür zu einer zweiten Karriere - jetzt für alle Bundeskaderathleten.

  • Revolutionär!

    Elon Musk krempelt die Raumfahrt und Automobilbranche mit SpaceX und Tesla Motors mächtig um. Er versteht es, die digitale Transformation für seine Zwecke zu nutzen.

  • Transformer gefragt

    Die Digitalisierung verändert Gewohntes mit einer geradezu revolutionären Dynamik. Damit bietet sie Unternehmen viele neue Chancen - und Herausforderungen. Zögern ist keine Option.

  • Achtung, Baustellen!

    Reformen scheut das Bundesarbeitsministerium keine – selbst wenn sie in Wirtschaftskreisen unpopulär sind. Staatssekretär Jörg Asmussen über Reformbedarf und zwei D.

  • Von den Kleinen lernen

    Die Kooperation mit einem Start-up eröffnet Mittelständlern neue Wachstumschancen.

  • Entspannter reisen

    Führungskräfte achten bei der Wahl ihres Arbeitgebers zunehmend auf die Qualität der Geschäftsreisen. Externe Dienstleister sind eine Option, um Kosten und Komfort bestmöglich zu vereinen.

  • Auf Wolke Produktivität

    Cloud-Tools können weit mehr, als lediglich die Kosten in Unternehmen zu reduzieren. Sie haben vor allem das Potenzial, die Produktivität und Effizienz der Arbeit spürbar zu steigern.

  • "Ich möchte das Leben auskosten"

    Nach seiner Krebserkrankung orientierte sich Robert Kronekker neu und gründete seine eigene Firma. Sollte er nochmals ausfallen, greift ein Notfallplan.

  • Einheitsbräu ade

    „Ein Bier, bitte“ war gestern. Heute geht der Trend zu individuell gebrauten Spezialitäten, zu mehr Geschmacksvielfalt und einer Bierkultur ohne Schickimicki, aber mit viel Genuss.

  • Sicher wie nur was

    Eine der brennendsten und am häufigsten gestellten Fragen an IT-Experten lautet dieser Tage: Ist die Cloud sicher? Die Antwort unserer Autoren: Sicher im Vergleich zu was?

  • Gesunde Motivation

    Mit der betrieblichen Krankenversicherung bringen sich Arbeitgeber im Rennen um Fachkräfte in die Poleposition. Bewerber und Belegschaft wissen das vielseitige Leistungsplus zu schätzen.

  • Ein neues Hochgefühl

    Ein Schweizer Bergdorf erfindet sich neu. Andermatt soll zu einer führenden Adresse in der High-End-Alpintouristik werden. Dafür investiert ein ägyptischer Hotelier 1,8 Milliarden Franken.

  • Erst boxen, dann beraten

    Als mehrfache Boxweltmeisterin weiß Ina Menzer, wie man sich Erfolg erkämpft. Jetzt hat sie sich mit einer Agentur selbstständig gemacht.

  • Energie für Gipfelstürmer

    Große Erwartungen, wenig Entspannung – viele Leistungsträger verspüren enormen Druck. Und doch gelingt es manchem, Spitzenleistungen genau dann zu erzielen, wenn es darauf ankommt.

  • Koalition reicht Start-ups die Hand

    Kleinanlegerschutzgesetz: Parlamentarier weiten Ausnahmen für Schwarmfinanzierungen per Internet aus.

  • Bransons Gebote

    Richard Branson gilt als Exzentriker und Egomane, aber der Erfolg gibt ihm recht: Kaum jemand hat in so vielen Märkten unternehmerisch Fuß gefasst wie er.

  • Wenn Anleger in(s) Schwärmen kommen

    Crowdinvesting via DUB.de eröffnet aufstrebenden Wachstumsunternehmen eine neue Kapitalquelle. Investoren bietet es attraktive Anlagechancen.

  • "Ich erwarte Dynamik"

    Volkswagen fährt derzeit Rekordzahlen ein. Das ist nicht zuletzt Verdienst des Mannes an der Spitze. Exklusiv gewährt Vorstandschef Professor Dr. Martin Winterkorn einen Einblick.

  • "Wer sich erschrecken lässt, verliert"

    Droht der Zerfall der Eurozone? Wie gefährlich ist der Terrorismus für die Wirtschaft? Verschläft Deutschland die Digitalisierung? Volker Kauder redet Tacheles.

Gastbeitrag

Marcel Dörflinger
Sales Manager bei entrafin, Bankkaufmann, Master of Science in Management

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen

Jetzt Newsletter bestellen

DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick