Vordenker Energie: Zukunftsmusiker und Vernetzer

Energiewende und digitalen Wandel meistern

Manches Energieunternehmen hat sich der Zukunft verschrieben. „Energie für morgen“ und digitalen Wandel aber auch konsequent zu leben gelingt wenigen. EWE-Chef Stefan Dohler im Interview.

Stefan Dohler ist seit Januar 2018 Vorstandsvorsitzender der EWE AG. Zuvor war er unter anderem bei Vattenfall tätig. Der CEO des Energieunternehmens ist Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik

Stefan Dohler ist seit Januar 2018 Vorstandsvorsitzender der EWE AG. Zuvor war er unter anderem bei Vattenfall tätig. Der CEO des Energieunternehmens ist Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik (Illustration: JDB MEDIA/Philipp Möller)

DUB-UNTERNEMER-Magazin: Wie haben Sie Ihr Haus auf die Zukunft vorbereitet?

Stefan Dohler: EWE verknüpft seit vielen Jahren erfolgreich die Geschäftsfelder Energie, Telekommunikation und IT und verfügt damit über eine gute Ausgangslage, um die Chancen zu ergreifen, die sich aus Energiewende und Digitalisierung ergeben. Beide Entwicklungen gestalten wir aktiv mit. Mit der Strategie 2018 haben wir das Fundament für die künftige Ausrichtung des Konzerns als Anbieter innovativer Lösungen für die Menschen und Unternehmen in den Heimatregionen der EWE gelegt. So entwickelt sich das Unternehmen langfristig zu einem Dienstleister, der mit ganzheitlichen Services und Produkten rund um Energie, Kommunikation, vernetzten Daten und Mobilität einen signifikanten Teil seines Ergebnisses erwirtschaften wird. Unsere Vision dabei: Wir machen aus Innovationen einfach Alltag. Die Vision fasst in einem Satz den Wesenskern von EWE zusammen. Das Unternehmen beschäftigt sich frühzeitig mit neuen Technologien, die heute noch Zukunftsmusik sind, um daraus im richtigen Moment innovative Lösungen und Angebote zu entwickeln, die unseren Kunden – egal ob Privatkunde, Mittelständler oder Großkunde – den Alltag vereinfachen. Das gilt insbesondere für die Verknüpfung von Strom, Wärme, Telekommunikation und Mobilität. Rückgrat ist unsere eigene Infrastruktur in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern: EWE wird auch in den kommenden Jahren konsequent in eine nachhaltige Energieversorgung sowie einen großflächigen Glasfaserausbau bis in die Häuser investieren. Glasfaserausbau heißt beispielsweise Surfgeschwindigkeiten von 1000 Mbit/s. Vor ein paar Jahren haben wir in Deutschland noch 6 Mbit/s, später dann 50 Mbit/s als ausreichend angesehen. Damit stärken wir die Zukunftsfähigkeit der Menschen, Unternehmen und Institutionen in unseren Regionen. Konkret bedeutet dies Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro in den Ausbau des Glasfasernetzes sowie weitere 600 Millionen Euro in das Ausrollen intelligenter Zähler und die flächendeckende Umstellung von L- auf H-Gas. Hinzu kommen weitere Investitionen in erneuerbare Energien, Mobilität und innovative Speicherlösungen. Und ohne diese intelligente Verbindung zum Nutzen unserer Kunden wird es auch nicht gehen. Die Verfügbarkeit von Daten bildet unsere Grundlage zur Entwicklung datenbasierter Geschäftsmodelle: Dazu gehört, relevante Daten aus internen und externen Quellen und Prozessen zu gewinnen, sowie durch hohe Informationssicherheit ein Vertrauensverhältnis zu unseren Kunden und Partnern zu schaffen. So generieren wir digitale Wertschöpfung und übergreifende Kompetenz zur Datenvernetzung, um Kunden individualisierte Lösungen anzubieten.

Wie treiben Sie als Gestalter den digitalen Wandel voran?

Dohler: Ich bin seit Anfang des Jahres bei EWE. Wir haben zuletzt intensiv am strategischen Rahmen und der Ausrichtung gearbeitet. Wichtig ist uns, Freiräume für Ideen und Neuerungen zu schaffen. Digitale Transformation hat auch viel mit Veränderungsbereitschaft zu tun. Diese Kultur versuchen wir vorzuleben. Agile Arbeitsmethoden helfen dabei, auch der Austausch mit den Mitarbeitern, etwa über Vorstandsblogs, aber auch in persönlichen Dialogrunden. Und: Unterschiedliche Perspektiven und Denkansätze helfen, zum besten Ergebnis zu kommen. Deshalb fördern wir das Thema Diversity.

Welche digitalen Meilensteine kommen 2019 auf uns zu?

Dohler: Das ist schwer, weil viele Dinge sicherlich länger Zeit brauchen werden. Für uns sind die intelligente Nutzung von Daten, die Gigabit-Internetversorgung voranzubringen und weiter an innovativen Speicherlösungen zu arbeiten, Schwerpunkte in den nächsten Jahren. Die Energiewende bleibt sicherlich die größte Herausforderung. Unser Anspruch ist, dass wir diese als EWE begleiten und gestalten, und für unsere Kunden flexibel, komfortabel und fair in Produkte und Dienstleistungen übersetzen.

Das Unternehmen: Die EWE-Strategie: Innovation zum Alltag machen. Werkzeuge dafür sind Dialog und Diversity.

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