Vordenker Technologie: Zielstrebiger Veränderer

Siemens erfindet sich stetig neu

Der Technologie-Vordenker Joe Kaeser will die Ertragskraft durch mehr Gestaltungsfreiheit steigern.

Joe Kaeser ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender von Siemens. Zwischen 2006 und 2013 war der Betriebswirt Finanzvorstand. Zudem ist er Mitglied der Trilateralen Kommission, einer politikberatenden Denkfabrik

Joe Kaeser ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender von Siemens. Zwischen 2006 und 2013 war der Betriebswirt Finanzvorstand. Zudem ist er Mitglied der Trilateralen Kommission, einer politikberatenden Denkfabrik (Illustration: JDB MEDIA/Philipp Möller)

Siemens zählt seit Langem zu den Vorzeigeunternehmen Deutschlands. Der 1847 von Werner von Siemens gegründete Konzern hat jedoch seit Jahren auch mit den Folgen der Digitalisierung zu kämpfen. Joe Kaeser, der Mann an der Spitze von Siemens, gehört zu den bekanntesten Wirtschaftskapitänen der Republik. Kaum eine Woche, in der er nicht in der medialen Berichterstattung auftaucht. Der Mann, der bald 40 Jahre im Siemens-Konzern tätig ist, verwandelt den Technologie-Riesen peu à peu zu einer Größe im Internet der Dinge. Dafür wurde im Rahmen der „Vision 2020+“, die Kaeser im August der Öffentlichkeit präsentierte, eine eigene Geschäftseinheit geschaffen. Der Konzern wird zudem mit seinen verbliebenen Kern­geschäften in drei operative Unternehmen aufgeteilt: das Kraftwerksgeschäft, digitale Industrien und Smart Infrastructure. Daneben werden die strategischen Unternehmen – der Windkraftanbieter Siemens Gamesa, die Medizintechniktochter Healthineers und der Zug-Riese Siemens Alstom – agieren. Kaeser verspricht sich dadurch vor allem mehr Flexibilität und Gestaltungsfreiheit, die zu höherer Ertragskraft führen sollen. Mit der Vision bereitet der Niederbayer bereits seinen Abgang im Jahr 2021 vor. Bis dahin läuft der Vertrag des Managers noch. Kaeser ist stets um Weitsicht bemüht und strebt dabei die Schaffung eines soliden Fundaments an, mit dem sein Nachfolger später arbeiten kann. Seine Gedanken um die Digitalisierung gehen allerdings weit über den Konzern hinaus. Der weltweit bestens vernetzte Kaeser treibt etwa immer wieder die Debatte um das bedingungslose Grund­einkommen an. Dies betrachtet er als „völlig unvermeidlich“.

Das Unternehmen: Siemens, vertreten in 190 Ländern, zählt zu den größten Unter­nehmen der Elektrotechnik und Elektronik.

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