Work-Work-Balance

Demografie? Japan setzt auf Roboter, Automatisierung, KI

Andere Länder, andere Sitten: Fabian Hoshino lebt seit zehn Jahren in Tokio. An die Art und Weise, wie in Japan gearbeitet wird, musste er sich gewöhnen. Er erzählt uns, wie.

Schnell zur Arbeit: In der morgendlichen Rushhour sind Tokios Bahnhöfe überfüllt

Schnell zur Arbeit: In der morgendlichen Rushhour sind Tokios Bahnhöfe überfüllt (Foto: Getty Images/filipefrazao)

Seine Frau hat Fabian Hoshino bei der Arbeit kennengelernt. So, wie das in Japan üblich ist. Diesem Land, in dem der Job weit mehr zählt als das Privatleben. Der Ostasienwissenschaftler, der für den Entwickler und Vermarkter von Fitnessprogrammen Les Mills in Tokio arbeitet, über die Besonderheiten des japanischen Arbeitslebens.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Japan kämpft mit dem demografischen Wandel. Wie bereiten sich Poli­tik und Wirtschaft auf den Fachkräftemangel vor?

Fabian Hoshino: Es gäbe drei Optionen. Die erste: mehr Ausländer. Das ist aber nicht gewünscht. Ich bin einer unter gerade einmal 1,2 Prozent Nichtjapanern in diesem Land. Die zweite Option sind mehr berufstätige Frauen. Mit 77 Prozent arbeitenden Frauen haben wir derzeit die höchste Quote, die dieses Land je aufwies.

Kein schlechter Wert für ein Land, das extrem patri­archalisch ist.

Hoshino: Was Geschlechtergleichheit betrifft, ist Japan tatsächlich nicht sonderlich weit. Hier hat die traditionelle Rollenverteilung immer noch einen hohen Stellenwert. Die Universität abschließen, kurze Zeit arbeiten, heiraten, Kinder bekommen und dann zu Hause bleiben: Junge Frauen betrachten das immer noch als erstrebenswerten „Karriereplan“.

Sie sprachen von drei Mitteln gegen den Fachkräfte­mangel. Mehr Ausländer, arbeitende Frauen und …?

Hoshino: Roboter, Automatisierung, Künstliche In­telligenz. Das scheint derzeit die beste Option zu sein. So hat der Versicherer Fukoku Mutual Life Insurance 2017 angekündigt, dass er 34 Angestellte durch IBMs Watson, also eine Künstliche Intelligenz, ersetzt.

Sie arbeiten in Tokio bei Les Mills, einem neuseeländischen Unternehmen. Wie etabliert sind internationale Unternehmen in Japan?

Hoshino: 74 Millionen Japaner sind in einem arbeitsfähigen Alter – also zwischen 15 und 65 Jahren, aber gerade einmal 0,84 Prozent von ihnen arbeiten in einem nichtjapanischen Unternehmen. Davon gibt es hier gerade einmal 3.500. Und da kaum einer im Alltag mit Nichtjapanern zu tun hat, spricht der durchschnittliche Japaner auch so gut wie kein Englisch.

Teil 1: Demografie? Japan setzt auf Roboter, Automatisierung, KI

Teil 2: Die japanische Arbeitskultur

Teil 3: Japan: Digitalisierung, Urbanisierung, demografischer Wandel

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