Auf dem Land wächst Zukunft

Digitale Landwirtschaft

Neue Technologien erobern die Agrarbranche. Der Trend geht hin zu vollständiger Prozessautomatisierung in Verbindung mit Datenmanagement-Systemen. Dabei sind Effizienz und Ökobilanz kein Widerspruch.

Effektiv: Bauern, die ihre Zeit auf dem Acker und am PC verbringen, sind erfolgreicher.

Effektiv: Bauern, die ihre Zeit auf dem Acker und am PC verbringen, sind erfolgreicher (Foto:Getty Images/xavierarnau)

Die Zukunft der Landwirtschaft ist digital: Roboter melken Kühe, Drohnen kartieren Felder, und Sensoren messen den Nährstoffgehalt der Böden sowie Vitaldaten von Tieren. Wie in so vielen anderen Branchen geht es dabei in erster Linie um mehr Effizienz. „Denn Anbaufläche ist kostbar. Das für die Nahrungsmittelproduktion verfügbare Ackerland pro Kopf nimmt stetig ab“, erklärt Michael Horsch, Geschäftsführer von Horsch Maschinen. Die Gründe liegen im Bevölkerungswachstum sowie in der Urbanisierung, Erosion und Wüstenausbreitung. Daher sind nur 0,5 Prozent der Erdoberfläche für den Anbau pflanzlicher Nahrungsmittel verfügbar.

„Die Digitalisierung wird die gesamte Wertschöpfungskette und -tiefe verändern – vom Landwirt bis zum Verbraucher“, sagt Prof. Klaus Josef Lutz, der Vorstandsvorsitzende der BayWa AG. Die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht zu nutzen, wäre angesichts der globalen und unmittelbaren Herausforderungen, vor denen Landwirte stehen, fahrlässig, ist sich Lutz sicher.

Deshalb benötigt die Landwirtschaft neues – digitales – Denken. „Mit Methoden von gestern lassen sich die Herausforderungen von morgen nicht lösen. Investitionen in Forschung und Entwicklung sind wichtiger denn je, um die Landwirtschaft gleichzeitig effizienter und nachhaltiger zu machen. Digitale Lösungen oder Pflanzenschutz spielen dabei eine wichtige Rolle“, sagt Philip Vospeter, Head of Digital Transformation bei CLAAS.

Digitales Aufholpotenzial

Der Trend ist klar: Vor allem die jüngere Generation von Landwirten legt großen Wert auf Digitalkompetenz. Eine Bitkom-Umfrage ergab, dass 87 Prozent in der Altersgruppe bis 35 Jahre mit den digita­len Neuentwicklungen in der Landwirtschaft sehr gut oder gut zurechtkommen – wenngleich sie in ihren Betrieben doch auch Defizite ausmachen. So sieht beinah jeder zweite Jungbauer seinen Hof digital noch nicht auf einem wünschenswerten Stand.

51 Prozent sagen, in der landwirtschaftlichen Ausbildung werde zu wenig Wert auf digitales Know-how gelegt. Es fehlt also noch an Rüstzeug. Doch der Weg ist vorgezeichnet. „Digitalisierung ist eine riesige Chance für die Landwirtschaft. Der Umgang mit Boden, Wasser und Luft kann so umweltverträglicher gestaltet und das Wohl der Tiere verbessert werden“, sagt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands (DBV).

Doch dazu wird auch eine schnellere Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis stattfinden müssen, merkt Benedikt Bösel an, Landwirt und Sprecher der AgTech-Plattform des Start-up-Verbands. Die rege Start-up-Szene des AgTech forscht an Futtermitteln, Anwendungen zur Verbesserung der Tiergesundheit und der intelligenten Vernetzung von Geo- und Klimadaten, um Landwirten ein schnelleres und präziseres Arbeiten zu ermöglichen.

Die Entwicklung von Food-Plattformen und E-Commerce unterstützt die Höfe außerdem beim Einkauf von Rohstoffen und beim Verkauf ihrer Produkte. Und neben der Effizienz soll auch die Ökobilanz eine wichtige Rolle spielen, bekräftigen die Start-up-Vertreter.

So werden zum Beispiel Technologien entwickelt, welche die natürlichen Eigenschaften von Pflanzen unterstützen und so weniger Chemie und Gifte erforderlich machen. „Um die Potenziale auszuschöpfen, benötigen wir mehr Praxisbezug in der Agrar- und Ernährungsforschung“, so Krüsken.

Teil 1: Digitale Landwirtschaft

Teil 2: Smart Farming

Teil 3: BayWa-Vorstand: Effizienz durch digitale Tools

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