Interview: „Start-ups sind wichtig“

BayWa-Vorstand: Effizienz durch digitale Tools

Es wäre fahrlässig für Landwirte, die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht zu nutzen, sagt Klaus Josef Lutz.

Professor Klaus Josef Lutz ist seit Juli 2008 Vorstandsvorsitzender der BayWa, deren Geschäfte sich auf die ­Segmente Agrar, Bau und Energie mit speziellem Fokus auf erneuerbare Energien erstrecken.

Professor Klaus Josef Lutz ist seit Juli 2008 Vorstandsvorsitzender der BayWa, deren Geschäfte sich auf die ­Segmente Agrar, Bau und Energie mit speziellem Fokus auf erneuerbare Energien erstrecken (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Worin sehen Sie die größten Vorteile der Digitalisierung für den Landwirt?

Klaus Josef Lutz: Die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte steigt. Denn die Digitalisierung hilft, Betriebsprozesse zu optimieren und damit kosteneffizienter zu arbeiten. Betriebsmittel werden nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip ausgebracht, sondern spezifisch dort, wo die Pflanzen Bedarf anzeigen. Wir können den Landwirt noch deutlicher bei Nachhaltigkeit und Umweltschutz unterstützen, denn durch die Digitalisierung lässt sich das, was immer mehr Verbraucher einfordern, noch transparenter darstellen.

Mit zum Teil disruptiven Ideen treiben Start-ups die Entwicklung in der Landwirtschaft zusätzlich voran. Was tut die BayWa, um nicht den Anschluss zu verlieren?

Lutz: Wir als BayWa haben den Anspruch, Innovationsführer zu sein, und hinterfragen deshalb unsere ­Geschäftsmodelle immer wieder neu. In diesem Prozess ist die Zusammenarbeit mit Start-ups aus dem Agrarbereich sehr wichtig. Gemeinsam mit unserer österreichischen Tochter RWA haben wir 2016 das Agro Innovation Lab gegründet mit dem Ziel, Innovationen in der Landwirtschaft frühzeitig zu entdecken und neue Geschäftsideen zu fördern. Jedes Jahr rufen wir weltweit zu Bewerbungen für unser Acceleration-Programm auf. Die Sieger-Start-ups haben die Chance, ihre Geschäftsmodelle mit Unterstützung von Mentoren weiterzuentwickeln. Passt eine Idee gut ins BayWa-Portfolio, und ist es seitens des Start-ups gewünscht, sind wir auch bereit, Geld zu investieren.

Wo steht die Landwirtschaft in 20 Jahren?

Lutz: Ich sehe drei maßgebliche Entwicklungen. Erstens: Auch in Deutschland wird sich die Landwirtschaft konsolidieren, wie schon in anderen Ländern. Zweitens: Bei seiner Arbeit wird der Landwirt immer mehr Hochtechnologie einsetzen. Das bedeutet, dass sich auch die Berufsausbildung und die Studiengänge dementsprechend anpassen müssen. Drittens: Die Landwirtschaft ist ein globales Geschäft. Das ultimative Ziel wird sein, 2050 zehn Milliarden Menschen auf diesem Planeten zu ernähren.

Teil 1: Digitale Landwirtschaft

Teil 2: Smart Farming

Teil 3: BayWa-Vorstand: Effizienz durch digitale Tools

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