„Werben bleibt erlaubt“

Werbung in Zeiten der DSGVO

Die gute Nachricht: Unternehmer dürfen auch in Zeiten der DSGVO noch Werbung versenden. Bisnode-Marketingchef Jörg Bollow sagt, was zu beachten ist.

Jörg Bollow ist seit Ende 2015 als Executive Director Marketing DACH für das gesamte Marketing bei Bisnode verantwortlich. Zuvor betreute er im Unternehmen das Themenfeld Innovation

Jörg Bollow ist seit Ende 2015 als Executive Director Marketing DACH für das gesamte Marketing bei Bisnode verantwortlich. Zuvor betreute er im Unternehmen das Themenfeld Innovation (Foto: PR)

Die Datenschutz-Grundverordnung verunsichert weiter so manchen Unternehmer. Jörg Bollows Mission ist es, in Sachen DSGVO aufzuklären. Der Marketingchef bei dem internationalen Wirtschafts­datenspezialisten Bisnode, der auch im Adressmarketing aktiv ist, sagt, dass Datenschutz 2.0 oft mit dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verwechselt werde.

DUB-UNTERNEMER-Magazin: Dürfen Unternehmen nach Inkrafttreten der DSGVO überhaupt noch gekaufte Adressen für ihr Marketing nutzen?

Jörg Bollow: Ja, das dürfen sie. Zumindest postalische Werbung ist nach wie vor erlaubt, auch wenn Unternehmen bis dato mit dem Werbeadressaten noch in keinerlei Kontakt standen. Begründen lässt sich das durch ein „berechtigtes Interesse“ des Unternehmens im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung. Bei Telefon-, E-Mail- oder Fax-Werbung ist dagegen die ausdrückliche Einwilligung des Adressaten auf jeden Fall notwendig.

Hat sich das Geschäftsgebaren von Unternehmen in den vergangenen Monaten generell verändert?

Bollow: Ja, die meisten Unternehmen sind viel vorsichtiger und sensibler geworden. Allerdings verwechseln sie mitunter die DSGVO mit dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Letzteres verbietet etwa Werbeanrufe, -faxe oder -E-Mails ohne eine zuvor eingeholte Einwilligung.

Welche Maßnahmen müssen Listbroker, also Adressenhändler, ergreifen und was muss Bisnode nun tun?

Bollow: Die wichtigste Maßnahme, die Listbroker ergreifen müssen, ist, die Qualität ihrer Ware regelmäßig zu überprüfen. Das bedeutet, sie sollten ihre Adressenbestände regelmäßig von einer Wirtschaftsinformationsgesellschaft wie beispiels­weise Bisnode validieren lassen.

Was haben Unternehmen davon?

Bollow: Sie bekommen neben den quasi veredelten Datensätzen auch Unterstützung beim Datenmanagement. Wir sorgen zunächst dafür, dass die Adressen aktuell, korrekt und gesetzeskonform sind, was etwa bei außereuropäischen Adressen ganz wichtig werden kann. Zudem unterstützen wir Unternehmen mit Data Analytics dabei, genau die richtigen Interessenten anzusprechen.

Welche Leistungen bieten Adressunternehmen darüber hinaus noch an?

Bollow: Für Unternehmen, die regelmäßig große Datensätze bearbeiten und verwalten, empfehlen wir, eine Schnittstelle zu uns einzurichten. Auf diese Weise stellen wir stets eine hohe Qualität unserer B2B- und B2C-Daten sicher. Und darüber hinaus geben sich die Datenschutz-Aufsichtsbehörden mit solch einer Schnittstelle in den meisten Fällen zufrieden.

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