Vordenker Mobilität: Wettbewerb Willkommen

Porsches Schlüssel zur Digitalen Transformation

Mit "Porsche InFlow" erprobt das Unternehmen eine neue Möglichkeit Autos zu fahren. Ein Porsche im Abonnement zum monatlichen Festpreis. Ist das die Zukunft?

CIO bei Porsche: Mattias Ulbrich
Mattias Ulbrich
ist seit September 2018 CIO bei Porsche. Der studierte Elektrotechniker hatte seit 1998 verschiedene Positionen im Volkswagen-Konzern inne, war unter anderem CIO bei Seat und Audi (Foto: PR)

Gemeinsame Sache mit der Konkurrenz machen? Das ist für Porsche-CIO Mattias Ulbrich alles andere als ein ­No-Go. Im Gegenteil: Er sieht in einer engeren Zusam­men­arbeit den Schlüssel zu einer endlich erfolgreichen digitalen ­Transformation der etablierten Automobilhersteller.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Porsche hat zuletzt unter anderem in Urgent.ly investiert. Das Start-up vernetzt Autofahrer, Dienstleister und Autobauer und koordiniert im Pannenfall die Hilfe. Warum setzt Porsche auf Start-ups und nutzt nicht die eigene Kraft, um Innovationen zu fördern?

Mattias Ulbrich: Innovationskraft ist in unserer Unternehmensstrategie fest verankert. Wir erweitern auch intern ­unsere Kompe­ten­zen, wollen bis Ende 2020 rund 100 KI-Experten beschäftigen. Zudem haben wir Digital- und Innovationseinheiten aufgebaut. Porsche Digital kümmert sich mit über 100 Mitarbeitern in Ludwigsburg, Berlin, Tel Aviv, im Silicon Valley, in Schanghai und bald auch in Atlanta um neue Geschäftsmodelle und Scouting. Wir wissen aber, dass wir es nicht alleine schaffen können. Deshalb setzen wir zudem auf Partnering und Venturing.

Wie hat sich das Verhältnis von etablierten Playern und Angreifern in Ihrer Branche entwickelt?

Ulbrich: Gerade im IT-Bereich müssen Autohersteller über Konzerngrenzen hinweg noch viel mehr zusammenarbeiten, um gegen die Internetkonkurrenz bestehen zu können. Es ist wichtig, sich zu öffnen – nicht nur gegenüber Start-ups, sondern auch dem Wettbewerb. Wir brauchen gemeinsame digitale Plattformen, mit einer individuellen kundenspezifischen Ausgestaltung. Für uns geht es zunehmend um die Entwicklung ganzer Plattformlösungen. Zuletzt haben wir den Aufbau einer Industrial Cloud mit Amazon Web Services angekündigt. Eine Digital Production Platform wird Produktionsstätten und Maschinen weltweit so verknüpfen, dass ein Lagebild in Echtzeit entsteht. Auf dieser Grundlage werden wir Microservices aufsetzen. Sie ermöglichen uns, Anwendungssoftware wesentlich modularer zu gestalten und flexibler zu nutzen.

Mit „Porsche inFlow“ können Ihre Kunden ein Auto gegen einen monatlichen Paketpreis fahren. Inwieweit sind derartige Modelle – mieten statt kaufen – die Zukunft?

Ulbrich: Wir erproben mit „Porsche inFlow“ neue Vertriebsmodelle und sprechen damit auch Kunden an, die zwar ein Auto fahren, sich aber nicht langfristig durch Kauf oder Leasing binden möchten. Ein Porsche lässt sich hier per App zum ­monatlichen Festpreis abonnieren. Nach sechs Monaten können die Kunden zu einem anderen Modell wechseln. Damit wollen wir Erfahrungen sammeln. Wer sind die Kunden? Wie nutzen sie die Autos im Abo? Dabei wollen wir auch herausfinden, wie wir diese Zielgruppe doch noch zu Käufern machen können. Autos zu verkaufen ist und bleibt unser Kerngeschäft.

Mit „Porsche inFlow“ können Ihre Kunden ein Auto gegen einen monatlichen Paketpreis fahren. Inwieweit sind derartige Modelle – mieten statt kaufen – die Zukunft?

Ulbrich:Wir erproben mit „Porsche inFlow“ neue Vertriebsmodelle und sprechen damit auch Kunden an, die zwar ein Auto fahren, sich aber nicht langfristig durch Kauf oder Leasing binden möchten. Ein Porsche lässt sich hier per App zum monatlichen Festpreis abonnieren. Nach sechs Monaten können die Kunden zu einem anderen Modell wechseln. Damit wollen wir Erfahrungen sammeln. Wer sind die Kunden? Wie nutzen sie die Autos im Abo? Dabei wollen wir auch herausfinden, wie wir diese Zielgruppe doch noch zu Käufern machen können. Autos zu verkaufen ist und bleibt unser Kerngeschäft.

Teil 1: Porsches Schlüssel zur Digitalen Transformation

Teil 2: Künstliche Intelligenz als Grundbaustein der Digitalstrategie