Spezial E-Health: „Wir bauen Brücken“

Traditionskonzern Philips als Vorreiter des digitalen Wandels

Expertise für Medizintechnik, Datenanalyse und Consumer-Verhalten – Philips rüstet sich für die Zukunft in der Gesundheitsbranche. Ein Besuch in der Hamburger Konzernzentrale.

Durchleuchtet: Philips steht spätestens seit 1927 für Röntgen-Know-how
Durchleuchtet:
Philips steht spätestens seit 1927 für Röntgen-Know-how (Foto: Getty Images/gorodenkoff)

Hip präsentiert sich der Traditionskonzern Philips in der Hamburger Röntgenstraße. Im doppelten Sinne: Das Unternehmen setzt nicht nur auf eine lockere Duz-Kultur und Desksharing, also ein flexibles Büro, sondern auch auf seinen Health Innovation Port, kurz HIP. Mehrfach hat sich Philips in seiner über hundertjährigen Firmengeschichte neu erfunden – heute geht der Firma das Licht, für das sie einst so bekannt war, vor allem im Gesundheitssektor auf. Hier zählt Philips zu den Treibern der Digi­talisierung. So stellt Peter Vullinghs, CEO Philips DACH und Market Leader Health Systems, bei unserem Besuch auch gleich den neuesten Coup vor.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Philips treibt seit Jahren die Entwicklung von IT-Systemen in Krankenhäusern voran. Können Sie jetzt die Früchte ernten?

Peter Vullinghs: Philips ist absoluter Unterstützer und Antreiber eines offenen Krankenhausinformationssystems, kurz KIS. Es dient zur Erfassung, Bearbeitung und Weitergabe medizinischer und administrativer Daten innerhalb der Klinik. Hier verfolgen viele ihre eigene Strategie; das Ergebnis sind Insellösungen. Aber viele Nutzer im Markt sind mit ihren geschlossenen, nicht kompatiblen Programmen unzufrieden. Daher denken wir einen Schritt weiter und haben etwas getan, dem ein gewisser Zauber innewohnt: Wir haben die Firma Forecare gekauft. Sie gehört zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich Interoperabilität und bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Systeme miteinander zu verknüpfen. Und diese Brücke, die wir da bauen, ist entscheidend. So können wir endlich eine Interoperabilität zwischen den einzelnen elektronischen Gesundheitsakten schaffen.

Man sagt, die digitale Transformation im Gesundheitswesen geht vom Patienten aus. Stimmen Sie zu?

Vullinghs: Genau das ist unser Ansatz, den wir mit „Value Based Health Care“ vorantreiben. Diese Philosophie setzt sich aus verbesserten Diagnosen, Effi­zienzsteigerung, Patienten- und Mitarbeiterzufrie­denheit zusammen. Ein weiterer Fokus liegt für uns darauf, chronisch kranke Menschen viel früher zu begleiten, beispielsweise mit unserer digitalen Coaching-Plattform. Hierfür greifen wir auf die Daten der Krankenhauskammern zurück und bieten mithilfe ­telemedizinischer Lösungen den Patienten eine tägliche Überwachung ihrer Werte. Das haben wir bereits mit zwei Krankheitsbildern erfolgreich durchgeführt: Herzinsuffizienz und der sogenannten Schaufensterkrankheit, einem Gefäßleiden.

Teil 1: Traditionskonzern Philips als Vorreiter des digitalen Wandels

Teil 2: Gesundheit wichtiger als die EU-DSGVO